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Toyota steigt als dritter Gesellschafter beim Brennstoffzellenhersteller Cellcentric ein. Gemeinsam wollen die drei Eigentümer Systeme für schwere Nutzfahrzeuge industriell skalieren.
Das 2021 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Cellcentric bekommt voraussichtlich einen dritten Gesellschafter. Der japanische Fahrzeughersteller Toyota soll nach Abschluss der Transaktion neben Daimler Truck und der Volvo Group ein Drittel der Anteile halten. Die drei Konzerne haben dazu eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet, wie aus einer Mitteilung von Cellcentric hervorgeht. Einen Kaufpreis nennt das Unternehmen nicht.
Bislang gehört Cellcentric zu gleichen Teilen dem Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen und der schwedischen Volvo Group mit Hauptsitz in Göteborg. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet Brennstoffzellensysteme, vor allem für schwere Nutzfahrzeuge. Mehr als 560 Beschäftigte arbeiten nach Angaben von Cellcentric an Standorten in Kirchheim unter Teck, Esslingen, Stuttgart und im kanadischen Burnaby.
Die Vereinbarung folgt auf eine unverbindliche Absichtserklärung, die die Unternehmen Ende März 2026 unterzeichnet hatten. Der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen. Die Partner rechnen damit, die Transaktion gegen Ende 2026 oder Anfang 2027 abzuschließen.
Auch stationäre Stromerzeugung als mögliche Anwendung
Die drei Gesellschafter wollen nach eigenen Angaben die Brennstoffzellentechnik weiterentwickeln, die industrielle Fertigung skalieren und die Wettbewerbsfähigkeit von Cellcentric erhöhen. Im Mittelpunkt stehen Systeme für schwere Nutzfahrzeuge. Konkrete Angaben zu geplanten Investitionen, Fertigungsmengen oder zusätzlichen Produktionsstandorten enthält die Mitteilung nicht.
Cellcentric soll auch nach dem Einstieg Toyotas als unabhängiges Unternehmen geführt werden. Der Brennstoffzellenhersteller will seine Systeme weiterhin nicht nur für die drei Gesellschafter, sondern für ein breiteres Kundenspektrum anbieten. Neben dem schweren Straßengüterverkehr nennt das Unternehmen Reisebusse, Schienenfahrzeuge, schwere Arbeitsmaschinen, Offroad-Anwendungen und die stationäre Stromerzeugung als mögliche Einsatzfelder.
Daimler Truck, die Volvo Group und Toyota bleiben in ihren übrigen Geschäftsbereichen eigenständig und stehen dort weiterhin miteinander im Wettbewerb. Die Zusammenarbeit der Konzerne bleibt damit auf ihre Beteiligung an Cellcentric begrenzt.
Wasserstoffinfrastruktur im Blick
Die drei Konzerne wollen sich laut der Mitteilung zudem gemeinsam mit Verbänden und Unternehmen entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette für den Aufbau der Wasserstoffversorgung und der erforderlichen Infrastruktur einsetzen. Nähere Angaben zu Projekten, Standorten oder Zeitplänen machen sie nicht.
Für den Einsatz von Brennstoffzellen in schweren Nutzfahrzeugen benötigen Betreiber neben den Fahrzeugen ausreichend Wasserstoff und ein Netz geeigneter Tankstellen. Die Gesellschafter verbinden ihre Zusammenarbeit bei Cellcentric deshalb mit dem Ziel, ein entsprechendes Wasserstoff-Ökosystem aufzubauen. (ds)
Dienstag, 28.07.2026, 15:50 Uhr
Davina Spohn
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