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Energie & Management > KWK - Drei Gasmotoren lösen Kohle bei Hanauer Fernwärme ab
Im Heizkraftwerk: Michael Maxelon, Martin Giehl, Martina Butz und Claus Kaminsky. Quelle: Mainova AG
KWK

Drei Gasmotoren lösen Kohle bei Hanauer Fernwärme ab

Drei wasserstofffähige Gasmotoren haben auf dem Gelände der ehemaligen Großauheim-Kaserne in Hanau den Dauerbetrieb aufgenommen. Die KWK-Anlage ersetzt das Kohlekraftwerk Staudinger.
Das neue Gemeinschaftskraftwerk (GKH) der Stadtwerke Hanau GmbH und der Mainova AG auf dem Gelände der ehemaligen Großauheim-Kaserne in Hanau ist nun im Dauerbetrieb, teilten die Versorger am 21. September mit. Die von den Stadtwerken Hanau und Mainova errichtete Anlage erzeugt mit drei Gasmotoren Strom und Fernwärme. Nach Angaben der Betreiber versorgt das Kraftwerk knapp 20.000 Haushalte in Hanau und Großkrotzenburg mit Wärme. Damit übernimmt es die Wärmelieferung, die zuvor das Kraftwerk Staudinger übernommen hatte.

Die drei installierten Blockheizkraftwerke verfügen jeweils über rund 10 MW thermische und 10 MW elektrische Leistung. Das GKH kommt damit auf 30 MW thermische und 30 MW elektrische Leistung. Den erzeugten Strom speisen die Betreiber in das lokale Netz ein. Zwei Heißwasserkessel mit jeweils 8 MW dienen als Reserve. Hinzu kommen zwei Druckwärmespeicher mit einer thermischen Leistung von zusammen rund 40 MW sowie drei Fernwärmepumpen. 

„Durch die enge Zusammenarbeit haben wir den vorzeitigen Kohleausstieg erfolgreich in Hanau umgesetzt und die Wärmeversorgung der Stadt langfristig gesichert“, sagte Mainova-Vorstand Martin Giehl. Zum Bau und Betrieb des gemeinsamen Kraftwerks wurde 2021 die Gemeinschaftskraftwerk Hanau GmbH & Co. KG gegründet. An dieser sind die Mainova zu 50,1 Prozent und die Stadtwerke zu 49,9 Prozent beteiligt. 

Nach Angaben der Stadtwerke und Mainova sinken die CO2-Emissionen der Hanauer Fernwärme durch den Brennstoffwechsel und die neue Erzeugungstechnik um 40 Prozent. Die Unternehmen beziffern die Einsparung auf rund 45.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Das Kraftwerk erreicht nach Angaben der Betreiber einen Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent. Die Motoren sind nach Angaben der Unternehmen für einen späteren Einsatz von Wasserstoff ausgelegt. Voraussetzung für einen solchen Brennstoffwechsel bleibt allerdings, dass grüner Wasserstoff in ausreichender Menge verfügbar ist. Einen Zeitpunkt für die Umstellung nennen die Unternehmen nicht.

Abwärme aus Rechenzentrum vorgesehen

Die Betreiber wollen die Wärmeversorgung in weiteren Schritten verändern. Geplant ist, Abwärme aus einem benachbarten Rechenzentrum in das Versorgungskonzept einzubinden. Dadurch soll der Einsatz von Brennstoffen im Gemeinschaftskraftwerk sinken. Angaben zur verfügbaren Abwärmeleistung, zum geplanten Anteil an der Fernwärmeerzeugung oder zum Zeitpunkt der Einbindung enthält die Mitteilung nicht.

Langfristig sehen die Stadtwerke Hanau und die Mainova außerdem den Einsatz von grünem Wasserstoff vor. Das Konzept folgt damit einem mehrstufigen Ansatz: Auf den Wechsel von Kohle zu Erdgas sollen die Nutzung von Abwärme und schließlich der Einsatz von Wasserstoff folgen. Wie sich der Brennstoffbedarf und die CO2-Emissionen in diesen Stufen entwickeln sollen, beziffern die Unternehmen bislang nicht.

„Zusätzlichen Solarstrom produziert eine 240-Kilowatt-Photovoltaikanlage, deren Module sich auf dem Dach sowie der Süd- und Westfassade des Kraftwerks befinden“, ergänzte Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Den dort erzeugten Strom nutzt das GKH nach Angaben der Betreiber für den Eigenbedarf.

