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Energie & Management > Geothermie - Tiefengeothermie soll künftig die Hälfte der Grazer Fernwärme liefern
Quelle: Heidi Roider
Geothermie

Tiefengeothermie soll künftig die Hälfte der Grazer Fernwärme liefern

OMV und Energie Steiermark wollen in der Steiermark tiefengeothermische Wärme für die Energieversorgung nutzen. Das Projekt „Tiefenkraft“ geht nun in die nächste Phase. 
OMV und Energie Steiermark haben die nächste Phase ihres gemeinsamen Tiefengeothermieprojekts „Tiefenkraft“ eingeleitet. Nach Abschluss einer seismischen Messkampagne bereiten die Partner eine Erkundungsbohrung im Raum St. Marein bei Graz in Österreich vor. Langfristig soll das Vorhaben rund die Hälfte des Fernwärmebedarfs im Großraum Graz decken.

„Mit ‚Tiefenkraft‘ setzen wir gemeinsam mit OMV einen entscheidenden und zukunftsweisenden Schritt für die Wärmeversorgung in der Steiermark“, sagten Martin Graf und Werner Ressi, Vorstands-Team der Energie Steiermark. Dieses Projekt stehe für das größte Einzelinvestment in der Geschichte der Energie Steiermark und vereine die Kompetenzen zweier starker Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette. 

Zwischen Februar und April 2026 führten die Projektpartner seismische Untersuchungen entlang einer rund 900 Kilometer langen Messstrecke durch. Als nächster Projektschritt ist die Erkundungsbohrung „Petersdorf 2“ in St. Marein bei Graz vorgesehen. Die vorbereitenden Arbeiten sollen im September beginnen. Der Bohrstart ist für das vierte Quartal 2026 geplant und hängt von den erforderlichen Genehmigungen sowie der Fertigstellung des Bohrplatzes ab. Bohrung und Testbetrieb sollen drei bis vier Monate dauern und Daten über die geologischen Verhältnisse sowie das nutzbare geothermische Potenzial liefern.

Fallen die Ergebnisse positiv aus, wollen die Partner eine erste Geothermiedublette mit einer Förder- und einer Injektionsbohrung errichten. Ergänzend planen sie zwei weitere Bohrungen zur Untersuchung eines Aquifer Thermal Energy Storage (ATES). Das Speichersystem soll überschüssige Wärme im Untergrund saisonal speichern und bei Bedarf wieder bereitstellen.

​Pipeline nach Graz Bestandteil des Vorhabens

Parallel zu den Erkundungsarbeiten soll die Planung der Anbindung an das Fernwärmenetz voranschreiten. Energie Steiermark übernimmt Bau und Betrieb einer rund 20 Kilometer langen Transportleitung nach Graz. Das Unternehmen verantwortet damit die Einbindung der geothermischen Wärme in das bestehende Fernwärmesystem. Für die Leitung veranschlagt das Unternehmen ein Investitionsvolumen von rund 150 Millionen Euro.

Über die Umsetzung des Gesamtprojekts entscheiden die Partner erst nach Abschluss der Bohrungen und Tests. Neben den Produktions- und Injektionsbohrungen umfasst das Vorhaben die Errichtung der Pipeline sowie der erforderlichen Oberflächenanlagen. Eine erste Wärmelieferung halten die Unternehmen im Jahr 2030 für möglich.

Das Vorhaben wird über eine gemeinsame Entwicklungsgesellschaft umgesetzt. OMV hält daran einen Anteil von 75 Prozent, Energie Steiermark 25 Prozent. Während OMV ihre Erfahrungen in Geologie, Bohrtechnik und Untergrundprojekten einbringt, übernimmt Energie Steiermark Aufgaben in den Bereichen Infrastruktur, Systemintegration und Wärmevertrieb.

Nach Angaben der Unternehmen könnte das Projekt bis 2037 eine jährliche Wärmeerzeugung von bis zu 670 Millionen kWh erreichen. Damit ließe sich etwa die Hälfte der Fernwärmeversorgung im Großraum Graz aus Tiefengeothermie decken. 

