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Energie & Management > Wärmewende - Gelsenkirchener Wärmespeicher stärkt Ruhrfernwärme
Vor dem Speicher in Gelsenkirchen (v.l.): Gundolf Schweppe, Mona Neubaur, Andrea Henze und Josef Hofenjürgen. Quelle: Steag Igony
Wärmewende

Gelsenkirchener Wärmespeicher stärkt Ruhrfernwärme

Steag Iqony hat in Gelsenkirchen einen Großwärmespeicher in Betrieb genommen. Die Anlage soll die Ruhrfernwärme flexibler machen und erneuerbare Wärme zeitversetzt nutzbar machen.
Nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit hat die Steag Iqony Group mit Sitz in Essen einen Großwärmespeicher in Gelsenkirchen in Betrieb genommen. Die Anlage gehört zur Ruhrfernwärme, dem Fernwärmesystem im Ruhrgebiet. Nach Unternehmensangaben verfügt der Speicher über eine Wärmeleistung von 60 MW und eine nutzbare Speicherkapazität von 1.050 MWh.

„Unser Wärmespeicher macht die Ruhrfernwärme flexibler, sicherer und nachhaltiger. Mit dieser großen Thermoskanne können wir klimafreundliche Wärme zeitlich entkoppelt nutzen“, erklärte Gundolf Schweppe, Vorstandsvorsitzender der Steag Iqony Group, bei der offiziellen Inbetriebnahme. Die Wärme werde verstärkt bei ihrer Entstehung aufgenommen und bei höherem Bedarf oder knapper Erzeugung wieder bereitgestellt.

Der Wärmespeicher steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Heizwerk Gelsenkirchen-Schalke. So kann die im Heizwerk erzeugte Wärme ohne lange Transportwege gespeichert und später bedarfsgerecht genutzt werden. Steag Iqony investierte rund 30 Millionen Euro in den Speicher. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Projekt über das Förderprogramm „progres.nrw“ mit rund 7,1 Millionen Euro.

So funktioniert der Wärmespeicher

Der Wärmespeicher funktioniert nach dem Prinzip einer überdimensionalen Thermoskanne. Der 57 Meter hohe und 28 Meter breite Behälter fasst 31 Millionen Liter Wasser. Der Speicher kann große Wärmemengen zwischenspeichern und bei Bedarf mit einer Wärmeleistung von bis zu 60 MW wieder an das Fernwärmenetz abgeben.

Der Speicher bleibt dauerhaft vollständig mit Wasser gefüllt. Im oberen Bereich befindet sich rund 90 Grad warmes Wasser, das den erforderlichen Druck erzeugt. Dadurch lässt sich das Wasser im darunterliegenden Nutzbereich auf bis zu 115 Grad erhitzen, ohne dass es verdampft. Beim Beladen wird kühleres Wasser aus dem unteren Bereich entnommen, über Wärmetauscher erhitzt und anschließend wieder oben eingespeist.

Wird Wärme benötigt, strömt das heiße Wasser in das Fernwärmenetz, während das aus den angeschlossenen Gebäuden zurückkehrende kühlere Wasser unten in den Speicher nachfließt. So kann Wärme gespeichert werden, wenn sie klimafreundlich oder besonders wirtschaftlich erzeugt wird, und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.
 
Der Wärmespeicher bleibt vollständig mit Wasser gefüllt. So kann Wärme gespeichert und bei Bedarf wieder in das Fernwärmenetz eingespeist werden.
Quelle: Steag Iqony

Land und Stadt sehen Beitrag zur Wärmewende

Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) bezeichnete den Gelsenkirchener Speicher als Beispiel dafür, wie Fernwärme in Ballungsräumen zukunftsfähig werden könne. Das Land fördere solche Anlagen gezielt, da sie Wärme dann bereitstellen könnten, wenn sie tatsächlich benötigt werde.

