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Energie & Management > Wirtschaft - Enerparcs Insolvenzantrag nächster Schlag für die Solarbranche
Ein Solarpark von Enerparc auf einem früheren Militärgelände in Eggebek. Quelle: Enerparc
Wirtschaft

Enerparcs Insolvenzantrag nächster Schlag für die Solarbranche

Nächster Schlag für die deutsche Solarbranche: Bei Enerparc ist ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt. Die Vermarktungstochter Sunnic Lighthouse sieht sich nicht betroffen.
Diese Nachricht passt so gar nicht in die bisherige Erzählung: Die Enerparc AG ist wirtschaftlich angeschlagen. Der Solarpark-Entwickler aus Hamburg hat den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der vorläufige Insolvenzverwalter ist bereits bestellt und hat am 7. September offiziell seine Aufgabe angetreten.

Mit Stefan Denkhaus, Partner in der Wirtschaftskanzlei BRL, kümmert sich nun ein namhafter Vertreter der Branche um die Belange des Unternehmens. Denkhaus war in jüngerer Vergangenheit auch als Insolvenzverwalter der Kaufhauskette Galeria aktiv, was mit einer Sicherung etlicher Standorte und Arbeitsplätze einherging.

Bei der Enerparc AG gehe es laut Stefan Denkhaus zunächst darum, das Unternehmen zu stabilisieren. So lässt er sich in einer gemeinsamen Mitteilung von Enerparc und der Kanzlei BRL zitieren.

Zu weiteren Auskünften sah Denkhaus sich auf Anfrage dieser Redaktion am 8. September und damit 24 Stunden nach Amtsübernahme noch nicht in der Lage. Das teilte eine eingeschaltete PR-Agentur in seinem Namen mit. Damit blieben auch Fragen zum Grund für den Insolvenzantrag unbeantwortet.

Zunächst hat ausschließlich die AG einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Die Mitteilung spricht davon, dass auch Insolvenzanträge von „Schwestergesellschaften“ möglich seien. Für eine endgültige Einschätzung sei es allerdings noch zu früh.

Vermarktungstochter stabil und „finanziell abgesichert“

Im Zuge der Entwicklung meldete sich am 8. September die Sunnic Lighthouse GmbH zu Wort. Dabei handelt es sich um die Stromvermarktungstochter von Enerparc, die auch mit Energie aus Windparks anderer Unternehmen Handel treibt. Geschäftsführer Arved von Harpe betont, dass die operativen Geschäfte stabil liefen und das Unternehmen „finanziell abgesichert“ sei.

Als „eigenständiges und wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen“ setze Sunnic Lighthouse seine Geschäftstätigkeit „in allen Bereichen fort – von der Direktvermarktung über die Stromversorgung bis zum Energiehandel“. Die Lieferung von Strom an die Kunden erfolge zuverlässig. Das Geschäftsjahr sei erfolgreich und Sunnic Lighthouse erwirtschafte einen positiven Cashflow.

Die Solarparks der Enerparc AG erzeugten und lieferten weiterhin Strom, heißt es von Arved von Harpe weiter. Auch Stefan Denkhaus’ Aussagen lassen aktuell daran keinen Zweifel. Der Betrieb der mehr als 500 Solarparks „wird fortgeführt“, schreibt er.

Enerparc kommt auf eine installierte Leistung von etwa 5.500 MW, 3.800 MW seien davon am Netz. Damit gilt das Unternehmen als einer der größten unabhängigen Solarpark-Eigentümer Europas.

Die zuletzt veröffentlichten Nachrichten aus dem Hause Enerparc ließen nicht unbedingt auf Probleme schließen. Im Gegenteil sicherten die Hamburger sich ein ums andere Mal Finanzierungspakete namhafter Investoren. Erst im März des laufenden Jahres hatte das Unternehmen bekanntgegeben, über neues Fremdkapital von bis zu einer Milliarde Euro für weitere Projekte zu verfügen.

