E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Brandenburg - Landkreis Spree-Neiße baut Wasserstoffsystem auf
Wasserstoffbusse bekommen Betankungsinfrastruktur Quelle: KI-GPT
Brandenburg

Landkreis Spree-Neiße baut Wasserstoffsystem auf

Der Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg) setzt auf Wasserstoffbusse und Brennstoffzellenfahrzeuge und baut dafür Tankstellen sowie eine eigene Erzeugungsanlage auf.
Der Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa baut eine Wasserstoff-Infrastruktur für seine kommunale Mobilität auf. Insgesamt 35 Wasserstoffbusse und zwei Abfallsammelfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb hat der Landkreis bereits beschafft. Für die Fahrzeuge und den Aufbau der Infrastruktur stehen Fördermittel des Bundesverkehrsministeriums in Höhe von insgesamt 13,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Die neuen Fahrzeuge sollen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und in der kommunalen Abfallwirtschaft eingesetzt werden. Parallel zur Fahrzeugbeschaffung entsteht ein Versorgungssystem, das Erzeugung, Speicherung, Logistik und Betankung von erneuerbarem Wasserstoff miteinander verbindet. Das Vorhaben soll den CO2-Ausstoß der kommunalen Mobilität senken und zugleich einen Beitrag zum Aufbau eines regionalen Wasserstoff-Clusters in der Lausitz leisten.

Zentrale Wasserstoffanlage in Forst

Das zentrale Wasserstoffprojekt des Landkreises entsteht in Forst (Lausitz)/Barsc (Luzyca). Nach einer europaweiten Ausschreibung erhielt die EMB Energie Brandenburg GmbH den Auftrag für Planung, Errichtung und Betrieb der stationären Wasserstofftankinfrastruktur. Das Unternehmen gehört zur Gasag-Gruppe und ist in Brandenburg im Energiegeschäft tätig.

Geplant sind ein Elektrolyseur mit einer Leistung von fünf MW, Wasserstoffspeicher, Verdichtungstechnik und eine Tankstelle. Der Elektrolyseur soll den Wasserstoff vor Ort aus erneuerbaren Energien erzeugen. Nach Angaben des Landkreises soll der eingesetzte Wasserstoff als erneuerbarer Kraftstoff nicht biogenen Ursprungs (RFNBO) zertifiziert sein.

Damit will der Landkreis einen Teil der Versorgung selbst aufbauen und die Abhängigkeit von extern bezogenem Wasserstoff verringern. Für die Errichtung der Anlage ist eine Förderung über das Investitionsgesetz Kohleregion vorgesehen. Die interministerielle Arbeitsgruppe hat die Förderung befürwortet, der Antrag wurde bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg eingereicht.

Zwei mobile Tankstellen im Kreis

Ergänzend zur stationären Anlage in Forst soll eine mobile Tankinfrastruktur an zwei weiteren Standorten entstehen. Mit der Umsetzung der beiden mobilen Tankstellen beauftragte der Landkreis nach einer europaweiten Ausschreibung die „FPS.Energy GmbH“ (Fuel & Power Supply). Das Unternehmen soll für den Betrieb der Fahrzeuge ausschließlich RFNBO-zertifizierten erneuerbaren Wasserstoff bereitstellen.

Nach Angaben des Geschäftsführers Leander Hoffmann arbeiten das Unternehmen, lokale Dienstleister, Behörden und weitere Projektpartner derzeit an der Realisierung der beiden Standorte. Ziel sei es, kurzfristig eine zuverlässige Wasserstoffversorgung für die neuen Busse und Abfallsammelfahrzeuge aufzubauen.

Fahrzeuge und Erzeugung verknüpft

Landrat Martin Heusler sieht in der Kombination aus Fahrzeugbeschaffung und Infrastruktur einen Beitrag zur Gestaltung des Strukturwandels in der Region. Mit den 35 Wasserstoffbussen und zwei Abfallsammelfahrzeugen sowie der eigenen Tankinfrastruktur etabliere der Landkreis eine Schlüsseltechnologie und stärke damit langfristig die Innovationskraft der Region, erklärte Heusler.

Auch die regionale Erzeugung ist Bestandteil des Konzepts. Leif Christian Cropp, Vorsitzender der Geschäftsführung der EMB Energie Brandenburg GmbH, verwies darauf, dass das Projekt in Forst nicht auf den Bau einer Tankstelle beschränkt sei. Mit dem Elektrolyseur werde der Kraftstoff aus erneuerbaren Energien vor Ort erzeugt.

Der Landkreis setzt damit auf ein integriertes System aus Fahrzeugen, Tankstellen und Wasserstofferzeugung. Neben dem Aufbau der eigenen Infrastruktur soll das Vorhaben bestehende Wasserstoff-Aktivitäten in der Lausitz ergänzen. Bereits in Cottbus/Chosebuz sind Wasserstoffbusse im Einsatz.

