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Energie & Management > Studie - Shell sieht Europas LNG-Bedarf langfristig hoch
Quelle: Shutterstock / Wojciech Wrzesien
Studie

Shell sieht Europas LNG-Bedarf langfristig hoch

Shell erwartet bis 2050 einen Anstieg der weltweiten LNG-Nachfrage um 65 Prozent. Europa bleibt laut dem Mineralöl- und Gaskonzern trotz Energiewende ein bedeutender Importmarkt.
Europa wird nach Einschätzung von Shell auch langfristig große Mengen Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) importieren. Der britische Mineralöl- und Gaskonzern mit Hauptsitz in London erwartet in seinem „LNG Outlook 2026“ zugleich, dass die weltweite LNG-Nachfrage bis 2050 gegenüber 2025 um rund 65 Prozent auf knapp 700 Millionen Tonnen pro Jahr steigt. Als wesentliche Treiber nennt das Unternehmen den steigenden Energiebedarf insbesondere in Asien sowie den Wunsch vieler Staaten nach einer sicheren und flexiblen Energieversorgung.

In den kommenden Jahrzehnten wird, so die Einschätzung von Shell, die heimische Erdgasförderung in Europa weiter zurückgehen. Gleichzeitig steige der Bedarf an flexiblen Gaskraftwerken, um wetterbedingte Schwankungen bei Wind- und Solarstrom auszugleichen. LNG werde deshalb auch künftig eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit spielen. Obwohl der Gasverbrauch in Europa langfristig zurückgehen dürfte, rechnet Shell auch 2050 mit LNG-Importen von mehr als 125 Millionen Tonnen pro Jahr. Der heutige hohe Importbedarf werde damit auf absehbare Zeit bestehen bleiben. 
 
Der „Shell LNG Outlook 2026“
(zum Öffnen bitte auf das PDF klicken)
 Quelle: Shell

Markt zeigt sich widerstandsfähiger

Einen breiten Raum nimmt im diesjährigen Outlook die geopolitische Entwicklung ein. Der Konflikt im Nahen Osten habe den weltweiten LNG-Handel erneut unter Druck gesetzt, schreibt Shell. Zeitweise sei rund ein Fünftel der monatlichen LNG-Lieferungen durch Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus betroffen gewesen. Zusätzliche Lieferungen aus Nordamerika, eine höhere Auslastung bestehender Exportanlagen sowie eine geringere Nachfrage in Teilen Asiens hätten die Auswirkungen jedoch teilweise abgefedert. Sollte sich die Lage im Persischen Golf weiter entspannen, könnte der weltweite LNG-Handel 2026 etwa das Niveau des Vorjahres erreichen und 2027 wieder wachsen.

Im Vergleich zur europäischen Gaskrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine bewertet Shell den LNG-Markt heute als deutlich robuster. Nach Einschätzung des Unternehmens haben zusätzliche Verflüssigungsanlagen, neue LNG-Importterminals und flexiblere Handelsströme die Versorgung widerstandsfähiger gemacht. Hinzu komme der wachsende Anteil langfristiger Lieferverträge. Rund zwei Drittel des weltweiten LNG-Handels werden inzwischen über solche Verträge abgewickelt. Die durchschnittlichen Einkaufspreise vieler Importeure lägen deshalb deutlich unter den kurzfristigen Spotmarktpreisen. Dies habe dazu beigetragen, die Folgen der jüngsten geopolitischen Spannungen abzufedern.

Investitionen bleiben erforderlich

Den weltweit stärksten Nachfrageanstieg erwartet Shell in Süd- und Südostasien. Bis 2050 sollen diese Regionen rund 40 Prozent der weltweiten LNG-Importe auf sich vereinen. Voraussetzung dafür seien erhebliche Investitionen in Regasifizierungsanlagen, Importterminals und den Ausbau der Gasnetze. Gleichzeitig sollen bis 2030 weltweit neue Verflüssigungskapazitäten von rund 180 Millionen Tonnen pro Jahr entstehen.

Nach Einschätzung des Unternehmens reicht dieser Ausbau allein nicht aus. Um den langfristig erwarteten Bedarf zu decken, seien in den 2030er- und 2040er-Jahren weitere LNG-Projekte mit einer Jahreskapazität von rund 200 Millionen Tonnen erforderlich. Dabei dürften insbesondere Nordamerika und die USA ihre Rolle als wichtigste Exportregion weiter ausbauen.

Als weitere Wachstumstreiber nennt der Outlook den Einsatz von LNG als Schiffskraftstoff. Bis 2035 könnte sich die dafür benötigte Menge auf 27 Millionen Tonnen pro Jahr versiebenfachen. Zudem erwartet Shell in einzelnen asiatischen Staaten zusätzliche Gasnachfrage durch den steigenden Strombedarf von Rechenzentren. Der Bericht beschreibt darüber hinaus auch die Entwicklung des weltweiten LNG-Handels und den Ausbau neuer Export- und Importkapazitäten.

Der 27 Seiten umfassende „LNG Outlook 2026“ steht in englischer Sprache auf der Internetseite von Shell zum Download bereit.

