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Energie & Management > Stromnetz - Kooperation soll mehr Grünstrom ins Netz bringen
Verstärkung einer 380-kV-Leitung von Tennet bei Erlangen (Bayern). Quelle: E&M / Günter Drewnitzky
Stromnetz

Kooperation soll mehr Grünstrom ins Netz bringen

Wie man mit außergewöhnlichen Herangehensweisen den Stromnetzausbau beschleunigen kann, beweisen aktuell Tennet und Bayernwerk.
Zwischen dem mittelfränkischen Umspannwerk Raitersaich und dem früheren Kernkraftwerksstandort Grafenrheinfeld bei Schweinfurt verläuft eine 90 Kilometer lange Trasse mit zwei 380-kV-Stromkreisen und einem 220-kV-System. Im Zuge von Instandhaltungsmaßnahmen, bei denen gerade die Seile und Isolatoren der 380-kV-Leitungen erneuert werden, hatte der Übertragungsnetzbetreiber Tennet eigentlich geplant, die 220-kV-Ebene zurückzubauen. Sie ist veraltet und wird nicht mehr gebraucht.

Jetzt kommt alles anders. Da es im Bereich der Trasse viele Anlagen gibt, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, hatten einige Kommunen bei dem Energieunternehmen nach einer Lösung gefragt. Die sieht nun so aus, dass das Bayernwerk das alte 220-kV-System kauft und auf 110 kV umbaut. Vielleicht schon ab 2024 soll damit die Aufnahme von 100 MW aus Windkraft und Photovoltaik möglich sein. Auch an eine Erweiterung mit einem zweiten Stromkreis ist schon gedacht, was die Übertragungskapazität noch einmal wesentlich erhöhen würde.

Großer Vorteil dieser Lösung: Es ist kein Trassenneubau nötig und beim Wechsel auf eine niedrigere Spannungsebene auch kein zeitintensives Genehmigungsverfahren. Die neue Anbindung kann damit also relativ schnell verwirklicht werden.

Kreative und effiziente Ideen gefragt

Tim Meyerjürgens, Geschäftsführer von Tennet, erklärte in einer Unternehmensmitteilung zu der Maßnahme: „Die pragmatische Lösungsfindung zwischen unseren Häusern zeigt, dass der Ausbau des Verteil- und Übertragungsnetzes Hand in Hand geht. Energiewende braucht kreative und effiziente Ideen und Ansätze wie diesen.“

Egon Leo Westphal, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG: „Wir unterstützen das Ziel des Freistaats, bis 2040 klimaneutral zu sein. Damit wir gemeinsam erfolgreich sind, muss der Ausbau der Erneuerbaren-Energien-Anlagen und deren Integration ins Stromnetz gelingen.“

Die Zahl der Anträge auf Anschluss von Photovoltaik-Anlagen, die dem Bayernwerk derzeit zur Bearbeitung vorliegen, übersteigt nach Westphals Angaben die Zahl der PV-Anlagen, die man in den vergangenen zehn Jahren ans Netz angeschlossen hat. „Um diesem PV-Boom erfolgreich zu begegnen, muss das Stromnetz regional verstärkt werden.“ Die Umwidmung der ehemaligen Höchstspannungsleitung nannte der Vorstandsvorsitzende eine nachhaltige und umsichtige Lösung.

Dienstag, 22.11.2022, 11:12 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Stromnetz - Kooperation soll mehr Grünstrom ins Netz bringen
Verstärkung einer 380-kV-Leitung von Tennet bei Erlangen (Bayern). Quelle: E&M / Günter Drewnitzky
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Kooperation soll mehr Grünstrom ins Netz bringen
Wie man mit außergewöhnlichen Herangehensweisen den Stromnetzausbau beschleunigen kann, beweisen aktuell Tennet und Bayernwerk.
Zwischen dem mittelfränkischen Umspannwerk Raitersaich und dem früheren Kernkraftwerksstandort Grafenrheinfeld bei Schweinfurt verläuft eine 90 Kilometer lange Trasse mit zwei 380-kV-Stromkreisen und einem 220-kV-System. Im Zuge von Instandhaltungsmaßnahmen, bei denen gerade die Seile und Isolatoren der 380-kV-Leitungen erneuert werden, hatte der Übertragungsnetzbetreiber Tennet eigentlich geplant, die 220-kV-Ebene zurückzubauen. Sie ist veraltet und wird nicht mehr gebraucht.

Jetzt kommt alles anders. Da es im Bereich der Trasse viele Anlagen gibt, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, hatten einige Kommunen bei dem Energieunternehmen nach einer Lösung gefragt. Die sieht nun so aus, dass das Bayernwerk das alte 220-kV-System kauft und auf 110 kV umbaut. Vielleicht schon ab 2024 soll damit die Aufnahme von 100 MW aus Windkraft und Photovoltaik möglich sein. Auch an eine Erweiterung mit einem zweiten Stromkreis ist schon gedacht, was die Übertragungskapazität noch einmal wesentlich erhöhen würde.

Großer Vorteil dieser Lösung: Es ist kein Trassenneubau nötig und beim Wechsel auf eine niedrigere Spannungsebene auch kein zeitintensives Genehmigungsverfahren. Die neue Anbindung kann damit also relativ schnell verwirklicht werden.

Kreative und effiziente Ideen gefragt

Tim Meyerjürgens, Geschäftsführer von Tennet, erklärte in einer Unternehmensmitteilung zu der Maßnahme: „Die pragmatische Lösungsfindung zwischen unseren Häusern zeigt, dass der Ausbau des Verteil- und Übertragungsnetzes Hand in Hand geht. Energiewende braucht kreative und effiziente Ideen und Ansätze wie diesen.“

Egon Leo Westphal, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG: „Wir unterstützen das Ziel des Freistaats, bis 2040 klimaneutral zu sein. Damit wir gemeinsam erfolgreich sind, muss der Ausbau der Erneuerbaren-Energien-Anlagen und deren Integration ins Stromnetz gelingen.“

Die Zahl der Anträge auf Anschluss von Photovoltaik-Anlagen, die dem Bayernwerk derzeit zur Bearbeitung vorliegen, übersteigt nach Westphals Angaben die Zahl der PV-Anlagen, die man in den vergangenen zehn Jahren ans Netz angeschlossen hat. „Um diesem PV-Boom erfolgreich zu begegnen, muss das Stromnetz regional verstärkt werden.“ Die Umwidmung der ehemaligen Höchstspannungsleitung nannte der Vorstandsvorsitzende eine nachhaltige und umsichtige Lösung.

Dienstag, 22.11.2022, 11:12 Uhr
Gnter Drewnitzky

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