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Energie & Management > Verband - Stabile Versorgungslage im Sommer erwartet
Quelle: Fotolia / Tom Bayer
Verband

Stabile Versorgungslage im Sommer erwartet

Die Stromversorgung in Deutschland und Mitteleuropa gilt für den Sommer als gesichert. Gleichzeitig wächst laut Energieausblick von Entso-E der Bedarf an Flexibilität im Stromsystem.
Der „European Network of Transmission System Operators for Electricity“ (Entso-E) erwartet für Deutschland und die meisten mitteleuropäischen Staaten im Sommer 2026 keine Versorgungsengpässe. In seinem aktuellen „Summer Outlook 2026“ sieht der Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber keine systemischen Risiken für Kontinentaleuropa. Herausforderungegn sieht er im weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien sowie bei Netzen, Speichern und dem grenzüberschreitenden Stromhandel.

Während Entso-E für Irland, Malta, Zypern und Moldau auf mögliche Risiken hinweist, bewertet der Verband die Versorgungslage in Deutschland und den Nachbarstaaten als stabil. Der europäische Strommarkt könne mögliche Engpässe durch den Verbund der Länder ausgleichen. Gleichzeitig beobachtet Entso-E die Lage im Nahen Osten aufmerksam. Für die Stromversorgung im Sommer erwartet der Verband trotz der Unsicherheiten rund um die Straße von Hormus keine unmittelbaren Folgen.

Der Bericht zeigt zugleich, wie stark sich die europäische Stromerzeugung innerhalb eines Jahres verändert hat. Europaweit kamen seit dem vergangenen Sommer mehr als 90.000 MW neue erneuerbare Erzeugungsleistung hinzu. Den größten Anteil daran hat die Photovoltaik. Die installierte Solarleistung wuchs nach Angaben von Entso-E innerhalb eines Jahres um 22 Prozent.
 
Der „Summer Outlook 2026 - Winter Outlook 2025-2026 Review“ als PDF zum Download
Quelle: Entsoe

Mit dem Ausbau der Erneuerbaren nehmen auch Situationen zu, in denen das Stromangebot zeitweise über der Nachfrage liegt. Entso-E erwartet solche Phasen insbesondere an Tagen mit hoher Solar- und Windstromproduktion bei gleichzeitig niedrigem Verbrauch. In diesen Situationen gewinnen Exporte, Speicher und flexible Verbraucher an Bedeutung.

Deutschland gehört laut dem Bericht zu den Ländern mit den größten erwarteten Abregelungsmengen bei erneuerbaren Energien. Die höchsten absoluten Volumina sieht Entso-E in Nordschweden und Deutschland. Ursache sind Überschüsse aus Wind- und Solaranlagen. Solche Situationen erfordern laut Entso-E eine enge Abstimmung zwischen den Netzbetreibern.

Wachstum der Speicherkapazität nicht ausreichend

Parallel dazu wächst die Speicherkapazität. Die europaweit installierte Leistung von Batteriespeichern hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt und liegt laut Entso-E inzwischen bei 29.000 MW. Nach Einschätzung des Verbands reicht dies jedoch noch nicht aus, um den steigenden Flexibilitätsbedarf vollständig abzudecken. Der Verband nennt Speicher, Lastmanagement und den weiteren Ausbau der Stromnetze als zentrale Voraussetzungen für ein stabiles Energiesystem.

Die Stromnachfrage in Europa steigt leicht, wie es weiter in dem Ausblick heißt. Für den Sommer 2026 rechnet Entso-E mit einem Verbrauch von rund 949 Milliarden kWh und damit mit einem Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Deutschland und andere Länder in West- und Mitteleuropa erwarten die Netzbetreiber jedoch keine außergewöhnlichen Lastspitzen.

Sorgen richten sich auf den kommenden Winter

Deutlich vorsichtiger fällt der Ausblick auf die kommende Heizperiode aus. Entso-E verweist gemeinsam mit dem Europäischen Verband der Fernleitungsnetzbetreiber für Gas auf vergleichsweise niedrige Gasspeicherstände zu Beginn des Sommerhalbjahres. Gleichzeitig erschweren hohe Gaspreise und geringe Preisunterschiede zwischen Sommer- und Wintermonaten die wirtschaftliche Befüllung der Speicher.

Nach Einschätzung der Netzbetreiber besteht daraus zwar noch kein akutes Risiko für die Versorgungssicherheit. Die Entwicklung könne jedoch die Ausgangslage für den Winter 2026/27 verschlechtern. Entso-E kündigt deshalb an, die geopolitische Lage und die Entwicklung der Energiemärkte in den kommenden Monaten besonders aufmerksam zu verfolgen.

Der Rückblick auf den vergangenen Winter fällt dagegen positiv aus. Trotz mehrerer Kälteperioden in Nord- und Osteuropa sowie stark wechselnder Wetterbedingungen meldeten der Verband keine Versorgungsprobleme. Das europäische Stromsystem habe sich insgesamt als robust erwiesen.

Der 41-seitige „Summer Outlook 2026 - Winter Outlook 2025-2026 Review“ lässt sich über die Internetseite von Entso-E downloaden. 

