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Energie & Management > Stromnetz - Netzbetreiber entwickeln neue Plattformen für Regelreserve
Transnet-Hauptschaltleitung in Wendlingen bei Stuttgart, Quelle: Transnet BW
Stromnetz

Netzbetreiber entwickeln neue Plattformen für Regelreserve

Die europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben gemeinsam zwei neue Plattformen für den effizienten Einsatz von Minuten- und Sekundär-Regelreservearbeit in Europa entwickelt.
PICASSO ("Platform for the International Coordination of the Automatic frequency restoration process and Stable System Operation2) ist vor wenigen Tagen live gegangen, MARI ("Manually Activated Reserves Initiative") folgt in Kürze. Das geht aus einer Mitteilung der vier deutschen ÜNB 50 Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW hervor. Sie schließen sich diesen europäischen Plattformen nicht nur an, Amprion und Transnet BW sollen die Plattformen im Sinne und im Auftrag ihrer Partner bei Entso-E, dem Verbund der europäischen Übertragungsnetzbetreiber, steuern.

Die Plattformen ermöglichen europaweit eine kostenoptimierte Aktivierung von Regelreservearbeit auf Basis einer gemeinsamen Merit-Order-Liste und unter Beachtung der vorhandenen Übertragungskapazitäten. Während der ÜNB, in dessen Regelzone die Regelleistung zur Verfügung gestellt wird, weiterhin sowohl die Beschaffung der Reserve als auch deren Abruf übernimmt, kann beispielsweise durch die zentrale Optimierung die Sekundärreservearbeit in Portugal für ein Systembilanzungleichgewicht in Polen erbracht werden.

Das, so heißt es seitens der ÜNB, erhöhe den Wettbewerb aller Regelreserve-Anbieter in Europa und sollte so zu Kostenreduktionen für Regelreservearbeit führen. Damit einhergehend könnten sich die Ausgleichsenergiepreise reduzieren, die jeder Bilanzkreisverantwortliche für seine Bilanzabweichung zahlen muss. Je nach Preisbildungs- oder Regulierungsmodell reduzierten sich damit auch die Kosten für den Endverbraucher. Zusätzlich leisteten die Plattformen einen Beitrag zum Erreichen der europäischen Klimaziele: Durch den optimierten Abruf der Regelreserve würden Erzeugungsanlagen effizienter eingesetzt und die Schadstoffbelastung und die Emission klimaschädlicher Gase reduziert.

Bereits in den vergangenen Jahren haben die deutschen ÜNB nach eigenen Angaben erfolgreiche Kooperationen initiiert, deren Erfahrung für die beiden aktuellen Projekte genutzt werden konnten. Hierzu zählen neben dem seit 2010 existierenden Netzregelverbund in Deutschland die Kooperation zum Ausgleich von Systemungleichgewichten mit zahlreichen europäischen Partnern.

Dienstag, 31.05.2022, 11:04 Uhr
Gnter Drewnitzky
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Transnet-Hauptschaltleitung in Wendlingen bei Stuttgart, Quelle: Transnet BW
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Netzbetreiber entwickeln neue Plattformen für Regelreserve
Die europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben gemeinsam zwei neue Plattformen für den effizienten Einsatz von Minuten- und Sekundär-Regelreservearbeit in Europa entwickelt.
PICASSO ("Platform for the International Coordination of the Automatic frequency restoration process and Stable System Operation2) ist vor wenigen Tagen live gegangen, MARI ("Manually Activated Reserves Initiative") folgt in Kürze. Das geht aus einer Mitteilung der vier deutschen ÜNB 50 Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW hervor. Sie schließen sich diesen europäischen Plattformen nicht nur an, Amprion und Transnet BW sollen die Plattformen im Sinne und im Auftrag ihrer Partner bei Entso-E, dem Verbund der europäischen Übertragungsnetzbetreiber, steuern.

Die Plattformen ermöglichen europaweit eine kostenoptimierte Aktivierung von Regelreservearbeit auf Basis einer gemeinsamen Merit-Order-Liste und unter Beachtung der vorhandenen Übertragungskapazitäten. Während der ÜNB, in dessen Regelzone die Regelleistung zur Verfügung gestellt wird, weiterhin sowohl die Beschaffung der Reserve als auch deren Abruf übernimmt, kann beispielsweise durch die zentrale Optimierung die Sekundärreservearbeit in Portugal für ein Systembilanzungleichgewicht in Polen erbracht werden.

Das, so heißt es seitens der ÜNB, erhöhe den Wettbewerb aller Regelreserve-Anbieter in Europa und sollte so zu Kostenreduktionen für Regelreservearbeit führen. Damit einhergehend könnten sich die Ausgleichsenergiepreise reduzieren, die jeder Bilanzkreisverantwortliche für seine Bilanzabweichung zahlen muss. Je nach Preisbildungs- oder Regulierungsmodell reduzierten sich damit auch die Kosten für den Endverbraucher. Zusätzlich leisteten die Plattformen einen Beitrag zum Erreichen der europäischen Klimaziele: Durch den optimierten Abruf der Regelreserve würden Erzeugungsanlagen effizienter eingesetzt und die Schadstoffbelastung und die Emission klimaschädlicher Gase reduziert.

Bereits in den vergangenen Jahren haben die deutschen ÜNB nach eigenen Angaben erfolgreiche Kooperationen initiiert, deren Erfahrung für die beiden aktuellen Projekte genutzt werden konnten. Hierzu zählen neben dem seit 2010 existierenden Netzregelverbund in Deutschland die Kooperation zum Ausgleich von Systemungleichgewichten mit zahlreichen europäischen Partnern.

Dienstag, 31.05.2022, 11:04 Uhr
Gnter Drewnitzky

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