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Der europäische Batteriespeichermarkt ist 2025 um 48 Prozent gewachsen. Deutschland und UK sind noch die dominierenden Märkte.
Mit 36 GWh neu installierter Batteriespeicherkapazität hat Europa 2025 das zwölfte Rekordjahr in Folge ein Wachstum zu verzeichnen. Gegenüber dem Vorjahr legte der Markt um 48 Prozent zu. Damit überschritt die insgesamt operative Speicherkapazität erstmals die Marke von 100 GWh. Das geht aus dem „European Battery Market Outlook 2026–2030“ von Solarpower Europe hervor.
Den Angaben zufolge wurde das Wachstum vor allem durch Großspeicher getragen. Sie stellten 2025 erstmals mehr als die Hälfte der neu installierten Kapazität und lösten damit den bislang dominierenden Heimspeichermarkt als wichtigsten Wachstumstreiber ab. Als Gründe nennt die Studie den steigenden Flexibilitätsbedarf der Stromsysteme, sinkende Technologiekosten, bessere Erlösmöglichkeiten durch die Kombination verschiedener Vermarktungsmodelle sowie die zunehmende Kopplung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit Batteriespeichern.
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Führende Speichermärkte in Europa (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken) Quelle: Solarpower Europe |
Auch wenn die Entwicklung in die richtige Richtung gehe, hält Solarpower-Europe-Geschäftsführerin Walburga Hemetsberger die Entwicklung noch für zu langsam. Die EU habe mit dem Ziel von 200 GW Speicherkapazität bis 2030 einen wichtigen Rahmen gesetzt. Um dieses Ziel zu erreichen, seien jedoch deutlich schnellere Fortschritte und geeignete politische Rahmenbedingungen erforderlich.
Für 2026 erwartet Solarpower Europe einen weiteren Wachstumsschub. Die jährlichen Neuinstallationen sollen erstmals die Marke von 50 GWh überschreiten und bis 2030 auf 138 GWh steigen. Für die EU-27 prognostiziert die Studie einen Anstieg der installierten Batteriespeicherkapazität auf rund 470 GWh. Nach Einschätzung der Autoren reicht dies dennoch nicht aus, um den Speicherbedarf eines weitgehend erneuerbaren Energiesystems vollständig zu decken. Dafür wären bis zum Ende des Jahrzehnts rund 600 GWh erforderlich.
Deutschland blieb 2025 mit 6,6 GWh neu installierter Speicherkapazität der größte Batteriespeichermarkt Europas, auch wenn das Wachstum mit 2 Prozent gegenüber UK (um 64 Prozent auf 5,2
GWh) vergleichsweise gering ausfiel. Nach Angaben der Studie ging der Absatz von Heimspeichern erneut zurück.
Dagegen gewann der Markt für Großspeicher deutlich an Dynamik und verdoppelte seine neu installierte Kapazität gegenüber dem Vorjahr. Großspeicher erreichten einen Anteil von 25 Prozent an den jährlichen Neuinstallationen. Als Wachstumsimpulse nennt Solarpower Europe unter anderem den zunehmenden Bedarf an Netzflexibilität sowie den Ausbau großer Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeichern.
Neben Deutschland behaupteten Großbritannien und Italien ihre Spitzenplätze im europäischen Markt. Gleichzeitig verbreite sich der Speicherausbau zunehmend auf weitere Länder. Erstmals schafften es mit der Ukraine und Bulgarien zwei neue Märkte unter die fünf größten europäischen Batteriespeichermärkte. Nach Einschätzung der Autoren unterstreiche dies die wachsende Bedeutung von Batteriespeichern für Versorgungssicherheit und Netzstabilität.
Langfristig erwarten die Studienautoren einen grundlegenden Wandel der Marktstruktur. Bereits 2026 sollen Großspeicher die größte installierte Speicherkategorie bilden. Bis 2030 könnten sie rund zwei Drittel der gesamten Batteriespeicherkapazität Europas stellen und damit eine zentrale Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien übernehmen. Heimspeicher würden zwar weiter zulegen, ihr Anteil am Gesamtmarkt werde jedoch deutlich sinken.
Um den Ausbau zu beschleunigen, fordert Solarpower Europe einen europäischen Aktionsplan für Batteriespeicher. Dieser solle Genehmigungs- und Netzanschlussverfahren vereinfachen, Batteriespeichern diskriminierungsfreien Zugang zu den Strommärkten verschaffen, verlässliche Investitionsbedingungen schaffen sowie den Einsatz europäischer Förderinstrumente ausweiten.
Aus Sicht des Verbands sind diese Maßnahmen erforderlich, damit Speicher ihren Beitrag zur Versorgungssicherheit, zur Integration erneuerbarer Energien und zur Dekarbonisierung des Energiesystems leisten können.
Donnerstag, 25.06.2026, 16:41 Uhr
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