Freitag, 3.07.2026, 17:01 Uhr
Davina Spohn
Energie & Management > Studie - Shell sieht Europas LNG-Bedarf langfristig hoch
Quelle: Shutterstock / Wojciech Wrzesien
Studie
Shell sieht Europas LNG-Bedarf langfristig hoch
Shell erwartet bis 2050 einen Anstieg der weltweiten LNG-Nachfrage um 65 Prozent. Europa bleibt laut dem Mineralöl- und Gaskonzern trotz Energiewende ein bedeutender Importmarkt.
Europa wird nach Einschätzung von Shell auch langfristig große Mengen Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) importieren. Der britische Mineralöl- und Gaskonzern mit Hauptsitz in London erwartet in seinem „LNG Outlook 2026“ zugleich, dass die weltweite LNG-Nachfrage bis 2050 gegenüber 2025 um rund 65 Prozent auf knapp 700 Millionen Tonnen pro Jahr steigt. Als wesentliche Treiber nennt das Unternehmen den steigenden Energiebedarf insbesondere in Asien sowie den Wunsch vieler Staaten nach einer sicheren und flexiblen Energieversorgung.

In den kommenden Jahrzehnten wird, so die Einschätzung von Shell, die heimische Erdgasförderung in Europa weiter zurückgehen. Gleichzeitig steige der Bedarf an flexiblen Gaskraftwerken, um wetterbedingte Schwankungen bei Wind- und Solarstrom auszugleichen. LNG werde deshalb auch künftig eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit spielen. Obwohl der Gasverbrauch in Europa langfristig zurückgehen dürfte, rechnet Shell auch 2050 mit LNG-Importen von mehr als 125 Millionen Tonnen pro Jahr. Der heutige hohe Importbedarf werde damit auf absehbare Zeit bestehen bleiben. 
 
Der „Shell LNG Outlook 2026“
(zum Öffnen bitte auf das PDF klicken)
 Quelle: Shell

Markt zeigt sich widerstandsfähiger

Einen breiten Raum nimmt im diesjährigen Outlook die geopolitische Entwicklung ein. Der Konflikt im Nahen Osten habe den weltweiten LNG-Handel erneut unter Druck gesetzt, schreibt Shell. Zeitweise sei rund ein Fünftel der monatlichen LNG-Lieferungen durch Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus betroffen gewesen. Zusätzliche Lieferungen aus Nordamerika, eine höhere Auslastung bestehender Exportanlagen sowie eine geringere Nachfrage in Teilen Asiens hätten die Auswirkungen jedoch teilweise abgefedert. Sollte sich die Lage im Persischen Golf weiter entspannen, könnte der weltweite LNG-Handel 2026 etwa das Niveau des Vorjahres erreichen und 2027 wieder wachsen.

Im Vergleich zur europäischen Gaskrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine bewertet Shell den LNG-Markt heute als deutlich robuster. Nach Einschätzung des Unternehmens haben zusätzliche Verflüssigungsanlagen, neue LNG-Importterminals und flexiblere Handelsströme die Versorgung widerstandsfähiger gemacht. Hinzu komme der wachsende Anteil langfristiger Lieferverträge. Rund zwei Drittel des weltweiten LNG-Handels werden inzwischen über solche Verträge abgewickelt. Die durchschnittlichen Einkaufspreise vieler Importeure lägen deshalb deutlich unter den kurzfristigen Spotmarktpreisen. Dies habe dazu beigetragen, die Folgen der jüngsten geopolitischen Spannungen abzufedern.

Investitionen bleiben erforderlich

Den weltweit stärksten Nachfrageanstieg erwartet Shell in Süd- und Südostasien. Bis 2050 sollen diese Regionen rund 40 Prozent der weltweiten LNG-Importe auf sich vereinen. Voraussetzung dafür seien erhebliche Investitionen in Regasifizierungsanlagen, Importterminals und den Ausbau der Gasnetze. Gleichzeitig sollen bis 2030 weltweit neue Verflüssigungskapazitäten von rund 180 Millionen Tonnen pro Jahr entstehen.

Nach Einschätzung des Unternehmens reicht dieser Ausbau allein nicht aus. Um den langfristig erwarteten Bedarf zu decken, seien in den 2030er- und 2040er-Jahren weitere LNG-Projekte mit einer Jahreskapazität von rund 200 Millionen Tonnen erforderlich. Dabei dürften insbesondere Nordamerika und die USA ihre Rolle als wichtigste Exportregion weiter ausbauen.

Als weitere Wachstumstreiber nennt der Outlook den Einsatz von LNG als Schiffskraftstoff. Bis 2035 könnte sich die dafür benötigte Menge auf 27 Millionen Tonnen pro Jahr versiebenfachen. Zudem erwartet Shell in einzelnen asiatischen Staaten zusätzliche Gasnachfrage durch den steigenden Strombedarf von Rechenzentren. Der Bericht beschreibt darüber hinaus auch die Entwicklung des weltweiten LNG-Handels und den Ausbau neuer Export- und Importkapazitäten.

Der 27 Seiten umfassende „LNG Outlook 2026“ steht in englischer Sprache auf der Internetseite von Shell zum Download bereit.

Freitag, 3.07.2026, 17:01 Uhr
Davina Spohn

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