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Energie & Management > Windkraft Offshore - Dünne Erklärung nach Rotorblattbruch
Das Kontrollboot schleppt das Rotorblatt zum Einsatzschiff. Quelle: Bundespolizeiinspektion See Cuxhaven
Windkraft Offshore

Dünne Erklärung nach Rotorblattbruch

Zwei Wochen nach dem Bruch eines Rotorblattes im Nordsee-Windpark He Dreiht zeigt sich der Anlagenhersteller wortkarg.
Die Trümmer sind aus der Nordsee gefischt, Schiffe haben wieder freie Fahrt. Doch in Aarhus und in Karlsruhe ist das Malheur noch längst nicht abgehakt. Und weder der dänische Windkraftanlagen-Hersteller Vestas noch der Windparkbetreiber EnBW äußern sich näher zu dem Vorfall (wir berichteten). Nach Erkenntnissen über die Ursache des Rotorblatt-Bruches gefragt, teilte EnBW Ende Juli mit: „Bei Fragen wenden Sie sich entsprechend an den Hersteller Vestas.“

Vestas erklärte am 3. August lapidar: „Am 22. Juli kam es während des Betriebs einer Vestas-Windenergieanlage zu einem Vorfall mit einem Rotorblatt. Gemeinsam mit dem Kunden haben wir eine Untersuchung zur Ermittlung der Ursache des Vorfalls eingeleitet sowie Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu begrenzen und die Windenergieanlage wieder in Betrieb zu nehmen.“

Wie wirkt sich der Unfall auf den Fortgang der Arbeiten an He Dreiht aus? Sind zusätzliche Überprüfungen an Rotorblättern erforderlich? Kann der Windpark wie bisher terminlich geplant in Betrieb gehen? Dazu äußerte sich Vestas nicht. Eine EnBW-Sprecherin betonte, dass die Anlagen in He Dreiht von Seiten des Energiekonzerns „noch nicht abgenommen wurden“.

Das 20 Meter lange und zwei Meter breite Bruchstück trieb bis 27. Juli im Wasser und stellte nach Angaben der Bundespolizei ein erhebliches Risiko für die Seeschifffahrt zwischen den EnBW-Windparks He Dreiht und Hohe See dar. Das Rotorteil sei knapp unter der Wasseroberfläche geschwommen und somit schwer erkennbar gewesen. Ein Schiff der Polizei lenkte den Schiffverkehr um und hievte das Hindernis, nachdem es im Wasser zersägt worden war, an Bord.

Unterschiedliche Ursachen

Rotorblattbrüche gelten als selten. Im Sommer 2024 etwa kam es zum Rotorbruch im US-Windpark Vineyard vor der Küste Massachusetts. Der Vorfall führte zu einem vorübergehenden Baustopp und umfangreichen Untersuchungen. Primäre Ursache soll eine Abweichung im Fertigungsprozess des Rotorblatts gewesen sein, Knackpunkt dem Vernehmen nach die Verklebung. Ein anderer Unfall ereignete sich Sommer 2024 im Offshore-Windpark Dogger-Bank vor der Nordostküste Englands. Laut Hersteller kam es zu dem Bruch, weil die Windkraftanlage während der Inbetriebnahme in einer festen und statischen Position belassen wurde, wodurch sie bei einem anschließenden Sturm mit starken Winden anfällig war.

In Deutschland gab es Anfang Januar dieses Jahres einen Rotorbruch in einem Windpark am Tagebau Garzweiler. Im März riss ein 15 Tonnen schweres Rotorblatt von einer Windkraftanlage in Berching in der Oberpfalz ab.

