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Die KOB GmbH, ein Hersteller textiler Medizinprodukte, setzt bei der Energieversorgung künftig auf Biomasse − und auf die MVV Enamic GmbH als Contrator.
Die MVV Enamic GmbH, eine B2B-Tochter des Mannheimer Energieunternehmens MVV Energie, hat am Unternehmenssitz in Wolfstein des Medizinprodukteherstellers KOB eine neue Biomasse-Dampfkesselanlage als Contracting Modell geplant, finanziert und umgesetzt. Die Anlage soll die Produktion künftig mit nachhaltigem Prozessdampf versorgen, teilte MVV Enamic dazu mit.
Im Beisein von Staatsministerin Daniela Schmitt, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, wurde die Anlage am 5. März offiziell in Betrieb genommen: „Ich war Anfang 2024 zuletzt hier im Unternehmen. Damals haben mir die Verantwortlichen von ihren großen Plänen erzählt. Heute sehen wir: Aus Plänen ist Realität geworden – und was hier entstanden ist, ist beeindruckend“, sagte sie in ihrem Grußwort. Nach Angaben der Projektpartner reduziert die Anlage den CO2-Ausstoß des Unternehmens deutlich und schafft eine langfristig planbare Kostenstruktur für die Energieversorgung.
Kostensicherheit durch langfristiges Contracting Industrieunternehmen sehen sich seit einigen Jahren steigenden Energiekosten und hohen Preisvolatilitäten ausgesetzt. Contracting-Modelle gewinnen deshalb an Bedeutung. Bei dem Projekt in Wolfstein liefert MVV Enamic den benötigten Prozessdampf auf Basis eines langfristigen Dampfliefervertrags. „Mit unseren innovativen Lösungen für Industriekunden unterstreichen wir nachdrücklich, dass wirtschaftliche Effizienz und nachhaltige Produktion Hand in Hand gehen können“, sagte Johannes Werhahn, Vertriebsvorstand der MVV Energie AG.
Der Energiedienstleister verantwortet neben Planung und Finanzierung auch Betrieb, Wartung und regelmäßige Prüfungen der Anlage. Darüber hinaus organisiert das Unternehmen Logistik, Lagerhaltung und Beschaffung der Biomasse. Für KOB entsteht damit eine verbrauchsabhängige Kostenstruktur ohne eigene Investitionen in die Energieanlage.
Mit der neuen Anlage stellt das Unternehmen die Dampferzeugung weitgehend von fossilen Brennstoffen auf Biomasse um. Als Brennstoffe dienen pflanzliche Abfälle sowie Reststoffe aus regionaler Land-, Forst- und Holzwirtschaft.
Die Anlage erreicht eine thermische Leistung von 2,5 MW. Ein neu errichtetes Biomasselager mit einem Fassungsvermögen von rund 250 Kubikmeter stellt die kontinuierliche Brennstoffversorgung sicher. Die Umstellung senkt die CO2-Emissionen am Standort um etwa 4.000 Tonnen im Jahr. Nach Angaben des Unternehmens entspricht das einer Reduktion von rund 37 Prozent.
Teil eines größeren ModernisierungsprogrammsFür KOB stellt die Anlage die größte Einzelmaßnahme zur Modernisierung der Energieinfrastruktur am Standort dar. Der Medizintechnikhersteller produziert in Wolfstein unter anderem elastische Binden und textile Träger für pharmazeutische Anwendungen.
Gemeinsam mit der Muttergesellschaft Hartmann investiert das Unternehmen rund 50 Millionen Euro in ein umfassendes Modernisierungsprogramm für den Standort. Die Biomasseanlage bildet dabei laut dem Unternehmen einen zentralen Baustein, um Energieversorgung und Produktionsprozesse langfristig anzupassen.
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Bei der offiziellen Inbetriebnahme: Ferdinand Höfer (Geschäftsführer MVV Enamic GmbH), Johannes Werhahn (Vertriebsvorstand MVV Energie AG), Achim Hehl (CEO KOB GmbH), Daniela Schmitt (Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz) und Markus Kimpel (CFO KOB GmbH) Quelle: KOB GmbH |
Donnerstag, 5.03.2026, 14:35 Uhr
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