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Energie & Management > Klimaschutz - Kleine Vermögen für Klimaschutz mobilisieren
Quelle: iStock
Klimaschutz

Kleine Vermögen für Klimaschutz mobilisieren

Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) schlägt einen staatlich geförderten Klimasparplan vor, um private Vermögen für nachhaltige Investitionen zu mobilisieren.
Für Klimaschutz und die Modernisierung der deutschen Wirtschaft werden nach Einschätzung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) jährlich mehr als 100 Milliarden Euro benötigt. Gleichzeitig blieben private Vermögen von rund 10 Billionen Euro bislang weitgehend ungenutzt für nachhaltige Investitionen. Das geht aus einem neuen Policy Brief des FÖS hervor. Die Denkfabrik mit Sitz in Berlin entwickelt Konzepte für eine nachhaltige Finanz- und Wirtschaftspolitik.

Das FÖS schlägt darin einen „Klimasparplan für alle“ vor. Ziel sei es, privates Kapital gezielt für Klimaschutz und nachhaltige Infrastrukturprojekte zu mobilisieren. Grundlage des Konzepts ist ein Vorschlag des Sustainable-Finance-Beirats der Bundesregierung aus dem Jahr 2024.

Nach Angaben des FÖS richten sich bestehende staatliche Angebote für nachhaltige Investitionen bislang vor allem an Kapitalmärkte und institutionelle Investoren. Ein Klimasparplan könnte dagegen breitere Bevölkerungsschichten ansprechen.

Sparprodukt weit streuen

Vorgesehen sei ein langfristiges Sparprodukt, das Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften anbieten können. Dabei sollen unterschiedliche Modelle mit verschiedenen Risiko- und Renditeprofilen möglich sein. Das Spektrum reiche von Anlagen mit Kapitalgarantie bis hin zu renditestärkeren Angeboten mit höherem Risiko.

Der Staat würde nach den Vorstellungen des FÖS verbindliche Nachhaltigkeitskriterien definieren und steuerliche Anreize schaffen. Als Vorbild verweist die Organisation auf den französischen „Plan Epargne Avenir Climat“ (PEAC), der bereits ähnliche Ziele verfolgt.

Hana van Loock, Co-Autorin des Policy Briefs, sieht in der einfachen Struktur des Instruments einen Vorteil. Ein gemeinsames Label und ein klarer staatlicher Rahmen könnten Vertrauen schaffen und nachhaltige Geldanlagen auch für Menschen attraktiver machen, die bislang wenig Erfahrung mit Finanzprodukten haben, erklärte sie laut Mitteilung.

Ungenutztes Geld aktivieren

Das FÖS verweist zudem auf ein großes ungenutztes Potenzial bei privaten Vermögen. Ein erheblicher Teil des Geldvermögens privater Haushalte liege weiterhin in Bankeinlagen oder Bargeld und fließe kaum in nachhaltige Investitionen. Zwar wachse der Markt für nachhaltige Finanzprodukte, viele Haushalte empfänden entsprechende Angebote jedoch als komplex und schwer vergleichbar.

Nach Angaben des FÖS kann sich etwa die Hälfte aller Haushalte Investitionen in grüne Finanzprodukte grundsätzlich vorstellen. Tatsächlich nutze aber bislang nur etwa jeder siebte Haushalt entsprechende Angebote.

Carolin Schenuit, geschäftsführende Vorständin des FÖS, erklärte, die Bundesregierung könne mit einem Klimasparplan erhebliche private Vermögen gezielt aktivieren und Bürgerinnen und Bürger stärker an nachhaltigen Investitionen beteiligen. Staatliche Investitionen könnten dadurch ergänzt und ausgeweitet werden.

Damit ein Klimasparplan breite Wirkung entfaltet, empfiehlt das FÖS klare politische Rahmenbedingungen. Dazu zählen nach Angaben der Organisation verbindliche Nachhaltigkeitsstandards, transparente Wirkungsberichte und steuerliche Vorteile, speziell für Kleinsparer. Darüber hinaus seien mehr Finanzbildung und leicht verständliche Informationsangebote notwendig, um das Instrument in der Breite zu etablieren.

Die Vorschläge des FÖS zum Klimasparplan stehen als PDF zum Download bereit.