Auch Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze (SPD) sieht in dem Projekt einen wichtigen Baustein der Kommunalen Wärmeplanung. Der neue Speicher könne das örtliche Fernwärmenetz potenziell bis zu zwei Tage lang mit Wärme versorgen. Zudem erhöhe er die Versorgungssicherheit und die Flexibilität der Fernwärmeversorgung. Zugleich leiste die Anlage einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in der Stadt. (ds)

Freitag, 10.07.2026, 11:24 Uhr
Davina Spohn
Energie & Management > Wärmewende - Gelsenkirchener Wärmespeicher stärkt Ruhrfernwärme
Vor dem Speicher in Gelsenkirchen (v.l.): Gundolf Schweppe, Mona Neubaur, Andrea Henze und Josef Hofenjürgen. Quelle: Steag Igony
Wärmewende
Gelsenkirchener Wärmespeicher stärkt Ruhrfernwärme
Steag Iqony hat in Gelsenkirchen einen Großwärmespeicher in Betrieb genommen. Die Anlage soll die Ruhrfernwärme flexibler machen und erneuerbare Wärme zeitversetzt nutzbar machen.
Nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit hat die Steag Iqony Group mit Sitz in Essen einen Großwärmespeicher in Gelsenkirchen in Betrieb genommen. Die Anlage gehört zur Ruhrfernwärme, dem Fernwärmesystem im Ruhrgebiet. Nach Unternehmensangaben verfügt der Speicher über eine Wärmeleistung von 60 MW und eine nutzbare Speicherkapazität von 1.050 MWh.

„Unser Wärmespeicher macht die Ruhrfernwärme flexibler, sicherer und nachhaltiger. Mit dieser großen Thermoskanne können wir klimafreundliche Wärme zeitlich entkoppelt nutzen“, erklärte Gundolf Schweppe, Vorstandsvorsitzender der Steag Iqony Group, bei der offiziellen Inbetriebnahme. Die Wärme werde verstärkt bei ihrer Entstehung aufgenommen und bei höherem Bedarf oder knapper Erzeugung wieder bereitgestellt.

Der Wärmespeicher steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Heizwerk Gelsenkirchen-Schalke. So kann die im Heizwerk erzeugte Wärme ohne lange Transportwege gespeichert und später bedarfsgerecht genutzt werden. Steag Iqony investierte rund 30 Millionen Euro in den Speicher. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Projekt über das Förderprogramm „progres.nrw“ mit rund 7,1 Millionen Euro.

So funktioniert der Wärmespeicher

Der Wärmespeicher funktioniert nach dem Prinzip einer überdimensionalen Thermoskanne. Der 57 Meter hohe und 28 Meter breite Behälter fasst 31 Millionen Liter Wasser. Der Speicher kann große Wärmemengen zwischenspeichern und bei Bedarf mit einer Wärmeleistung von bis zu 60 MW wieder an das Fernwärmenetz abgeben.

Der Speicher bleibt dauerhaft vollständig mit Wasser gefüllt. Im oberen Bereich befindet sich rund 90 Grad warmes Wasser, das den erforderlichen Druck erzeugt. Dadurch lässt sich das Wasser im darunterliegenden Nutzbereich auf bis zu 115 Grad erhitzen, ohne dass es verdampft. Beim Beladen wird kühleres Wasser aus dem unteren Bereich entnommen, über Wärmetauscher erhitzt und anschließend wieder oben eingespeist.

Wird Wärme benötigt, strömt das heiße Wasser in das Fernwärmenetz, während das aus den angeschlossenen Gebäuden zurückkehrende kühlere Wasser unten in den Speicher nachfließt. So kann Wärme gespeichert werden, wenn sie klimafreundlich oder besonders wirtschaftlich erzeugt wird, und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.
 
Der Wärmespeicher bleibt vollständig mit Wasser gefüllt. So kann Wärme gespeichert und bei Bedarf wieder in das Fernwärmenetz eingespeist werden.
Quelle: Steag Iqony

Land und Stadt sehen Beitrag zur Wärmewende

Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) bezeichnete den Gelsenkirchener Speicher als Beispiel dafür, wie Fernwärme in Ballungsräumen zukunftsfähig werden könne. Das Land fördere solche Anlagen gezielt, da sie Wärme dann bereitstellen könnten, wenn sie tatsächlich benötigt werde.

Auch Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze (SPD) sieht in dem Projekt einen wichtigen Baustein der Kommunalen Wärmeplanung. Der neue Speicher könne das örtliche Fernwärmenetz potenziell bis zu zwei Tage lang mit Wärme versorgen. Zudem erhöhe er die Versorgungssicherheit und die Flexibilität der Fernwärmeversorgung. Zugleich leiste die Anlage einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in der Stadt. (ds)

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