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Das EWI erwartet bei wachsender Nutzung von Gasheizungen einen deutlichen Anstieg der Biomethannachfrage. Ab 2040 könnten Angebot und Nachfrage in Europa auseinanderfallen.
Der Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) eröffnet neuen Gasheizungen langfristig eine Perspektive. Voraussetzung ist die Einhaltung der „Biotreppe“, die einen steigenden Anteil biogener Gase vorschreibt. Nach einer Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) könnte diese Regelung jedoch zu einer deutlich steigenden Nachfrage nach Biomethan führen, die das verfügbare Angebot in Europa übersteigen könnte, teilte das EWI mit.
Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass Biomethan nicht ausschließlich auf dem deutschen Markt verfügbar ist. Das Gas wird in das europäische Erdgasnetz eingespeist und über Herkunftsnachweise bilanziell gehandelt. Deshalb hänge die Preisentwicklung nicht allein von der Nachfrage in Deutschland, sondern vom Verhältnis zwischen europäischem Angebot und Nachfrage ab.
Für die Untersuchung analysierte das EWI vier Nachfrageszenarien bis 2045. Entscheidend sind dabei die künftigen Installationsraten neuer Gasheizungen sowie die gesetzlich vorgegebenen Biomethanquoten für Neu- und Bestandsanlagen.
Nachfrage hängt von Heizungsmarkt und Biotreppe ab
„Wenn das europäische Biomethan-Potenzial auf heutigem Niveau stagniert, würde der Preisdruck ab 2040 signifikant steigen“, sagt Philipp Theile, der die Analyse gemeinsam mit Tobias Leibfritz und Michael Moritz erstellt hat. Ab dem Jahr 2040 würde dies in allen betrachteten Nachfrageszenarien zu Knappheitspreisen führen.
In Zahlen ausgedrückt: Bleibt der Einbau neuer Gasheizungen auf dem heutigen Niveau und steigt der vorgeschriebene Biomethananteil bis 2045 auf 100 Prozent, könnte der Biomethanbedarf des deutschen Gebäudesektors auf knapp 200 Milliarden kWh anwachsen. Wird dagegen verstärkt auf Wärmepumpen gesetzt und bleiben die derzeit diskutierten Bioquoten bestehen, erwarten die Autoren lediglich eine Nachfrage von knapp 40 Milliarden kWh. Zum Vergleich: Der gesamte europäische Verbrauch von Biogas und Biomethan lag 2023 bei rund 215 Milliarden kWh.
Auf der Angebotsseite betrachtet das EWI zwei Entwicklungen. Im ersten Szenario bleibt das europäische Biomethanpotenzial mit 510 Milliarden kWh auf dem heutigen Niveau. Im zweiten Szenario wächst es entsprechend einer Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) bis 2050 um 40 Prozent auf rund 714 Milliarden kWh.
Knappheit könnte Preise steigen lassen
Nach Einschätzung der Autoren würde ein stagnierendes Biomethanangebot ab etwa 2040 in allen untersuchten Nachfrageszenarien zu einer Knappheit führen. In diesem Fall könnte die Nachfrage das verfügbare Angebot übersteigen. Die Folge wären deutliche Preissteigerungen für Biomethan und damit auch höhere Endverbraucherpreise für Gas.
Das EWI geht davon aus, dass sich Gaspreise in einer solchen Knappheitssituation je nach Nachfrageentwicklung vervielfachen könnten. Dadurch könnte der Austausch bestehender Gasheizungen wirtschaftlich attraktiver werden, noch bevor diese ihre technische Lebensdauer erreicht haben. Wächst das europäische Biomethanangebot dagegen wie im optimistischen Szenario angenommen, ließen sich Engpässe und starke Preissteigerungen vermeiden.
Die Untersuchung entstand im Rahmen der Publikation „Biomethan im deutschen Gebäudesektor“. Gefördert wurde sie durch die Förderinitiative Wärmewende der Gesellschaft zur Förderung des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln.
Donnerstag, 25.06.2026, 10:08 Uhr
Heidi Roider
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