Freitag, 22.05.2026, 10:50 Uhr
Susanne Harmsen
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Kleine Vermögen für Klimaschutz mobilisieren
Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) schlägt einen staatlich geförderten Klimasparplan vor, um private Vermögen für nachhaltige Investitionen zu mobilisieren.
Für Klimaschutz und die Modernisierung der deutschen Wirtschaft werden nach Einschätzung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) jährlich mehr als 100 Milliarden Euro benötigt. Gleichzeitig blieben private Vermögen von rund 10 Billionen Euro bislang weitgehend ungenutzt für nachhaltige Investitionen. Das geht aus einem neuen Policy Brief des FÖS hervor. Die Denkfabrik mit Sitz in Berlin entwickelt Konzepte für eine nachhaltige Finanz- und Wirtschaftspolitik.

Das FÖS schlägt darin einen „Klimasparplan für alle“ vor. Ziel sei es, privates Kapital gezielt für Klimaschutz und nachhaltige Infrastrukturprojekte zu mobilisieren. Grundlage des Konzepts ist ein Vorschlag des Sustainable-Finance-Beirats der Bundesregierung aus dem Jahr 2024.

Nach Angaben des FÖS richten sich bestehende staatliche Angebote für nachhaltige Investitionen bislang vor allem an Kapitalmärkte und institutionelle Investoren. Ein Klimasparplan könnte dagegen breitere Bevölkerungsschichten ansprechen.

Sparprodukt weit streuen

Vorgesehen sei ein langfristiges Sparprodukt, das Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften anbieten können. Dabei sollen unterschiedliche Modelle mit verschiedenen Risiko- und Renditeprofilen möglich sein. Das Spektrum reiche von Anlagen mit Kapitalgarantie bis hin zu renditestärkeren Angeboten mit höherem Risiko.

Der Staat würde nach den Vorstellungen des FÖS verbindliche Nachhaltigkeitskriterien definieren und steuerliche Anreize schaffen. Als Vorbild verweist die Organisation auf den französischen „Plan Epargne Avenir Climat“ (PEAC), der bereits ähnliche Ziele verfolgt.

Hana van Loock, Co-Autorin des Policy Briefs, sieht in der einfachen Struktur des Instruments einen Vorteil. Ein gemeinsames Label und ein klarer staatlicher Rahmen könnten Vertrauen schaffen und nachhaltige Geldanlagen auch für Menschen attraktiver machen, die bislang wenig Erfahrung mit Finanzprodukten haben, erklärte sie laut Mitteilung.

Ungenutztes Geld aktivieren

Das FÖS verweist zudem auf ein großes ungenutztes Potenzial bei privaten Vermögen. Ein erheblicher Teil des Geldvermögens privater Haushalte liege weiterhin in Bankeinlagen oder Bargeld und fließe kaum in nachhaltige Investitionen. Zwar wachse der Markt für nachhaltige Finanzprodukte, viele Haushalte empfänden entsprechende Angebote jedoch als komplex und schwer vergleichbar.

Nach Angaben des FÖS kann sich etwa die Hälfte aller Haushalte Investitionen in grüne Finanzprodukte grundsätzlich vorstellen. Tatsächlich nutze aber bislang nur etwa jeder siebte Haushalt entsprechende Angebote.

Carolin Schenuit, geschäftsführende Vorständin des FÖS, erklärte, die Bundesregierung könne mit einem Klimasparplan erhebliche private Vermögen gezielt aktivieren und Bürgerinnen und Bürger stärker an nachhaltigen Investitionen beteiligen. Staatliche Investitionen könnten dadurch ergänzt und ausgeweitet werden.

Damit ein Klimasparplan breite Wirkung entfaltet, empfiehlt das FÖS klare politische Rahmenbedingungen. Dazu zählen nach Angaben der Organisation verbindliche Nachhaltigkeitsstandards, transparente Wirkungsberichte und steuerliche Vorteile, speziell für Kleinsparer. Darüber hinaus seien mehr Finanzbildung und leicht verständliche Informationsangebote notwendig, um das Instrument in der Breite zu etablieren.

Die Vorschläge des FÖS zum Klimasparplan stehen als PDF zum Download bereit.

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