Blick in die Maschinenhalle von Block 4 am Kraftwerksstandort Staudinger. Quelle: Spie
Spie erneuert bis 2028 die Elektro- und Leittechnik von Block 4 des Kraftwerks Staudinger. Der systemrelevante Gaskraftwerksblock soll bis mindestens 2031 verfügbar bleiben.
Die in Düsseldorf ansässige Spie Germany Switzerland Austria, ein Dienstleister für Gebäude, Anlagen und Infrastruktur, erneuert zentrale technische Einrichtungen von Block 4 im Kraftwerk Staudinger. Betreiber des Standorts im hessischen Großkrotzenburg ist der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper. Die Arbeiten sollen 2028 beendet sein.
Der mit Erdgas betriebene Block 4 verfügt über eine elektrische Nettoleistung von 622 MW. Die Anlage ging 1977 in Betrieb. Die Bundesnetzagentur hat sie bis zum 31. März 2031 als systemrelevant eingestuft. Uniper hält den Block daher im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers für Einsätze zur Stabilisierung des Stromnetzes bereit.
Spie verlegt 52 Kilometer Kabel
Der Auftrag umfasst unter anderem die Niederspannungshauptverteilung, Schaltanlagen, Kabelverbindungen und Transformatoren. Spie übernimmt dafür Montage-, Anschluss- und Demontagearbeiten in der Elektro- und Leittechnik. Das Spie tauscht außerdem die betroffenen Nieder- und Mittelspannungskabel aus.
Allein für die Neuverkabelung der Niederspannungshauptverteilung verlegt der Dienstleister nach eigenen Angaben rund 52 Kilometer Kabel. Beim Abbau der bisherigen Verbindungen fallen etwa 180 Tonnen Altkupfer an.
An vier Transformatoren ersetzt Spie die bisherigen Stromschienen für die Niederspannungsverteilung durch Kabel. Zudem saniert oder erneuert das Unternehmen die 10-kV-Anschlüsse von zwei Eigenbedarfstransformatoren. Diese versorgen die Pumpen, Steuerungen und weitere technische Einrichtungen, die der Kraftwerksblock für seinen Betrieb benötigt.
Teile der Anlagen müssen während der Bauarbeiten verfügbar bleiben. Spie legt die neuen Kabelwege deshalb überwiegend parallel zu den vorhandenen Trassen an. Hinzu kommen Kabelzugarbeiten im Umspannwerk und Eingriffe in die Leittechnik, über die das Kraftwerk seine Prozesse überwacht und steuert.
Bereits 2024 arbeitete Spie am Generatorschalter und an den Umrichtern der Speisewasserpumpen. Umrichter regeln unter anderem die Drehzahl der Pumpenantriebe. Bei diesen Arbeiten verlegte und verband der Dienstleister rund 35 Kilometer Mittelspannungs-, Niederspannungs- und Steuerkabel. Aus der Mitteilung geht nicht hervor, ob diese Strecke vollständig in den nun genannten 52 Kilometern enthalten ist. Angaben zum Auftragswert macht Spie ebenfalls nicht.
Uniper plant neue Nutzungen
Uniper will Staudinger schrittweise von einem klassischen Kraftwerksgelände zu einem breiter genutzten Energie- und Infrastrukturstandort entwickeln. Zu den Planungen gehört eine wasserstofffähige Gas- und Dampfturbinenanlage. Sie hängt nach Angaben des Betreibers von künftigen Ausschreibungen des Bundes für steuerbare Erzeugungskapazitäten ab.
Darüber hinaus prüft Uniper auf dem Gelände Rechenzentren und Batteriespeicher. Konkrete Leistungen oder Zeitpläne nennt das Unternehmen dafür bislang nicht. Die erneuerte Elektroinfrastruktur soll nach Einschätzung von Spie die technischen Voraussetzungen für solche Vorhaben schaffen und eine flexiblere Nutzung des Standorts ermöglichen. (ds)
Dienstag, 21.07.2026, 16:17 Uhr
Davina Spohn
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