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Die Bundesnetzagentur sieht bei der Gasversorgung für die nächsten Wochen keinen Grund zur Beunruhigung. Vollständige Entwarnung zu geben, wäre aber nicht seriös, schreibt sie.
Wie unterschiedlich die Wahrnehmung von Medien und Behörden sein kann, zeigt sich dieser Tage beim Thema Erdgas. „Der Irankrieg lässt die Gaspreise explodieren“, einen Teil der Industrie treffe das bis ins Mark – und die Bundesregierung, meldet das Wirtschaftsmagazin Capital.
„Meerenge dicht, Speicher leer Gaspreise steigen sprunghaft an“, alarmiert die Rheinische Post ihre Leser. Und Tageschau.de fragt: „Handelt es sich nur um einen kurzfristigen Preisschock - oder den Beginn einer neuen Ära der Inflation?“ . Eher gelassen dagegen gibt sich die Bonner Regulierungsbehörde.
„Es wäre nicht seriös, vollständig Entwarnung zu geben. Niemand weiß, wie lange der Konflikt dauert und ob er sich ausbreiten wird. Aber für die nächsten Wochen gibt es keinen Grund zur Beunruhigung“, schreibt die Bundesnetzagentur in ihrem „Insight Blog“ auf der ihrer Webseite.
Nicht vergleichbar mit 2022
Die aktuelle Situation sei nicht vergleichbar mit der im Frühjahr 2022. Damals habe Deutschland die Infrastruktur gefehlt, um den Stopp der Erdgaslieferungen durch Russland sowie die späteren Pipeline-Ausfälle der Nord-Stream auszugleichen.
Die Behörde verweist auf die LNG-Terminals und darauf, dass die Gasflüsse umgestellt worden sind. „Wir können die zur Versorgung notwendigen Mengen importieren“, heißt es. Allerdings schlügen „aufgrund der geänderten Versorgungssituation mehr als früher die Preise auf den (Welt-)märkten und deren Schwankungen“ durch. Man haben aktuell keine Hinweise darauf, dass die Marktakteure ihren Verpflichtungen nicht nachkommen.
Die Gasversorgung in Deutschland sei stabil und die Versorgungssicherheit gewährleistet. Was die Behörde gleichwohl beschäftigt: „Wir nehmen Preisausschläge auf den Weltmärkten wahr, die auch in Deutschland spürbar sind und auch bleiben könnten, je nachdem, wie lange der Konflikt dauert.“
Freitag, 13.03.2026, 16:57 Uhr
Manfred Fischer
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