Für Spree-Neiße bedeutet das Projekt zugleich eine Ausweitung der Wasserstoff-Mobilität auf weitere kommunale Anwendungen. Neben dem ÖPNV wird auch die Abfallentsorgung auf Brennstoffzellenfahrzeuge umgestellt. Mit der Kombination aus regionaler Erzeugung und mehreren Betankungsstandorten soll die Versorgung der Fahrzeuge im Landkreis langfristig abgesichert werden. (sh)

Montag, 14.09.2026, 08:50 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Brandenburg - Landkreis Spree-Neiße baut Wasserstoffsystem auf
Wasserstoffbusse bekommen Betankungsinfrastruktur Quelle: KI-GPT
Brandenburg
Landkreis Spree-Neiße baut Wasserstoffsystem auf
Der Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg) setzt auf Wasserstoffbusse und Brennstoffzellenfahrzeuge und baut dafür Tankstellen sowie eine eigene Erzeugungsanlage auf.
Der Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa baut eine Wasserstoff-Infrastruktur für seine kommunale Mobilität auf. Insgesamt 35 Wasserstoffbusse und zwei Abfallsammelfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb hat der Landkreis bereits beschafft. Für die Fahrzeuge und den Aufbau der Infrastruktur stehen Fördermittel des Bundesverkehrsministeriums in Höhe von insgesamt 13,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Die neuen Fahrzeuge sollen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und in der kommunalen Abfallwirtschaft eingesetzt werden. Parallel zur Fahrzeugbeschaffung entsteht ein Versorgungssystem, das Erzeugung, Speicherung, Logistik und Betankung von erneuerbarem Wasserstoff miteinander verbindet. Das Vorhaben soll den CO2-Ausstoß der kommunalen Mobilität senken und zugleich einen Beitrag zum Aufbau eines regionalen Wasserstoff-Clusters in der Lausitz leisten.

Zentrale Wasserstoffanlage in Forst

Das zentrale Wasserstoffprojekt des Landkreises entsteht in Forst (Lausitz)/Barsc (Luzyca). Nach einer europaweiten Ausschreibung erhielt die EMB Energie Brandenburg GmbH den Auftrag für Planung, Errichtung und Betrieb der stationären Wasserstofftankinfrastruktur. Das Unternehmen gehört zur Gasag-Gruppe und ist in Brandenburg im Energiegeschäft tätig.

Geplant sind ein Elektrolyseur mit einer Leistung von fünf MW, Wasserstoffspeicher, Verdichtungstechnik und eine Tankstelle. Der Elektrolyseur soll den Wasserstoff vor Ort aus erneuerbaren Energien erzeugen. Nach Angaben des Landkreises soll der eingesetzte Wasserstoff als erneuerbarer Kraftstoff nicht biogenen Ursprungs (RFNBO) zertifiziert sein.

Damit will der Landkreis einen Teil der Versorgung selbst aufbauen und die Abhängigkeit von extern bezogenem Wasserstoff verringern. Für die Errichtung der Anlage ist eine Förderung über das Investitionsgesetz Kohleregion vorgesehen. Die interministerielle Arbeitsgruppe hat die Förderung befürwortet, der Antrag wurde bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg eingereicht.

Zwei mobile Tankstellen im Kreis

Ergänzend zur stationären Anlage in Forst soll eine mobile Tankinfrastruktur an zwei weiteren Standorten entstehen. Mit der Umsetzung der beiden mobilen Tankstellen beauftragte der Landkreis nach einer europaweiten Ausschreibung die „FPS.Energy GmbH“ (Fuel & Power Supply). Das Unternehmen soll für den Betrieb der Fahrzeuge ausschließlich RFNBO-zertifizierten erneuerbaren Wasserstoff bereitstellen.

Nach Angaben des Geschäftsführers Leander Hoffmann arbeiten das Unternehmen, lokale Dienstleister, Behörden und weitere Projektpartner derzeit an der Realisierung der beiden Standorte. Ziel sei es, kurzfristig eine zuverlässige Wasserstoffversorgung für die neuen Busse und Abfallsammelfahrzeuge aufzubauen.

Fahrzeuge und Erzeugung verknüpft

Landrat Martin Heusler sieht in der Kombination aus Fahrzeugbeschaffung und Infrastruktur einen Beitrag zur Gestaltung des Strukturwandels in der Region. Mit den 35 Wasserstoffbussen und zwei Abfallsammelfahrzeugen sowie der eigenen Tankinfrastruktur etabliere der Landkreis eine Schlüsseltechnologie und stärke damit langfristig die Innovationskraft der Region, erklärte Heusler.

Auch die regionale Erzeugung ist Bestandteil des Konzepts. Leif Christian Cropp, Vorsitzender der Geschäftsführung der EMB Energie Brandenburg GmbH, verwies darauf, dass das Projekt in Forst nicht auf den Bau einer Tankstelle beschränkt sei. Mit dem Elektrolyseur werde der Kraftstoff aus erneuerbaren Energien vor Ort erzeugt.

Der Landkreis setzt damit auf ein integriertes System aus Fahrzeugen, Tankstellen und Wasserstofferzeugung. Neben dem Aufbau der eigenen Infrastruktur soll das Vorhaben bestehende Wasserstoff-Aktivitäten in der Lausitz ergänzen. Bereits in Cottbus/Chosebuz sind Wasserstoffbusse im Einsatz.

Für Spree-Neiße bedeutet das Projekt zugleich eine Ausweitung der Wasserstoff-Mobilität auf weitere kommunale Anwendungen. Neben dem ÖPNV wird auch die Abfallentsorgung auf Brennstoffzellenfahrzeuge umgestellt. Mit der Kombination aus regionaler Erzeugung und mehreren Betankungsstandorten soll die Versorgung der Fahrzeuge im Landkreis langfristig abgesichert werden. (sh)

Montag, 14.09.2026, 08:50 Uhr
Susanne Harmsen

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.