Quelle: Jonas Rosenberger
Der Anteil batterieelektrischer Pkw an den Neuzulassungen steigt deutlich. Im Gesamtbestand bleiben E-Autos aber bislang eine Minderheit, zeigt eine DIW-Auswertung.
Der Hochlauf der Elektromobilität gewinnt bei den Pkw-Neuzulassungen in Deutschland an Tempo, schlägt sich im Fahrzeugbestand bislang aber nur langsam nieder. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in seinem aktuellen Wochenbericht. Grundlage sind vor allem Zulassungsdaten des Kraftfahrt-Bundesamts bis Ende August 2026.
In den ersten acht Monaten des Jahres waren gut 26 Prozent aller neu zugelassenen Pkw rein batterieelektrisch. Im Gesamtjahr 2025 hatte der Anteil noch bei rund 19 Prozent gelegen. Im August 2026 erreichten reine E-Autos bereits gut 32 Prozent der Neuzulassungen und damit den zweithöchsten Monatswert bisher. Plug-in-Hybride kamen im laufenden Jahr im Schnitt auf weitere rund 11
Prozent.
Für die Gesamtflotte bleibt die Elektrifizierung dennoch gering. Ende August waren nach Angaben des DIW rund 2,5 Millionen reine Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs. Bei einem Pkw-Bestand von knapp 50 Millionen entspricht das einem Anteil von 5
Prozent. Der starke Zuwachs bei den Neuzulassungen steht demnach einem weiterhin sehr großen Bestand an Verbrennerfahrzeugen gegenüber.
Für die Verteilnetze ist vor allem diese Entwicklung von Bedeutung: Die Zahl zusätzlicher E-Autos nimmt derzeit zwar schneller zu, die elektrische Fahrzeugflotte ist gemessen am Gesamtbestand aber noch klein. Eine konkrete Prognose für die kommenden Jahre oder für daraus resultierende Ladeleistungen enthält die Studie nicht. Für 2026 erwarten die Autoren allerdings ein Rekordjahr bei den E-Auto-Zulassungen.
Anteil von 5 Prozent am BestandBeim Fahrzeugmix zeichnet sich zugleich eine leichte Verschiebung ab. Der Trend zu immer größeren batterieelektrischen Autos scheint laut DIW vorerst gestoppt. Der Anteil der Minis, zu denen beispielsweise der Fiant 500 gehört, war von 22 Prozent im Jahr 2021 auf 4
Prozent im Jahr 2025 gefallen. Im laufenden Jahr ist er allerdings bislang wieder auf 5 Prozent gestiegen. Bei Kleinwagen nahm der Anteil von 11 auf 14 Prozent zu. SUVs und Geländewagen blieben ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Die oberen Fahrzeugsegmente sind bei reinen E-Autos dennoch weiterhin stärker vertreten als im gesamten Neuwagenmarkt.
Noch deutlicher ist die Konzentration auf größere Fahrzeuge bei Plug-in-Hybriden. Dort entfielen 2026 bislang 61 Prozent der Neuzulassungen auf SUVs und Geländewagen, weitere 24 Prozent auf Mittel- und Oberklasse.
Einen zusätzlichen Impuls sieht das DIW in der seit Jahresbeginn geltenden Kaufprämie. Bis Anfang September waren 52.473 Anträge mit einer Fördersumme von 230 Millionen Euro bewilligt; 91 Prozent der geförderten Fahrzeuge waren reine E-Autos. Auf Basis der bisherigen durchschnittlichen Förderung würde das Gesamtbudget von 3
Milliarden Euro für rund 684.000 Fahrzeuge reichen. Dies ist jedoch keine Absatzprognose. Wie viele Käufe tatsächlich zusätzlich durch die Prämie ausgelöst werden, lasse sich derzeit nicht bestimmen.
Unter den geförderten reinen Elektroautos sind Minis und Kleinwagen etwas stärker vertreten als im Gesamtmarkt. Der mengengewichtete durchschnittliche Listenpreis lag bei rund 36.800 Euro.
Der DIW-Wochenbericht mit dem Titel „
Rekordjahr für Elektroautos in Sicht, Kaufprämie setzt Impulse“ steht auf der Website des Instituts zum Download zur Verfügung.
Donnerstag, 1.10.2026, 12:36 Uhr
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