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Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern kommt zu kurz
Quelle: Shutterstock / Supamotionstock.com
Elektrofahrzeuge

Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern kommt zu kurz

Der Bundesverband Neue Mobilität sieht die Diskussion um die Ladeinfrastruktur zu sehr auf Neubauten und Einfamilienhäuser gerichtet.
Der Bundesverband Neue Mobilität (BNM) fordert eine stärkere Fokussierung auf den Gebäudebestand beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Weiterhin warnt er davor, den Hochlauf der Elektromobilität durch eine zu enge Ausrichtung auf Neubauten und Einfamilienhäuser auszubremsen, heißt es in einer Mitteilung.

Insbesondere in Mehrfamilienhäusern bleibe der Zugang zu privater Ladeinfrastruktur für einen Großteil der Bevölkerung eingeschränkt. Mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland lebt in Mehrfamilienhäusern, während der überwiegende Teil der Ladevorgänge zu Hause oder am Wohnort stattfindet. „Ohne verbindliche nationale Vorgaben und wirksame Förderinstrumente droht eine dauerhafte soziale Schieflage bei der Nutzung von Elektrofahrzeugen“, schreibt der Verband weiter.

Wer Elektromobilität in die Breite bringen will, müsse dort ansetzen, wo Menschen tatsächlich wohnen. Die bisherige Ausrichtung lasse große Teile des Bestands unberücksichtigt. Damit werde Elektromobilität faktisch auf bestimmte Einkommens- und Eigentümergruppen begrenzt.

Auch die diskutierte nationale Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (Energy Performance of Buildings Directive, EPBD) bewertet der BNM als nicht ausreichend, um bestehende Defizite im Bestand zu beheben. Ohne weitergehende nationale Vorgaben und flankierende Förderinstrumente blieben Millionen Stellplätze technisch unvorbereitet.

Der Verband plädiert für einen klaren ordnungspolitischen Rahmen, der Ladeinfrastruktur im Gebäudebestand systematisch voranbringt. Zinsvergünstigte Kredite in Kombination mit Tilgungszuschüssen könnten Investitionen auslösen, ohne hohe dauerhafte Haushaltsbelastungen zu verursachen. Entscheidend sei eine Ausgestaltung, die Wohnungseigentümergemeinschaften und den Mietwohnungsbau ausdrücklich einbezieht.

Zudem verweist der BNM auf energiewirtschaftliche Effekte. „Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern kann einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und zur Integration erneuerbarer Energien leisten, wenn sie von Beginn an systemdienlich geplant wird.“ Elektromobilität, Gebäude und Stromsystem müssten gemeinsam gedacht werden.

Montag, 23.02.2026, 17:00 Uhr
Stefan Sagmeister
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Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern kommt zu kurz
Der Bundesverband Neue Mobilität sieht die Diskussion um die Ladeinfrastruktur zu sehr auf Neubauten und Einfamilienhäuser gerichtet.
Der Bundesverband Neue Mobilität (BNM) fordert eine stärkere Fokussierung auf den Gebäudebestand beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Weiterhin warnt er davor, den Hochlauf der Elektromobilität durch eine zu enge Ausrichtung auf Neubauten und Einfamilienhäuser auszubremsen, heißt es in einer Mitteilung.

Insbesondere in Mehrfamilienhäusern bleibe der Zugang zu privater Ladeinfrastruktur für einen Großteil der Bevölkerung eingeschränkt. Mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland lebt in Mehrfamilienhäusern, während der überwiegende Teil der Ladevorgänge zu Hause oder am Wohnort stattfindet. „Ohne verbindliche nationale Vorgaben und wirksame Förderinstrumente droht eine dauerhafte soziale Schieflage bei der Nutzung von Elektrofahrzeugen“, schreibt der Verband weiter.

Wer Elektromobilität in die Breite bringen will, müsse dort ansetzen, wo Menschen tatsächlich wohnen. Die bisherige Ausrichtung lasse große Teile des Bestands unberücksichtigt. Damit werde Elektromobilität faktisch auf bestimmte Einkommens- und Eigentümergruppen begrenzt.

Auch die diskutierte nationale Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (Energy Performance of Buildings Directive, EPBD) bewertet der BNM als nicht ausreichend, um bestehende Defizite im Bestand zu beheben. Ohne weitergehende nationale Vorgaben und flankierende Förderinstrumente blieben Millionen Stellplätze technisch unvorbereitet.

Der Verband plädiert für einen klaren ordnungspolitischen Rahmen, der Ladeinfrastruktur im Gebäudebestand systematisch voranbringt. Zinsvergünstigte Kredite in Kombination mit Tilgungszuschüssen könnten Investitionen auslösen, ohne hohe dauerhafte Haushaltsbelastungen zu verursachen. Entscheidend sei eine Ausgestaltung, die Wohnungseigentümergemeinschaften und den Mietwohnungsbau ausdrücklich einbezieht.

Zudem verweist der BNM auf energiewirtschaftliche Effekte. „Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern kann einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und zur Integration erneuerbarer Energien leisten, wenn sie von Beginn an systemdienlich geplant wird.“ Elektromobilität, Gebäude und Stromsystem müssten gemeinsam gedacht werden.

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