Die e-SAF-Demonstrationsanlage befindet sich auf dem Gelände des Paul Scherrer Instituts PSI in Villingen. Quelle: Paul Scherrer Institut PSI / Markus Fischer
MB Energy und die Zürcher Metafuels wollen eine europäische Lieferkette für synthetischen Flugkraftstoff aufbauen. Ausgangspunkt ist eine geplante Anlage in Rotterdam.
Die Hamburger MB Energy und das Schweizer Technologieunternehmen Metafuels wollen gemeinsam eine europäische Lieferkette für synthetischen Flugkraftstoff (elektro-Sustainable Aviation Fuels, e-SAF) von der Produktion bis zur Betankung von Flugzeugen entwickeln. Die Zusammenarbeit umfasst Marktzugang, Beimischung, Infrastruktur, Logistik, Zertifizierung und den Austausch von Informationen. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Unternehmen einer aktuellen Mitteilung zufolge anlässlich der Eröffnung einer Demonstrationsanlage von Metafuels in der Schweiz unterzeichnet.
Ausgangspunkt für den Aufbau der Lieferkette soll das sogenannte „Turbe“-Projekt von Metafuels in Rotterdam sein. Dessen Start ist für 2030 vorgesehen. Metafuels will dort synthetischen Flugkraftstoff auf Basis von erneuerbar erzeugtem Methanol herstellen.
Das Unternehmen setzt dafür auf sein „Aerobrew“-Verfahren. Dieses wandelt Methanol in Flugkraftstoff um. Metafuels gibt an, dass der Kraftstoff über den gesamten Lebenszyklus bis zu 90 Prozent weniger Emissionen verursache als fossiles Kerosin.
MB Energy könnte auch Methanol liefern
MB Energy soll Handels-, Logistik-, Infrastruktur- und Zertifizierungskompetenz in die Kooperation einbringen. Die Partner wollen unter anderem Lösungen dafür entwickeln, wie zertifiziertes e-SAF beigemischt und anschließend bis zum Flughafen transportiert und dort bereitgestellt werden kann. Darüber hinaus könnte MB Energy selbst zum Rohstofflieferanten werden und Methanol für die e-SAF-Produktion bereitstellen.
„Dies ist ein wichtiger Schritt, um e-SAF in Flugzeugflügel zu bringen“, sagte Philipp Kroepels, Director New Energy bei MB Energy. „Die Reduzierung der Kohlenstoffintensität von Flugkraftstoffen wird starke Partnerschaften erfordern, die innovative Technologien, erneuerbare Moleküle, zuverlässige Infrastruktur und Kundenzugang verbinden.“
Demonstrationsanlage in der Schweiz eröffnet
In der Schweiz hat Metafuels im August im Zusammenarbeit mit dem Paul-Scherrer-Institut (PSI) die nach eigenen Angaben weltweit erste Demonstrationsanlage für Nachhaltigen Flugkraftstoff („Methanol to Jet“) in Betrieb genommen. Die Anlage soll der weiteren Entwicklung der Technologie auf dem Weg zum Turbe-Projekt in Rotterdam dienen. Metafuels will für die geplante Produktion eine Lieferkette für Rohstoffe, Logistik und die Auslieferung des Kraftstoffs aufbauen.
„Mit der Eröffnung unserer Demonstrationsanlage, der weltweit ersten Methanol-to-Jet-Anlage, überführen wir Innovation in eine industrielle Lösung für die Luftfahrt. Die Skalierung von e-SAF ist ebenso sehr eine Lieferkettenherausforderung wie eine technologische“, sagte Matthias Schnellmann, Vice President Commercial bei Metafuels. (kmt)
Donnerstag, 10.09.2026, 15:55 Uhr
Katia Meyer-Tien
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