„Hanaus erster Photovoltaikpark mit einer Leistung von 10 Megawatt und das neue Umspannwerk unserer Tochter Hanau Netz, beide in unmittelbarer Nachbarschaft, runden das innovative Energiekonzept ab“, sagte Stadtwerke Hanau-Geschäftsführerin Martina Butz. Diese Anlagen gehören zum Energiekonzept am Standort, sind jedoch von der Strom- und Wärmeerzeugung des Gemeinschaftskraftwerks zu unterscheiden. (hr)

Montag, 21.09.2026, 15:12 Uhr
Heidi Roider
Energie & Management > KWK - Drei Gasmotoren lösen Kohle bei Hanauer Fernwärme ab
Im Heizkraftwerk: Michael Maxelon, Martin Giehl, Martina Butz und Claus Kaminsky. Quelle: Mainova AG
KWK
Drei Gasmotoren lösen Kohle bei Hanauer Fernwärme ab
Drei wasserstofffähige Gasmotoren haben auf dem Gelände der ehemaligen Großauheim-Kaserne in Hanau den Dauerbetrieb aufgenommen. Die KWK-Anlage ersetzt das Kohlekraftwerk Staudinger.
Das neue Gemeinschaftskraftwerk (GKH) der Stadtwerke Hanau GmbH und der Mainova AG auf dem Gelände der ehemaligen Großauheim-Kaserne in Hanau ist nun im Dauerbetrieb, teilten die Versorger am 21. September mit. Die von den Stadtwerken Hanau und Mainova errichtete Anlage erzeugt mit drei Gasmotoren Strom und Fernwärme. Nach Angaben der Betreiber versorgt das Kraftwerk knapp 20.000 Haushalte in Hanau und Großkrotzenburg mit Wärme. Damit übernimmt es die Wärmelieferung, die zuvor das Kraftwerk Staudinger übernommen hatte.

Die drei installierten Blockheizkraftwerke verfügen jeweils über rund 10 MW thermische und 10 MW elektrische Leistung. Das GKH kommt damit auf 30 MW thermische und 30 MW elektrische Leistung. Den erzeugten Strom speisen die Betreiber in das lokale Netz ein. Zwei Heißwasserkessel mit jeweils 8 MW dienen als Reserve. Hinzu kommen zwei Druckwärmespeicher mit einer thermischen Leistung von zusammen rund 40 MW sowie drei Fernwärmepumpen. 

„Durch die enge Zusammenarbeit haben wir den vorzeitigen Kohleausstieg erfolgreich in Hanau umgesetzt und die Wärmeversorgung der Stadt langfristig gesichert“, sagte Mainova-Vorstand Martin Giehl. Zum Bau und Betrieb des gemeinsamen Kraftwerks wurde 2021 die Gemeinschaftskraftwerk Hanau GmbH & Co. KG gegründet. An dieser sind die Mainova zu 50,1 Prozent und die Stadtwerke zu 49,9 Prozent beteiligt. 

Nach Angaben der Stadtwerke und Mainova sinken die CO2-Emissionen der Hanauer Fernwärme durch den Brennstoffwechsel und die neue Erzeugungstechnik um 40 Prozent. Die Unternehmen beziffern die Einsparung auf rund 45.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Das Kraftwerk erreicht nach Angaben der Betreiber einen Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent. Die Motoren sind nach Angaben der Unternehmen für einen späteren Einsatz von Wasserstoff ausgelegt. Voraussetzung für einen solchen Brennstoffwechsel bleibt allerdings, dass grüner Wasserstoff in ausreichender Menge verfügbar ist. Einen Zeitpunkt für die Umstellung nennen die Unternehmen nicht.

Abwärme aus Rechenzentrum vorgesehen

Die Betreiber wollen die Wärmeversorgung in weiteren Schritten verändern. Geplant ist, Abwärme aus einem benachbarten Rechenzentrum in das Versorgungskonzept einzubinden. Dadurch soll der Einsatz von Brennstoffen im Gemeinschaftskraftwerk sinken. Angaben zur verfügbaren Abwärmeleistung, zum geplanten Anteil an der Fernwärmeerzeugung oder zum Zeitpunkt der Einbindung enthält die Mitteilung nicht.

Langfristig sehen die Stadtwerke Hanau und die Mainova außerdem den Einsatz von grünem Wasserstoff vor. Das Konzept folgt damit einem mehrstufigen Ansatz: Auf den Wechsel von Kohle zu Erdgas sollen die Nutzung von Abwärme und schließlich der Einsatz von Wasserstoff folgen. Wie sich der Brennstoffbedarf und die CO2-Emissionen in diesen Stufen entwickeln sollen, beziffern die Unternehmen bislang nicht.

„Zusätzlichen Solarstrom produziert eine 240-Kilowatt-Photovoltaikanlage, deren Module sich auf dem Dach sowie der Süd- und Westfassade des Kraftwerks befinden“, ergänzte Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Den dort erzeugten Strom nutzt das GKH nach Angaben der Betreiber für den Eigenbedarf.

„Hanaus erster Photovoltaikpark mit einer Leistung von 10 Megawatt und das neue Umspannwerk unserer Tochter Hanau Netz, beide in unmittelbarer Nachbarschaft, runden das innovative Energiekonzept ab“, sagte Stadtwerke Hanau-Geschäftsführerin Martina Butz. Diese Anlagen gehören zum Energiekonzept am Standort, sind jedoch von der Strom- und Wärmeerzeugung des Gemeinschaftskraftwerks zu unterscheiden. (hr)

Montag, 21.09.2026, 15:12 Uhr
Heidi Roider

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