Hauptquartier von Vattenfall in Stockholm. Quelle: Elisabeth Redlig
Trotz eines Umsatzrückgangs erzielte der schwedische Vattenfallkonzern eine Gewinnsteigerung im ersten Halbjahr.
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat im ersten Halbjahr 2026 den Gewinn deutlich gesteigert. Wie auf der Bilanzpressekonferenz online zu hören war, sank zwar der Umsatz um 11 Prozent auf 105,3 Milliarden Schwedische Kronen (SEK) nach 118,5 Milliarden SEK im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig verdoppelte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf umgerechnet 2,7 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich von umgerechnet 1,4 Milliarden Euro auf 2,0 Milliarden Euro.
„Wir berichten über ein starkes Ergebnis für das erste Halbjahr, das uns weiterhin die Möglichkeit gibt, in die fossilfreie Stromerzeugung und die Verteilnetze zu investieren“, sagte Vorstandschefin Anna Borg. Für die kommenden fünf Jahre plant Vattenfall Investitionen von umgerechnet rund 15 Milliarden Euro, der größte Teil davon soll in Schweden erfolgen.
Positiv wirkten sich vor allem die im 1. Quartal deutlich höheren Strompreise in den nordischen Ländern aus. Hinzu kamen eine höhere Erzeugung aus Wasser- und Windkraft sowie eine bessere Entwicklung im Vertriebsgeschäft und im Netzbetrieb. Das operative Ergebnis profitierte insbesondere von höheren Erlösen in der Stromerzeugung, im Windgeschäft, im Vertrieb sowie im Netzsegment.
Weniger positiv verlief dagegen das zweite Quartal. Das Ebit verringerte sich um 20 Prozent auf 451 Millionen Euro. Belastend wirkten längere und vorgezogene Revisionen in den Vattenfall-Kernkraftwerken, geringere Erlöse aus Systemdienstleistungen sowie ein schwächeres Pumpspeichergeschäft in Deutschland. Auch die gesamte Stromerzeugung ging leicht von 50,6 Milliarden kWh auf 49,7 Milliarden kWh zurück, da die geringere Kernkraftproduktion den Zuwachs bei Wasser- und Windkraft übertraf.
Operativ trieb Vattenfall mehrere Projekte voran. Das Gemeinschaftsunternehmen Videberg Kraft entschied sich für Rolls-Royce SMR als Lieferanten für neue kleine Kernreaktoren (SMR) auf der schwedischen Halbinsel Värö. Zudem nahm der Konzern in Schweden den Hybridpark Bruzaholm mit 139 MW Windkraft und einem Batteriespeicher mit 38 MW Leistung beziehungsweise 38 MWh Speicherkapazität in Betrieb.
In Deutschland entwickelte sich das Bild uneinheitlich. Belastend wirkten sich im zweiten Quartal geringere Erträge aus dem Pumpspeichergeschäft aus. Gleichzeitig nahm Vattenfall die Solarparks Juliusburg/Krukow (80 MW) und Nauen (46 MW) in Betrieb. Zudem installierte der Konzern Anfang Juli den ersten Fundamentpfahl für den Offshore-Windpark Nordlicht I in der deutschen Nordsee.
Einen konkreten Ergebnisausblick für das Gesamtjahr 2026 gab Vattenfall nicht. Der Konzern bekräftigt jedoch seine langfristige Investitionsstrategie und sieht stabile politische Rahmenbedingungen sowie einen verlässlichen europäischen Emissionshandel als Voraussetzung für weitere Investitionen in die Elektrifizierung und fossilfreie Energieversorgung. (sag)
Freitag, 17.07.2026, 16:22 Uhr
Stefan Sagmeister
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