Auf der Suche: OB Harmut Holzwarth (li.) und Geschäftsführer Jochen Mulfinger. Quelle: SWW
Der Rauswurf bleibt nicht unwidersprochen. Auf seine Entlassung hat der frühere technische Geschäftsführer der Stadtwerke Winnenden nun mit einer Klage beim Arbeitsgericht reagiert.
Eine karge Pressemitteilung verkündete am 8. Dezember vergangenen Jahres das Karriere-Ende von Martin Leidig bei den Stadtwerken Winnenden. Die baden-württembergische Kommune als Mutter des Versorgers teilte mit wenigen Worten die Trennung vom technischen Geschäftsführer mit. Das ist gleichwohl nicht das letzte Wort in der Angelegenheit.
Denn nun liegt beim zuständigen Arbeitsgericht in der Landeshauptstadt Stuttgart die Klage Leidigs (früherer Nachname: Häfele) vor, mit der er sich gegen seine am 4. Dezember erfolgte Abberufung durch den Aufsichtsrat zur Wehr setzt. Wie es auf Anfrage dieser Redaktion vom Arbeitsgericht weiter heißt, gebe es zunächst einen obligatorischen Gütetermin, der im Februar am Amtsgericht Waiblingen stattfinden soll.
Die Stadtwerke bestätigen auf Anfrage dieser Redaktion, von der Klage Kenntnis zu haben. Aktuell wollten beide Seiten „zuvorderst einvernehmlich“ die offenen Punkte beilegen.
Das abrupte Aus des technischen Geschäftsführers nach etwas mehr als drei Jahren im Amt hatten Stadt und Stadtwerke in der Mitteilung damit begründet, für „die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens frische Impulse in der technischen Geschäftsführung“ zu benötigen (wir berichteten).
In der Zwischenzeit hat der Energieversorger in der 30.000-Einwohner-Kommune die Nachfolgesuche eingeleitet und so gut wie abgeschlossen. Ausgeschrieben ist die Stelle für eine technische Prokuristin oder einen technischen Prokuristen. Die Anstellung soll nach maximal zwei Jahren dazu führen, die vakante Position der technischen Geschäftsführung übernehmen zu können, heißt es auf der Website der Stadtwerke.
Die Sprecherin der Stadtwerke erklärt dazu, es seien bereits Kandidaten in der Endauswahl angelangt. Diese hätten sich Ende Januar dem Aufsichtsrat präsentiert. Ein Arbeitsvertrag sei in Vorbereitung.
Die Stadtwerke Winnenden verfügen nach eigenen Angaben über etwa 80 Mitarbeitende und kommen mit Strom, Gas, Wärme, Wasser und Bäder auf einen Jahresumsatz von rund 20 Millionen Euro. Die Geschäftsführung liegt bis zu einer Nachbesetzung des technischen Chefpostens allein in Händen von Jochen Mulfinger.
Montag, 2.02.2026, 15:32 Uhr
Volker Stephan
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