Donnerstag, 2.07.2026, 12:41 Uhr
Heidi Roider
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Quelle: Heidi Roider
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Tiefengeothermie soll künftig die Hälfte der Grazer Fernwärme liefern
OMV und Energie Steiermark wollen in der Steiermark tiefengeothermische Wärme für die Energieversorgung nutzen. Das Projekt „Tiefenkraft“ geht nun in die nächste Phase. 
OMV und Energie Steiermark haben die nächste Phase ihres gemeinsamen Tiefengeothermieprojekts „Tiefenkraft“ eingeleitet. Nach Abschluss einer seismischen Messkampagne bereiten die Partner eine Erkundungsbohrung im Raum St. Marein bei Graz in Österreich vor. Langfristig soll das Vorhaben rund die Hälfte des Fernwärmebedarfs im Großraum Graz decken.

„Mit ‚Tiefenkraft‘ setzen wir gemeinsam mit OMV einen entscheidenden und zukunftsweisenden Schritt für die Wärmeversorgung in der Steiermark“, sagten Martin Graf und Werner Ressi, Vorstands-Team der Energie Steiermark. Dieses Projekt stehe für das größte Einzelinvestment in der Geschichte der Energie Steiermark und vereine die Kompetenzen zweier starker Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette. 

Zwischen Februar und April 2026 führten die Projektpartner seismische Untersuchungen entlang einer rund 900 Kilometer langen Messstrecke durch. Als nächster Projektschritt ist die Erkundungsbohrung „Petersdorf 2“ in St. Marein bei Graz vorgesehen. Die vorbereitenden Arbeiten sollen im September beginnen. Der Bohrstart ist für das vierte Quartal 2026 geplant und hängt von den erforderlichen Genehmigungen sowie der Fertigstellung des Bohrplatzes ab. Bohrung und Testbetrieb sollen drei bis vier Monate dauern und Daten über die geologischen Verhältnisse sowie das nutzbare geothermische Potenzial liefern.

Fallen die Ergebnisse positiv aus, wollen die Partner eine erste Geothermiedublette mit einer Förder- und einer Injektionsbohrung errichten. Ergänzend planen sie zwei weitere Bohrungen zur Untersuchung eines Aquifer Thermal Energy Storage (ATES). Das Speichersystem soll überschüssige Wärme im Untergrund saisonal speichern und bei Bedarf wieder bereitstellen.

​Pipeline nach Graz Bestandteil des Vorhabens

Parallel zu den Erkundungsarbeiten soll die Planung der Anbindung an das Fernwärmenetz voranschreiten. Energie Steiermark übernimmt Bau und Betrieb einer rund 20 Kilometer langen Transportleitung nach Graz. Das Unternehmen verantwortet damit die Einbindung der geothermischen Wärme in das bestehende Fernwärmesystem. Für die Leitung veranschlagt das Unternehmen ein Investitionsvolumen von rund 150 Millionen Euro.

Über die Umsetzung des Gesamtprojekts entscheiden die Partner erst nach Abschluss der Bohrungen und Tests. Neben den Produktions- und Injektionsbohrungen umfasst das Vorhaben die Errichtung der Pipeline sowie der erforderlichen Oberflächenanlagen. Eine erste Wärmelieferung halten die Unternehmen im Jahr 2030 für möglich.

Das Vorhaben wird über eine gemeinsame Entwicklungsgesellschaft umgesetzt. OMV hält daran einen Anteil von 75 Prozent, Energie Steiermark 25 Prozent. Während OMV ihre Erfahrungen in Geologie, Bohrtechnik und Untergrundprojekten einbringt, übernimmt Energie Steiermark Aufgaben in den Bereichen Infrastruktur, Systemintegration und Wärmevertrieb.

Nach Angaben der Unternehmen könnte das Projekt bis 2037 eine jährliche Wärmeerzeugung von bis zu 670 Millionen kWh erreichen. Damit ließe sich etwa die Hälfte der Fernwärmeversorgung im Großraum Graz aus Tiefengeothermie decken. 

Donnerstag, 2.07.2026, 12:41 Uhr
Heidi Roider

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