Quelle: Herrenknecht AG / Alina Eiberle
Das Regierungspräsidium Freiburg hat die Erkundungsbohrungen für das Geothermieprojekt der Erdwärme Breisgau in Hartheim am Rhein genehmigt.
Die Landesbergdirektion im Regierungspräsidium Freiburg (RP) hat der Erdwärme Breisgau das Bohrvorhaben zur Erkundung von tiefer Geothermie in Hartheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) genehmigt, teilte die Behörde am 27. Juli mit. Mit der Zulassung des Hauptbetriebsplans kann die Projektgesellschaft „Erdwärme Breisgau“, die sich jeweils zur Hälfte im Besitz von Badenova und dem Bohrunternehmen Herrenknecht befindet, die geplanten Untersuchungen des tiefen Untergrunds vorbereiten und durchführen.
Die Genehmigung umfasst den Bau eines Bohrplatzes nahe der Autobahn A5 auf Höhe des Rastplatzes Hardt, die Errichtung der Bohranlage sowie zwei Bohrungen bis in rund 3.300 Meter Tiefe. Darüber hinaus sind Testarbeiten zur Untersuchung des geothermischen Reservoirs zugelassen. Das Projekt soll klären, ob die geologischen Voraussetzungen für eine langfristige geothermische Wärmeversorgung der Region gegeben sind.
Nach Angaben der Projektpartner sollen ab Herbst 2026 zunächst Erdarbeiten, die Herstellung von Arbeits- und Lagerflächen sowie die Baustelleninfrastruktur eingerichtet werden. Die eigentlichen Bohrarbeiten sind derzeit für das zweite Halbjahr 2027 vorgesehen. Gemeinsam wollen die Unternehmen nach eigenen Angaben rund 60 Millionen Euro in die Erschließung des Reservoirs und den Bau eines Heizwerks investieren. Ziel ist es, langfristig bis zu 20.000 Haushalte in Freiburg mit Wärme aus Geothermie zu versorgen.
Badenova und Herrenknecht haben die Projektgesellschaft Erdwärme Breisgau gegründet, um ihre jeweiligen Kompetenzen in der Wärmeversorgung beziehungsweise im Bereich Tiefbohrtechnik zu bündeln. Geplant ist die Erschließung eines Heißwasservorkommens in rund 3.200 Metern Tiefe unter der Gemarkung Hartheim. Das geförderte Thermalwasser soll an der Oberfläche Wärme für die Fernwärmeversorgung bereitstellen. Anschließend wird das abgekühlte Wasser wieder in dieselbe Gesteinsformation zurückgeführt. Erst die nun genehmigten Bohrungen sollen Aufschluss über Temperatur, Ergiebigkeit und Wirtschaftlichkeit des Reservoirs liefern.
Vorhaben dient als Pilotprojekt für weitere Landkreise
Die Projektpartner bewerten die Genehmigung als wichtigen Meilenstein. Für Badenova und Herrenknecht hat das Vorhaben auch Modellcharakter. Beide Unternehmen verweisen darauf, dass in Deutschland bislang nur wenige Geothermieprojekte in einer gleichberechtigten Partnerschaft zwischen Energieversorgern und Technologieunternehmen umgesetzt werden. Während der Bohrphase plant die Projektgesellschaft nach eigenen Angaben Informationsangebote und Führungen für interessierte Bürgerinnen und Bürger vor Ort.
„Mit unserer Tiefbohrtechnologie verstehen wir uns als Enabler der Wärmewende. Die Partnerschaft mit Badenova ist eine Premiere in Deutschland und zukunftsweisend: Ein Energieversorger und ein Technologiepartner setzen gemeinsam und gleichberechtigt ein Geothermieprojekt um und produzieren langfristig zukunftssichere Wärme“, sagte Ulrich Hahne, Geschäftsführer von Herrenknecht Vertical.
„Am Oberrhein bietet tiefe Geothermie große Potenziale für die Umstellung unserer Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien. Ich freue mich, dass wir mit der Erteilung der Genehmigung an die Erdwärme Breisgau einen wichtigen Schritt gehen, um das Potenzial für unsere Region an einem konkreten Standort zu untersuchen und damit die Chancen für den Klimaschutz nutzen“, so Regierungspräsident Carsten Gabbert mit.
In die Genehmigung seien umfangreiche Maßnahmen insbesondere zum Schutz des Grundwassers und zur Vermeidung schädlicher Seismizität aufgenommen. Auf Grundlage der vorliegenden Unterlagen seien jedoch Erdbebenschäden nicht zu erwarten, teilte die Behörde weiter mit, die bei der Bewertung vom Landesforschungszentrum Geothermie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt wurde. (hr)
Dienstag, 28.07.2026, 15:30 Uhr
Heidi Roider
© 2026 Energie & Management GmbH