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Energie & Management > Gasnetz - FNB Gas fordert höhere Kapitalverzinsung
Absenken des Rohrstrangs der Süddeutschen Erdgasleitung (SEL), mit der die neuen Gaskraftwerke versorgt werden sollen. Quelle: Terranets BW
Gasnetz

FNB Gas fordert höhere Kapitalverzinsung

Die Gasfernleitungsbetreiber (FNB) halten den WACC-Entwurf der Bundesnetzagentur für nicht sachgerecht und fordern 5,51 Prozent. Auch die EnBW übt Kritik. 
Der Verband FNB Gas geht den Entwurf der Bundesnetzagentur zur künftigen Kapitalverzinsung der Gasnetze scharf an. Er hält die vorgeschlagene Kapitalverzinsung (WACC) für nicht ausreichend, um die tatsächlichen Finanzierungskosten zu decken – und sieht dadurch das Vertrauen der Investoren in das deutsche Regulierungssystem gefährdet. 

„Die Festlegung enthält mehrere gutachterlich nachgewiesene Umsetzungsfehler der Methodenfestlegung und verfehlt die Realität an den Kapitalmärkten“, erklärte FNB-Gas-Geschäftsführerin Barbara Fischer in einer Pressemitteilung. Sie fordert eine kapitalmarktgerechte Anpassung auf 5,51 Prozent. 

Verband sieht methodische Fehler und Unterdeckung

Die FNB verweisen auf immer weitere Aufgaben neben der Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei niedrigen Speicherfüllständen, etwa das Anschließen neuer Gaskraftwerkskapazitäten, den Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes oder gestiegene Sicherheitsanforderungen. All das erfordere erhebliche, über privates Kapital zu finanzierende Investitionen. 

Der von der Bundesnetzagentur vorgeschlagene WACC von lediglich 3,76 Prozent sei methodisch nicht tragfähig hergeleitet: Bei korrekter Anwendung der behördeneigenen Methodik ergebe sich ein Satz von 4,79 Prozent, unter Berücksichtigung aktueller Kapitalmarktdaten seien es 5,51 Prozent. Besonders kritisch sei die zugrunde gelegte Fremdkapitalverzinsung von nur 2,43 Prozent, die unter der Rendite sicherer Bundesanleihen liege und damit unterstelle, Gasnetzbetreiber könnten sich günstiger finanzieren als der Bund selbst. Die tatsächlichen Fremdkapitalkosten lägen je nach Jahr bis zu 1,6 Prozentpunkte darüber. 

„Eine Verzinsung unterhalb der tatsächlichen Finanzierungskosten lässt sich betriebswirtschaftlich nicht tragen. Investitionen in Netze, Resilienz und Transformation wären dann nicht mehr darstellbar“, so FNB-Gas-Vorstandsvorsitzender Matthias Jenn. Zudem kritisiert der Verband eine Ungleichbehandlung von Gas- und Stromnetzbetreibern: Unterschiedliche Festlegungszeitpunkte führten zu unterschiedlichen Kapitalmarktdaten. Der Zeitpunkt müsse so gewählt werden, dass die Kapitalmarktentwicklung des vollständigen Jahres 2026 einfließe – wie bei den Stromnetzen auch, so Fischer. 

EnBW warnt vor Signalwirkung für die Stromnetze 

Kritik kommt auch von der EnBW. Aus Sicht des baden-württembergischen Energiekonzerns bildet der vorgesehene WACC von 3,76 Prozent für die fünfte Regulierungsperiode der Gasnetze ab 2028 weder die aktuellen Kapitalmarktbedingungen noch den erheblichen Investitionsbedarf in die Energieinfrastruktur ausreichend ab. 

„Wir bedauern es, dass die Bundesnetzagentur ihre Gestaltungsmöglichkeiten nicht ausgenutzt hat, um ein klares Signal für die Stärkung von Investitionen in Energieinfrastruktur zu setzen“, betont Dirk Güsewell, Vorstand für Systemkritische Infrastruktur und Kunden bei der EnBW. Die Entscheidung betreffe zunächst nur die Gasnetze, wirke aber weiter: Der Entwurf wende erstmals die neue WACC-Methodik praktisch an und setze damit einen wichtigen Orientierungsrahmen für künftige Investitionen in die Energieinfrastruktur – auch für die Stromnetze, wo der Investitionsbedarf besonders hoch sei. Die zurückhaltende Auslegung nähre Zweifel, ob die Regulierung Energiewende und Kapitalmarkterwartungen ausreichend in Einklang bringen werde, so Güsewell. 

