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Energie & Management > Stadtwerke - Stadtwerke Aalen mit 12.000 Abrechnungen in Verzug
Quelle: Jonas Rosenberger
Stadtwerke

Stadtwerke Aalen mit 12.000 Abrechnungen in Verzug

Zum Ärger mit der früheren Leitung gesellt sich Frust der Kundschaft. Aalens Versorger hat nach Millionenverlusten einen Kassensturz gemacht, auf den viele Abrechnungsfehler folgten.
Gute Nachrichten sind bei den Stadtwerken Aalen derzeit so häufig wie Regen in diesem April. Wie nun eine Vorlage für den Rat der baden-württembergischen Kommune zeigt, hat der Versorger Tausende Rechnungen für 2025 falsch ausgewiesen oder überhaupt noch nicht gestellt.

Der aktuelle Geschäftsführer Michael Schäfer spricht in der von ihm verfassten Vorlage von einer „strukturellen Krise“, die zur wirtschaftlichen Krise hinzugekommen sei. Die Stadtwerke hatten 2024 Verluste von 17 Millionen Euro zu verkraften, in deren Folge der damalige Geschäftsführer Christoph Trautmann und ein Prokurist ihre Jobs auf der Ostalb verloren (wir berichteten). Mit den Betreffenden einigt der Versorger sich aktuell außergerichtlich, weil er sich mit Schadenersatzforderungen Blasen lief.

Mit struktureller Krise meint Michael Schäfer die großen Probleme mit den Abrechnungen. Die Stadtwerke sind offenbar noch überfordert mit der Rechnungsstellung. „Ausbleibende und uneinheitliche Rückmeldungen führen zu Mehrfachkontakten, Unzufriedenheit und Eskalationen“, so der Geschäftsführer. Die Beschwerden der Kundschaft häuften sich mittlerweile wegen „fehlender Transparenz und Verbindlichkeit“ beim Bearbeiten der Fehler.

Vordergründig waren die Probleme entstanden, weil die Stadtwerke sich im Moment des Millionendefizits, dessen sie Ende 2024 gewahr wurden, zu einen Kassensturz veranlasst sahen. Schon damals war die Liquidität aufgrund fehlender Abrechnungen gefährdet, so Schäfer. Mit der allgemeinen Stichtagsabrechnung wollten die Stadtwerke das Ausmaß der finanziellen Schiefstände „vollständig transparent“ machen, schreibt Schäfer in der Vorlage weiter.

Damit verließ der Versorger traditionelle Pfade, was dazu führte, dass aktuell rund 6 Prozent der knapp 200.000 Rechnungen noch nicht erstellt sind. Das sind nahezu 12.000 Dokumente. Dazu habe das Setzen eines künstlich gewählten Abrechnungstermins massenhaft zu Beschwerden auch über falsche Beträge geführt.

Beschwerden über falsche Rechnungen häufen sich

Die Liste der Fehler im System ist lang. Wer etwa Solaranlagen angeschlossen und dabei einen obligatorischen Zählerwechsel vorgenommen hat, habe vielfach falsche Daten erhalten. In diesen Fällen kam es zu einer Mischung aus nicht berücksichtigten Mengen eingespeisten Stroms, fehlerhaften Stammdaten, eingeschränktem Lieferantenwechsel und Problemen bei energiewirtschaftlichen Folgeprozessen.

Weil Rechnungen teilweise auf Schätzwerten beruhen und die Stadtwerke angezeigte Fehler noch nicht korrigieren konnten, schlichen sich auch Fehler in die Berechnungen der Abschläge oder Guthaben ein. Zu Verzögerungen und Fehlern komme es im Zusammenhang mit Solaranlagen auch bei Neuanlagen, Erweiterungen oder einem Betreiberwechsel.

Die Stadtwerke versuchen, die Beschwerden nach Prioritäten abzuarbeiten. Bis Mitte des laufenden Jahres werde es mindestens dauern, den Rückstau abzuarbeiten und Abrechnungen zu übermitteln. Weil Aalen parallel die Rechnungen auf ein neues System umstellt, könnte ein reibungsloser Ablauf sich allerdings auch bis Anfang des kommenden Jahres ziehen. Die „historisch gewachsenen Lücken und Fehler in den Daten und Prozessen“, so schreibt der Stadtwerke-Chef, ließen sich nicht kurzfristig bereinigen.

Nur Trübsal blasen wollte Michael Schäfer in der Vorlage gleichwohl nicht. Die Stadtwerke Aalen seien „guter Dinge“. Die wirtschaftliche Situation habe sich stabilisiert, die „monetären Rückstände“ des Jahres 2025 habe der Versorger im Griff. Das versuchten die Stadtwerke nun auch mit den „prozessualen Rückständen“. Ziel: Die Stadtwerke wollen „in den kommenden Monaten wieder Zufriedenheit und Vertrauen bei den Kunden in Aalen zurückgewinnen“.

