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Energie & Management > Stromnetz - Baltic-German Powerlink in Planung
Quelle: Katia Meyer-Tien
Stromnetz

Baltic-German Powerlink in Planung

Deutschland, Lettland und Litauen haben in Paris eine Absichtserklärung für ein Ostsee-Stromprojekt unterzeichnet, das Netze und Offshore-Windparks verbinden soll.
Der geplante „Baltic-German PowerLink“ soll Deutschland, Lettland und Litauen miteinander vernetzen und zugleich Offshore-Windparks im Baltikum anbinden. Die Absichtserklärung wurde am Rande der Ministertagung der International Energy Agency (IEA) in Paris am 18. Februar unterzeichnet. Ziel sei es, die Versorgungssicherheit zu stärken, den Stromhandel zu erleichtern und erneuerbare Energien stärker in den europäischen Strommarkt zu integrieren, wie Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz mitteilte.

Die Absichtserklärung unterzeichneten Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sowie ihre Amtskollegen Zygimantas Vaiciunas aus Litauen und Kaspars Melnis aus Lettland. Laut Bundeswirtschaftsministerium sollen hybride Stromverbindungen mehrere Funktionen erfüllen: Sie dienen als Interkonnektoren für den grenzüberschreitenden Handel und gleichzeitig als Netzanschluss für Offshore-Windparks. Dadurch könnten wettbewerbsfähige Strompreise und eine geringere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern erreicht werden.

Umsetzung durch die Netzbetreiber

Mit der Ausarbeitung eines technisch-wirtschaftlichen Umsetzungskonzepts wurden die Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz mit Sitz in Berlin, die lettische Augstsprieguma Tikls (AST) mit Sitz in Riga sowie Litgrid AB mit Sitz in Vilnius beauftragt. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen soll das Konzept bis zum Herbst vorliegen. Es bildet die Grundlage, um eine Förderung als Projekt von gemeinsamem Interesse der Europäischen Union (Project of Common Interest, PCI) zu beantragen.

Parallel wurde das Vorhaben für den europäischen Zehnjahres-Netzentwicklungsplan (Ten-Year Network Development Plan, TYNDP) eingereicht. In diesem Verfahren analysieren die europäischen Netzbetreiber unter anderem die Auswirkungen auf den Strombinnenmarkt, die Versorgungssicherheit sowie den möglichen Förderbedarf. Eine Entscheidung über die nächsten Entwicklungsschritte ist für Ende 2026 vorgesehen.

Nach bisherigen Studien der drei Netzbetreiber umfasst der Baltic-German Powerlink eine rund 600 Kilometer lange Seekabelverbindung zwischen Deutschland und einem Anlandepunkt entweder im Südwesten Lettlands oder im Nordwesten Litauens. Dort soll ein Stromdrehkreuz entstehen. Über diese Anlage könnten etwa 2.000 MW Offshore-Windleistung sowohl nach Deutschland als auch in die nationalen Höchstspannungsnetze der baltischen Staaten eingespeist werden.

Kontinentalen Markt erschließen

Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50 Hertz, erklärte die baltischen Staaten verfügten über das Potenzial, mehr Strom aus Windenergie an Land und auf See zu erzeugen, als sie selbst benötigten. Das Projekt könne Deutschland den Zugang zu kostengünstiger erneuerbarer Erzeugung ermöglichen und zugleich die Strommärkte der Region stärker an den kontinentaleuropäischen Markt anbinden.

Auch aus baltischer Sicht steht der Export im Fokus. Roland Irklis, Vorstandsvorsitzender von AST, verwies darauf, dass der Anteil erneuerbarer Energien in der regionalen Energiebilanz kontinuierlich steige. Prognosen zufolge könne die Ostseeregion in den kommenden Jahren vom Nettoimporteur zum Exporteur von Strom werden. Hybride Interkonnektoren ermöglichten dabei Stromflüsse in beide Richtungen und stärkten die Versorgungssicherheit.

Litgrid betont vor allem die Bedeutung für die Marktintegration. Strategiechef Paulius Kozlovas erklärte, eine leistungsfähige Leitung durch die Ostsee könne zu einem resilienteren europäischen Energiesystem beitragen. Vorrang habe nun eine präzise Festlegung der technischen und wirtschaftlichen Parameter, um fundierte Entscheidungen für die nächsten Projektphasen zu ermöglichen.

Der Baltic-German Powerlink ist Teil einer Reihe von Initiativen zur stärkeren grenzüberschreitenden Zusammenarbeit beim Ausbau der Offshore-Windenergie in der Ostsee. Laut Bundeswirtschaftsministerium sieht die Bundesregierung darin einen Beitrag zur Diversifizierung der Energieversorgung und zur Integration wachsender Mengen erneuerbarer Stromerzeugung in das europäische Netz.