Dienstag, 2.06.2026, 15:44 Uhr
Davina Spohn
Energie & Management > Verband - Stabile Versorgungslage im Sommer erwartet
Quelle: Fotolia / Tom Bayer
Verband
Stabile Versorgungslage im Sommer erwartet
Die Stromversorgung in Deutschland und Mitteleuropa gilt für den Sommer als gesichert. Gleichzeitig wächst laut Energieausblick von Entso-E der Bedarf an Flexibilität im Stromsystem.
Der „European Network of Transmission System Operators for Electricity“ (Entso-E) erwartet für Deutschland und die meisten mitteleuropäischen Staaten im Sommer 2026 keine Versorgungsengpässe. In seinem aktuellen „Summer Outlook 2026“ sieht der Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber keine systemischen Risiken für Kontinentaleuropa. Herausforderungegn sieht er im weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien sowie bei Netzen, Speichern und dem grenzüberschreitenden Stromhandel.

Während Entso-E für Irland, Malta, Zypern und Moldau auf mögliche Risiken hinweist, bewertet der Verband die Versorgungslage in Deutschland und den Nachbarstaaten als stabil. Der europäische Strommarkt könne mögliche Engpässe durch den Verbund der Länder ausgleichen. Gleichzeitig beobachtet Entso-E die Lage im Nahen Osten aufmerksam. Für die Stromversorgung im Sommer erwartet der Verband trotz der Unsicherheiten rund um die Straße von Hormus keine unmittelbaren Folgen.

Der Bericht zeigt zugleich, wie stark sich die europäische Stromerzeugung innerhalb eines Jahres verändert hat. Europaweit kamen seit dem vergangenen Sommer mehr als 90.000 MW neue erneuerbare Erzeugungsleistung hinzu. Den größten Anteil daran hat die Photovoltaik. Die installierte Solarleistung wuchs nach Angaben von Entso-E innerhalb eines Jahres um 22 Prozent.
 
Der „Summer Outlook 2026 - Winter Outlook 2025-2026 Review“ als PDF zum Download
Quelle: Entsoe

Mit dem Ausbau der Erneuerbaren nehmen auch Situationen zu, in denen das Stromangebot zeitweise über der Nachfrage liegt. Entso-E erwartet solche Phasen insbesondere an Tagen mit hoher Solar- und Windstromproduktion bei gleichzeitig niedrigem Verbrauch. In diesen Situationen gewinnen Exporte, Speicher und flexible Verbraucher an Bedeutung.

Deutschland gehört laut dem Bericht zu den Ländern mit den größten erwarteten Abregelungsmengen bei erneuerbaren Energien. Die höchsten absoluten Volumina sieht Entso-E in Nordschweden und Deutschland. Ursache sind Überschüsse aus Wind- und Solaranlagen. Solche Situationen erfordern laut Entso-E eine enge Abstimmung zwischen den Netzbetreibern.

Wachstum der Speicherkapazität nicht ausreichend

Parallel dazu wächst die Speicherkapazität. Die europaweit installierte Leistung von Batteriespeichern hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt und liegt laut Entso-E inzwischen bei 29.000 MW. Nach Einschätzung des Verbands reicht dies jedoch noch nicht aus, um den steigenden Flexibilitätsbedarf vollständig abzudecken. Der Verband nennt Speicher, Lastmanagement und den weiteren Ausbau der Stromnetze als zentrale Voraussetzungen für ein stabiles Energiesystem.

Die Stromnachfrage in Europa steigt leicht, wie es weiter in dem Ausblick heißt. Für den Sommer 2026 rechnet Entso-E mit einem Verbrauch von rund 949 Milliarden kWh und damit mit einem Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Deutschland und andere Länder in West- und Mitteleuropa erwarten die Netzbetreiber jedoch keine außergewöhnlichen Lastspitzen.

Sorgen richten sich auf den kommenden Winter

Deutlich vorsichtiger fällt der Ausblick auf die kommende Heizperiode aus. Entso-E verweist gemeinsam mit dem Europäischen Verband der Fernleitungsnetzbetreiber für Gas auf vergleichsweise niedrige Gasspeicherstände zu Beginn des Sommerhalbjahres. Gleichzeitig erschweren hohe Gaspreise und geringe Preisunterschiede zwischen Sommer- und Wintermonaten die wirtschaftliche Befüllung der Speicher.

Nach Einschätzung der Netzbetreiber besteht daraus zwar noch kein akutes Risiko für die Versorgungssicherheit. Die Entwicklung könne jedoch die Ausgangslage für den Winter 2026/27 verschlechtern. Entso-E kündigt deshalb an, die geopolitische Lage und die Entwicklung der Energiemärkte in den kommenden Monaten besonders aufmerksam zu verfolgen.

Der Rückblick auf den vergangenen Winter fällt dagegen positiv aus. Trotz mehrerer Kälteperioden in Nord- und Osteuropa sowie stark wechselnder Wetterbedingungen meldeten der Verband keine Versorgungsprobleme. Das europäische Stromsystem habe sich insgesamt als robust erwiesen.

Der 41-seitige „Summer Outlook 2026 - Winter Outlook 2025-2026 Review“ lässt sich über die Internetseite von Entso-E downloaden. 

Dienstag, 2.06.2026, 15:44 Uhr
Davina Spohn

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