Dienstag, 28.04.2026, 17:15 Uhr
Volker Stephan
Energie & Management > Stadtwerke - Stadtwerke Aalen mit 12.000 Abrechnungen in Verzug
Quelle: Jonas Rosenberger
Stadtwerke
Stadtwerke Aalen mit 12.000 Abrechnungen in Verzug
Zum Ärger mit der früheren Leitung gesellt sich Frust der Kundschaft. Aalens Versorger hat nach Millionenverlusten einen Kassensturz gemacht, auf den viele Abrechnungsfehler folgten.
Gute Nachrichten sind bei den Stadtwerken Aalen derzeit so häufig wie Regen in diesem April. Wie nun eine Vorlage für den Rat der baden-württembergischen Kommune zeigt, hat der Versorger Tausende Rechnungen für 2025 falsch ausgewiesen oder überhaupt noch nicht gestellt.

Der aktuelle Geschäftsführer Michael Schäfer spricht in der von ihm verfassten Vorlage von einer „strukturellen Krise“, die zur wirtschaftlichen Krise hinzugekommen sei. Die Stadtwerke hatten 2024 Verluste von 17 Millionen Euro zu verkraften, in deren Folge der damalige Geschäftsführer Christoph Trautmann und ein Prokurist ihre Jobs auf der Ostalb verloren (wir berichteten). Mit den Betreffenden einigt der Versorger sich aktuell außergerichtlich, weil er sich mit Schadenersatzforderungen Blasen lief.

Mit struktureller Krise meint Michael Schäfer die großen Probleme mit den Abrechnungen. Die Stadtwerke sind offenbar noch überfordert mit der Rechnungsstellung. „Ausbleibende und uneinheitliche Rückmeldungen führen zu Mehrfachkontakten, Unzufriedenheit und Eskalationen“, so der Geschäftsführer. Die Beschwerden der Kundschaft häuften sich mittlerweile wegen „fehlender Transparenz und Verbindlichkeit“ beim Bearbeiten der Fehler.

Vordergründig waren die Probleme entstanden, weil die Stadtwerke sich im Moment des Millionendefizits, dessen sie Ende 2024 gewahr wurden, zu einen Kassensturz veranlasst sahen. Schon damals war die Liquidität aufgrund fehlender Abrechnungen gefährdet, so Schäfer. Mit der allgemeinen Stichtagsabrechnung wollten die Stadtwerke das Ausmaß der finanziellen Schiefstände „vollständig transparent“ machen, schreibt Schäfer in der Vorlage weiter.

Damit verließ der Versorger traditionelle Pfade, was dazu führte, dass aktuell rund 6 Prozent der knapp 200.000 Rechnungen noch nicht erstellt sind. Das sind nahezu 12.000 Dokumente. Dazu habe das Setzen eines künstlich gewählten Abrechnungstermins massenhaft zu Beschwerden auch über falsche Beträge geführt.

Beschwerden über falsche Rechnungen häufen sich

Die Liste der Fehler im System ist lang. Wer etwa Solaranlagen angeschlossen und dabei einen obligatorischen Zählerwechsel vorgenommen hat, habe vielfach falsche Daten erhalten. In diesen Fällen kam es zu einer Mischung aus nicht berücksichtigten Mengen eingespeisten Stroms, fehlerhaften Stammdaten, eingeschränktem Lieferantenwechsel und Problemen bei energiewirtschaftlichen Folgeprozessen.

Weil Rechnungen teilweise auf Schätzwerten beruhen und die Stadtwerke angezeigte Fehler noch nicht korrigieren konnten, schlichen sich auch Fehler in die Berechnungen der Abschläge oder Guthaben ein. Zu Verzögerungen und Fehlern komme es im Zusammenhang mit Solaranlagen auch bei Neuanlagen, Erweiterungen oder einem Betreiberwechsel.

Die Stadtwerke versuchen, die Beschwerden nach Prioritäten abzuarbeiten. Bis Mitte des laufenden Jahres werde es mindestens dauern, den Rückstau abzuarbeiten und Abrechnungen zu übermitteln. Weil Aalen parallel die Rechnungen auf ein neues System umstellt, könnte ein reibungsloser Ablauf sich allerdings auch bis Anfang des kommenden Jahres ziehen. Die „historisch gewachsenen Lücken und Fehler in den Daten und Prozessen“, so schreibt der Stadtwerke-Chef, ließen sich nicht kurzfristig bereinigen.

Nur Trübsal blasen wollte Michael Schäfer in der Vorlage gleichwohl nicht. Die Stadtwerke Aalen seien „guter Dinge“. Die wirtschaftliche Situation habe sich stabilisiert, die „monetären Rückstände“ des Jahres 2025 habe der Versorger im Griff. Das versuchten die Stadtwerke nun auch mit den „prozessualen Rückständen“. Ziel: Die Stadtwerke wollen „in den kommenden Monaten wieder Zufriedenheit und Vertrauen bei den Kunden in Aalen zurückgewinnen“.

Dienstag, 28.04.2026, 17:15 Uhr
Volker Stephan

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