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Energie & Management > Kernkraft - EnBW-Chef gegen Bau neuer Atomkraftwerke
Quelle: Shutterstock / Olga Khalizeva
Kernkraft

EnBW-Chef gegen Bau neuer Atomkraftwerke

Mehrfach haben sich Führungskräfte von Energiekonzernen dahingehend geäußert, dass sie in einer Wiederbelebung der Kernkraft keinen Sinn sehen. EnBW-Chef Schell wurde jetzt deutlich.
Der Chef des baden-württembergischen Energiekonzerns EnBW hält die Forderungen von CDU und CSU nach dem Bau neuer Atomkraftwerke für eine rein politische Debatte. „Das ist doch nicht die Lösung der heutigen Energieversorgung“, sagte Andreas Schell dem Handelsblatt. Der Bau einer solchen Anlage dauere mindestens 20 Jahre und „wie damit jemals kostendeckend Strom erzeugt werden soll, ist mir schleierhaft“.

Auch einer möglichen Wiederinbetriebnahme erteilte der Manager eine Absage. EnBW sei mit all seinen Kraftwerken im Rückbau, „das ist irreversibel“, sagte Schell.

Die beiden Energiekonzerne RWE und Eon hatten auf eine Anfrage ebenfalls mitgeteilt, dass der Rückbau der drei letzten deutschen Atomkraftwerke in vollem Gange sei. Statt über Atomkraft zu diskutieren, solle die Politik sich lieber darauf konzentrieren, die Energiewende zu beschleunigen. Zwar habe sich im vergangenen Jahr vieles getan, aber „im Schnitt dauert es immer noch 60 bis 70 Monate vom Start bis zur Inbetriebnahme eines Windrads an Land“.

RWE-Chef Markus Krebber hatte sich neulich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ähnlich, wenn auch nicht derart deutlich geäußert. Er hatte erklärt, dass die letzten in Deutschland vom Netz gegangenen Atomkraftwerke für die Versorgung nicht besonders bedeutsam gewesen sind. Der Fokus müsse jetzt in allen Bereichen auf den erneuerbaren Energien liegen.

Anna Borg, Vorstandsvorsitzende des schwedischen Vattenfall-Konzerns, hatte im Gespräch kleine Reaktoren, sogenannte SMR (Small Modular Reactor) als interessante Möglichkeit bezeichnet. Gleichzeitig aber erklärt, dass in Deutschland auch eine weitere europäische Vernetzung dafür sorgen kann, den Umstieg auf erneuerbare Energien abzusichern. Sie habe „vollen Respekt dafür, dass Deutschland sich seine Techniken aussucht“. Im übrigen gebe es auch in der Bundesrepublik die Möglichkeit, über Strompartnerschaften (PPA), etwa mit Solarparks, der Industrie günstige Angebote zu machen.

Dienstag, 23.01.2024, 11:29 Uhr
DJ / Gnter Drewnitzky
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EnBW-Chef gegen Bau neuer Atomkraftwerke
Mehrfach haben sich Führungskräfte von Energiekonzernen dahingehend geäußert, dass sie in einer Wiederbelebung der Kernkraft keinen Sinn sehen. EnBW-Chef Schell wurde jetzt deutlich.
Der Chef des baden-württembergischen Energiekonzerns EnBW hält die Forderungen von CDU und CSU nach dem Bau neuer Atomkraftwerke für eine rein politische Debatte. „Das ist doch nicht die Lösung der heutigen Energieversorgung“, sagte Andreas Schell dem Handelsblatt. Der Bau einer solchen Anlage dauere mindestens 20 Jahre und „wie damit jemals kostendeckend Strom erzeugt werden soll, ist mir schleierhaft“.

Auch einer möglichen Wiederinbetriebnahme erteilte der Manager eine Absage. EnBW sei mit all seinen Kraftwerken im Rückbau, „das ist irreversibel“, sagte Schell.

Die beiden Energiekonzerne RWE und Eon hatten auf eine Anfrage ebenfalls mitgeteilt, dass der Rückbau der drei letzten deutschen Atomkraftwerke in vollem Gange sei. Statt über Atomkraft zu diskutieren, solle die Politik sich lieber darauf konzentrieren, die Energiewende zu beschleunigen. Zwar habe sich im vergangenen Jahr vieles getan, aber „im Schnitt dauert es immer noch 60 bis 70 Monate vom Start bis zur Inbetriebnahme eines Windrads an Land“.

RWE-Chef Markus Krebber hatte sich neulich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ähnlich, wenn auch nicht derart deutlich geäußert. Er hatte erklärt, dass die letzten in Deutschland vom Netz gegangenen Atomkraftwerke für die Versorgung nicht besonders bedeutsam gewesen sind. Der Fokus müsse jetzt in allen Bereichen auf den erneuerbaren Energien liegen.

Anna Borg, Vorstandsvorsitzende des schwedischen Vattenfall-Konzerns, hatte im Gespräch kleine Reaktoren, sogenannte SMR (Small Modular Reactor) als interessante Möglichkeit bezeichnet. Gleichzeitig aber erklärt, dass in Deutschland auch eine weitere europäische Vernetzung dafür sorgen kann, den Umstieg auf erneuerbare Energien abzusichern. Sie habe „vollen Respekt dafür, dass Deutschland sich seine Techniken aussucht“. Im übrigen gebe es auch in der Bundesrepublik die Möglichkeit, über Strompartnerschaften (PPA), etwa mit Solarparks, der Industrie günstige Angebote zu machen.

Dienstag, 23.01.2024, 11:29 Uhr
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