He Dreiht soll ab Herbst 2026 mit 64 Windkraftanlagen rechnerisch 1,1 Millionen Haushalte versorgen. Der Windpark liegt rund 90 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum und 110 Kilometer westlich von Helgoland. Die Anlagen sind vom Typ Vestas V236-15 mit einer Leistung von jeweils 15 MW, was eine installierte Gesamtleistung von 960 MW bedeutet. Die Nabenhöhe beträgt laut EnBW 142 Meter, der Rotordurchmesser 236 Meter. (mf)

Dienstag, 4.08.2026, 09:20 Uhr
Manfred Fischer
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Das Kontrollboot schleppt das Rotorblatt zum Einsatzschiff. Quelle: Bundespolizeiinspektion See Cuxhaven
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Dünne Erklärung nach Rotorblattbruch
Zwei Wochen nach dem Bruch eines Rotorblattes im Nordsee-Windpark He Dreiht zeigt sich der Anlagenhersteller wortkarg.
Die Trümmer sind aus der Nordsee gefischt, Schiffe haben wieder freie Fahrt. Doch in Aarhus und in Karlsruhe ist das Malheur noch längst nicht abgehakt. Und weder der dänische Windkraftanlagen-Hersteller Vestas noch der Windparkbetreiber EnBW äußern sich näher zu dem Vorfall (wir berichteten). Nach Erkenntnissen über die Ursache des Rotorblatt-Bruches gefragt, teilte EnBW Ende Juli mit: „Bei Fragen wenden Sie sich entsprechend an den Hersteller Vestas.“

Vestas erklärte am 3. August lapidar: „Am 22. Juli kam es während des Betriebs einer Vestas-Windenergieanlage zu einem Vorfall mit einem Rotorblatt. Gemeinsam mit dem Kunden haben wir eine Untersuchung zur Ermittlung der Ursache des Vorfalls eingeleitet sowie Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu begrenzen und die Windenergieanlage wieder in Betrieb zu nehmen.“

Wie wirkt sich der Unfall auf den Fortgang der Arbeiten an He Dreiht aus? Sind zusätzliche Überprüfungen an Rotorblättern erforderlich? Kann der Windpark wie bisher terminlich geplant in Betrieb gehen? Dazu äußerte sich Vestas nicht. Eine EnBW-Sprecherin betonte, dass die Anlagen in He Dreiht von Seiten des Energiekonzerns „noch nicht abgenommen wurden“.

Das 20 Meter lange und zwei Meter breite Bruchstück trieb bis 27. Juli im Wasser und stellte nach Angaben der Bundespolizei ein erhebliches Risiko für die Seeschifffahrt zwischen den EnBW-Windparks He Dreiht und Hohe See dar. Das Rotorteil sei knapp unter der Wasseroberfläche geschwommen und somit schwer erkennbar gewesen. Ein Schiff der Polizei lenkte den Schiffverkehr um und hievte das Hindernis, nachdem es im Wasser zersägt worden war, an Bord.

Unterschiedliche Ursachen

Rotorblattbrüche gelten als selten. Im Sommer 2024 etwa kam es zum Rotorbruch im US-Windpark Vineyard vor der Küste Massachusetts. Der Vorfall führte zu einem vorübergehenden Baustopp und umfangreichen Untersuchungen. Primäre Ursache soll eine Abweichung im Fertigungsprozess des Rotorblatts gewesen sein, Knackpunkt dem Vernehmen nach die Verklebung. Ein anderer Unfall ereignete sich Sommer 2024 im Offshore-Windpark Dogger-Bank vor der Nordostküste Englands. Laut Hersteller kam es zu dem Bruch, weil die Windkraftanlage während der Inbetriebnahme in einer festen und statischen Position belassen wurde, wodurch sie bei einem anschließenden Sturm mit starken Winden anfällig war.

In Deutschland gab es Anfang Januar dieses Jahres einen Rotorbruch in einem Windpark am Tagebau Garzweiler. Im März riss ein 15 Tonnen schweres Rotorblatt von einer Windkraftanlage in Berching in der Oberpfalz ab.

He Dreiht soll ab Herbst 2026 mit 64 Windkraftanlagen rechnerisch 1,1 Millionen Haushalte versorgen. Der Windpark liegt rund 90 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum und 110 Kilometer westlich von Helgoland. Die Anlagen sind vom Typ Vestas V236-15 mit einer Leistung von jeweils 15 MW, was eine installierte Gesamtleistung von 960 MW bedeutet. Die Nabenhöhe beträgt laut EnBW 142 Meter, der Rotordurchmesser 236 Meter. (mf)

Dienstag, 4.08.2026, 09:20 Uhr
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