FNB Gas ist der Zusammenschluss der überregionalen deutschen Fernleitungsnetzbetreiber, die gemeinsam ein rund 40.000 Kilometer langes Erdgas-Leitungsnetz betreiben und das rund 9.000 Kilometer lange Wasserstoff-Kernnetz errichten. Der Verband koordiniert die integrierte Netzentwicklungsplanung für Gas und Wasserstoff und unterstützt seine Mitglieder bei regulatorischen Aufgaben. (gd)

Dienstag, 15.09.2026, 13:29 Uhr
Günter Drewnitzky
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Absenken des Rohrstrangs der Süddeutschen Erdgasleitung (SEL), mit der die neuen Gaskraftwerke versorgt werden sollen. Quelle: Terranets BW
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FNB Gas fordert höhere Kapitalverzinsung
Die Gasfernleitungsbetreiber (FNB) halten den WACC-Entwurf der Bundesnetzagentur für nicht sachgerecht und fordern 5,51 Prozent. Auch die EnBW übt Kritik. 
Der Verband FNB Gas geht den Entwurf der Bundesnetzagentur zur künftigen Kapitalverzinsung der Gasnetze scharf an. Er hält die vorgeschlagene Kapitalverzinsung (WACC) für nicht ausreichend, um die tatsächlichen Finanzierungskosten zu decken – und sieht dadurch das Vertrauen der Investoren in das deutsche Regulierungssystem gefährdet. 

„Die Festlegung enthält mehrere gutachterlich nachgewiesene Umsetzungsfehler der Methodenfestlegung und verfehlt die Realität an den Kapitalmärkten“, erklärte FNB-Gas-Geschäftsführerin Barbara Fischer in einer Pressemitteilung. Sie fordert eine kapitalmarktgerechte Anpassung auf 5,51 Prozent. 

Verband sieht methodische Fehler und Unterdeckung

Die FNB verweisen auf immer weitere Aufgaben neben der Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei niedrigen Speicherfüllständen, etwa das Anschließen neuer Gaskraftwerkskapazitäten, den Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes oder gestiegene Sicherheitsanforderungen. All das erfordere erhebliche, über privates Kapital zu finanzierende Investitionen. 

Der von der Bundesnetzagentur vorgeschlagene WACC von lediglich 3,76 Prozent sei methodisch nicht tragfähig hergeleitet: Bei korrekter Anwendung der behördeneigenen Methodik ergebe sich ein Satz von 4,79 Prozent, unter Berücksichtigung aktueller Kapitalmarktdaten seien es 5,51 Prozent. Besonders kritisch sei die zugrunde gelegte Fremdkapitalverzinsung von nur 2,43 Prozent, die unter der Rendite sicherer Bundesanleihen liege und damit unterstelle, Gasnetzbetreiber könnten sich günstiger finanzieren als der Bund selbst. Die tatsächlichen Fremdkapitalkosten lägen je nach Jahr bis zu 1,6 Prozentpunkte darüber. 

„Eine Verzinsung unterhalb der tatsächlichen Finanzierungskosten lässt sich betriebswirtschaftlich nicht tragen. Investitionen in Netze, Resilienz und Transformation wären dann nicht mehr darstellbar“, so FNB-Gas-Vorstandsvorsitzender Matthias Jenn. Zudem kritisiert der Verband eine Ungleichbehandlung von Gas- und Stromnetzbetreibern: Unterschiedliche Festlegungszeitpunkte führten zu unterschiedlichen Kapitalmarktdaten. Der Zeitpunkt müsse so gewählt werden, dass die Kapitalmarktentwicklung des vollständigen Jahres 2026 einfließe – wie bei den Stromnetzen auch, so Fischer. 

EnBW warnt vor Signalwirkung für die Stromnetze 

Kritik kommt auch von der EnBW. Aus Sicht des baden-württembergischen Energiekonzerns bildet der vorgesehene WACC von 3,76 Prozent für die fünfte Regulierungsperiode der Gasnetze ab 2028 weder die aktuellen Kapitalmarktbedingungen noch den erheblichen Investitionsbedarf in die Energieinfrastruktur ausreichend ab. 

„Wir bedauern es, dass die Bundesnetzagentur ihre Gestaltungsmöglichkeiten nicht ausgenutzt hat, um ein klares Signal für die Stärkung von Investitionen in Energieinfrastruktur zu setzen“, betont Dirk Güsewell, Vorstand für Systemkritische Infrastruktur und Kunden bei der EnBW. Die Entscheidung betreffe zunächst nur die Gasnetze, wirke aber weiter: Der Entwurf wende erstmals die neue WACC-Methodik praktisch an und setze damit einen wichtigen Orientierungsrahmen für künftige Investitionen in die Energieinfrastruktur – auch für die Stromnetze, wo der Investitionsbedarf besonders hoch sei. Die zurückhaltende Auslegung nähre Zweifel, ob die Regulierung Energiewende und Kapitalmarkterwartungen ausreichend in Einklang bringen werde, so Güsewell. 

FNB Gas ist der Zusammenschluss der überregionalen deutschen Fernleitungsnetzbetreiber, die gemeinsam ein rund 40.000 Kilometer langes Erdgas-Leitungsnetz betreiben und das rund 9.000 Kilometer lange Wasserstoff-Kernnetz errichten. Der Verband koordiniert die integrierte Netzentwicklungsplanung für Gas und Wasserstoff und unterstützt seine Mitglieder bei regulatorischen Aufgaben. (gd)

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