Quelle: Jonas Rosenberger
Chinesische Produkte sind in der Energielandschaft massenhaft anzutreffen. Doch es gibt Sicherheitsbedenken. Einzelne Hersteller versuchen diese auszuräumen.
Batteriespeicher und Wechselrichter – eine Domäne chinesischer Hersteller. Es gibt allerdings zum Teil große Vorbehalte gegen den Einzug ihrer Technik in die Energieinfrastruktur hierzulande, sei es im privaten oder im öffentlichen Bereich.
Die Unternehmen haben diese Bedenken durchaus auf dem Schirm und wollen ihnen entgegenwirken. So wie Sigenergy aus Shanghai.
Der Hersteller von Batteriespeichern und Wechselrichtern wirbt um Vertrauen. Schließlich will das Unternehmen in Deutschland weiter Marktanteile gewinnen und möglicherweise künftig auch in Europa produzieren. Deshalb hat er die Türen seiner Produktionsstätte in der Metropole am Ostchinesischen Meer geöffnet. Der erste Eindruck: Alles wirkt sauber und technisch professionell.
„Sigenstor“, so die Bezeichnung des Vorzeigeprodukts, einem Batterie-Pack, der aus Wechselrichter, Ladeanschluss für E-Autos und einem Energiemanagementsystem besteht. „Das Batteriemanagementsystem zum Beispiel misst die Ladezustände der einzelnen Batteriemodule und kann jedes individuell be- und entladen“, sagt Sven Albersmeier, der den Vertrieb bei Sigenergy für Deutschland, Österreich und die Schweiz leitet.
Die Sorgen, dass angesichts der Fernsteuerbarkeit der überwiegenden Zahl von Wechselrichtern, die an die europäischen Stromnetze angeschlossen sind, Hacker die Systeme angreifen könnten, nimmt Tony Xu, der Geschäftsführer von Sigenergy nach eigener Aussage sehr ernst. Deshalb laufe auch der gesamte Datenverkehr der Anlagen in Deutschland über ein Amazon-Rechenzentrum in Frankfurt am Main. Damit gelte auch der europäische Rechtsrahmen. Und wer die Speicher und Wechselrichter vollständig offline betreiben möchte, könne dies auch tun. Allerdings stünden dann nicht alle Funktionen zur Verfügung.
Die Option, die Datenprotokolle für Dritte zu öffnen, sodass beispielsweise Stadtwerke und Energiedienstleister selbst mit einem eigenen Energiemanagementsystem die Anlagen steuern können, gibt es. Die Interoperabilität ist allerdings immer noch die Ausnahme.
Offene Schnittstellen wären nach Ansicht von Sadeeb Ottenburger Leiter der Abteilung „Resiliente und Smarte Infrastruktursysteme“ (RESIS) am KIT-Institut für Thermische Energietechnik und Sicherheit „im Rahmen des Machbaren ein goldener Mittelweg“. Dann müssten PV-Produkte aus China auch nicht mehr unter Generalverdacht gestellt werden.
Installateure in Deutschland haben mit Sigenergy nach eigenen Aussagen durchaus positive Erfahrungen gemacht. Allerdings sei technologisch nichts geboten, was man nicht auch in Deutschland entwickeln könnte.
Einen ausführlichen Beitrag über einen Besuch in Shanghai bei Signenergy lesen Sie in der Print-Ausgabe von Energie & Management vom 1. Februar.
Donnerstag, 29.01.2026, 16:42 Uhr
Fritz Wilhelm
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