Donnerstag, 19.02.2026, 13:57 Uhr
Susanne Harmsen
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Quelle: Katia Meyer-Tien
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Baltic-German Powerlink in Planung
Deutschland, Lettland und Litauen haben in Paris eine Absichtserklärung für ein Ostsee-Stromprojekt unterzeichnet, das Netze und Offshore-Windparks verbinden soll.
Der geplante „Baltic-German PowerLink“ soll Deutschland, Lettland und Litauen miteinander vernetzen und zugleich Offshore-Windparks im Baltikum anbinden. Die Absichtserklärung wurde am Rande der Ministertagung der International Energy Agency (IEA) in Paris am 18. Februar unterzeichnet. Ziel sei es, die Versorgungssicherheit zu stärken, den Stromhandel zu erleichtern und erneuerbare Energien stärker in den europäischen Strommarkt zu integrieren, wie Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz mitteilte.

Die Absichtserklärung unterzeichneten Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sowie ihre Amtskollegen Zygimantas Vaiciunas aus Litauen und Kaspars Melnis aus Lettland. Laut Bundeswirtschaftsministerium sollen hybride Stromverbindungen mehrere Funktionen erfüllen: Sie dienen als Interkonnektoren für den grenzüberschreitenden Handel und gleichzeitig als Netzanschluss für Offshore-Windparks. Dadurch könnten wettbewerbsfähige Strompreise und eine geringere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern erreicht werden.

Umsetzung durch die Netzbetreiber

Mit der Ausarbeitung eines technisch-wirtschaftlichen Umsetzungskonzepts wurden die Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz mit Sitz in Berlin, die lettische Augstsprieguma Tikls (AST) mit Sitz in Riga sowie Litgrid AB mit Sitz in Vilnius beauftragt. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen soll das Konzept bis zum Herbst vorliegen. Es bildet die Grundlage, um eine Förderung als Projekt von gemeinsamem Interesse der Europäischen Union (Project of Common Interest, PCI) zu beantragen.

Parallel wurde das Vorhaben für den europäischen Zehnjahres-Netzentwicklungsplan (Ten-Year Network Development Plan, TYNDP) eingereicht. In diesem Verfahren analysieren die europäischen Netzbetreiber unter anderem die Auswirkungen auf den Strombinnenmarkt, die Versorgungssicherheit sowie den möglichen Förderbedarf. Eine Entscheidung über die nächsten Entwicklungsschritte ist für Ende 2026 vorgesehen.

Nach bisherigen Studien der drei Netzbetreiber umfasst der Baltic-German Powerlink eine rund 600 Kilometer lange Seekabelverbindung zwischen Deutschland und einem Anlandepunkt entweder im Südwesten Lettlands oder im Nordwesten Litauens. Dort soll ein Stromdrehkreuz entstehen. Über diese Anlage könnten etwa 2.000 MW Offshore-Windleistung sowohl nach Deutschland als auch in die nationalen Höchstspannungsnetze der baltischen Staaten eingespeist werden.

Kontinentalen Markt erschließen

Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50 Hertz, erklärte die baltischen Staaten verfügten über das Potenzial, mehr Strom aus Windenergie an Land und auf See zu erzeugen, als sie selbst benötigten. Das Projekt könne Deutschland den Zugang zu kostengünstiger erneuerbarer Erzeugung ermöglichen und zugleich die Strommärkte der Region stärker an den kontinentaleuropäischen Markt anbinden.

Auch aus baltischer Sicht steht der Export im Fokus. Roland Irklis, Vorstandsvorsitzender von AST, verwies darauf, dass der Anteil erneuerbarer Energien in der regionalen Energiebilanz kontinuierlich steige. Prognosen zufolge könne die Ostseeregion in den kommenden Jahren vom Nettoimporteur zum Exporteur von Strom werden. Hybride Interkonnektoren ermöglichten dabei Stromflüsse in beide Richtungen und stärkten die Versorgungssicherheit.

Litgrid betont vor allem die Bedeutung für die Marktintegration. Strategiechef Paulius Kozlovas erklärte, eine leistungsfähige Leitung durch die Ostsee könne zu einem resilienteren europäischen Energiesystem beitragen. Vorrang habe nun eine präzise Festlegung der technischen und wirtschaftlichen Parameter, um fundierte Entscheidungen für die nächsten Projektphasen zu ermöglichen.

Der Baltic-German Powerlink ist Teil einer Reihe von Initiativen zur stärkeren grenzüberschreitenden Zusammenarbeit beim Ausbau der Offshore-Windenergie in der Ostsee. Laut Bundeswirtschaftsministerium sieht die Bundesregierung darin einen Beitrag zur Diversifizierung der Energieversorgung und zur Integration wachsender Mengen erneuerbarer Stromerzeugung in das europäische Netz.

Donnerstag, 19.02.2026, 13:57 Uhr
Susanne Harmsen

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