Diese Summe speiste sich aus Zusagen von einem Konsortium aus drei globalen Vermögensverwaltern (EIG, Schroders Capital und Eiffel Investment Group) über 500 Millionen Euro. Von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) kommen mindestens 425 Millionen Euro. Damit stelle Enerparc „die weitere angestrebte Expansion sicher“, hieß es damals. Der Zubau soll Solarparks ebenso betreffen wie das wachsende Segment der Batteriespeicher. 2025 hatte der Investor Sicore Real Assets 100 Millionen Euro Mischkapital für den Bau von etwa 30 Solarparks zur Verfügung gestellt. (vs)

Dienstag, 8.09.2026, 17:13 Uhr
Volker Stephan
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Ein Solarpark von Enerparc auf einem früheren Militärgelände in Eggebek. Quelle: Enerparc
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Enerparcs Insolvenzantrag nächster Schlag für die Solarbranche
Nächster Schlag für die deutsche Solarbranche: Bei Enerparc ist ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt. Die Vermarktungstochter Sunnic Lighthouse sieht sich nicht betroffen.
Diese Nachricht passt so gar nicht in die bisherige Erzählung: Die Enerparc AG ist wirtschaftlich angeschlagen. Der Solarpark-Entwickler aus Hamburg hat den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der vorläufige Insolvenzverwalter ist bereits bestellt und hat am 7. September offiziell seine Aufgabe angetreten.

Mit Stefan Denkhaus, Partner in der Wirtschaftskanzlei BRL, kümmert sich nun ein namhafter Vertreter der Branche um die Belange des Unternehmens. Denkhaus war in jüngerer Vergangenheit auch als Insolvenzverwalter der Kaufhauskette Galeria aktiv, was mit einer Sicherung etlicher Standorte und Arbeitsplätze einherging.

Bei der Enerparc AG gehe es laut Stefan Denkhaus zunächst darum, das Unternehmen zu stabilisieren. So lässt er sich in einer gemeinsamen Mitteilung von Enerparc und der Kanzlei BRL zitieren.

Zu weiteren Auskünften sah Denkhaus sich auf Anfrage dieser Redaktion am 8. September und damit 24 Stunden nach Amtsübernahme noch nicht in der Lage. Das teilte eine eingeschaltete PR-Agentur in seinem Namen mit. Damit blieben auch Fragen zum Grund für den Insolvenzantrag unbeantwortet.

Zunächst hat ausschließlich die AG einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Die Mitteilung spricht davon, dass auch Insolvenzanträge von „Schwestergesellschaften“ möglich seien. Für eine endgültige Einschätzung sei es allerdings noch zu früh.

Vermarktungstochter stabil und „finanziell abgesichert“

Im Zuge der Entwicklung meldete sich am 8. September die Sunnic Lighthouse GmbH zu Wort. Dabei handelt es sich um die Stromvermarktungstochter von Enerparc, die auch mit Energie aus Windparks anderer Unternehmen Handel treibt. Geschäftsführer Arved von Harpe betont, dass die operativen Geschäfte stabil liefen und das Unternehmen „finanziell abgesichert“ sei.

Als „eigenständiges und wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen“ setze Sunnic Lighthouse seine Geschäftstätigkeit „in allen Bereichen fort – von der Direktvermarktung über die Stromversorgung bis zum Energiehandel“. Die Lieferung von Strom an die Kunden erfolge zuverlässig. Das Geschäftsjahr sei erfolgreich und Sunnic Lighthouse erwirtschafte einen positiven Cashflow.

Die Solarparks der Enerparc AG erzeugten und lieferten weiterhin Strom, heißt es von Arved von Harpe weiter. Auch Stefan Denkhaus’ Aussagen lassen aktuell daran keinen Zweifel. Der Betrieb der mehr als 500 Solarparks „wird fortgeführt“, schreibt er.

Enerparc kommt auf eine installierte Leistung von etwa 5.500 MW, 3.800 MW seien davon am Netz. Damit gilt das Unternehmen als einer der größten unabhängigen Solarpark-Eigentümer Europas.

Die zuletzt veröffentlichten Nachrichten aus dem Hause Enerparc ließen nicht unbedingt auf Probleme schließen. Im Gegenteil sicherten die Hamburger sich ein ums andere Mal Finanzierungspakete namhafter Investoren. Erst im März des laufenden Jahres hatte das Unternehmen bekanntgegeben, über neues Fremdkapital von bis zu einer Milliarde Euro für weitere Projekte zu verfügen.

Diese Summe speiste sich aus Zusagen von einem Konsortium aus drei globalen Vermögensverwaltern (EIG, Schroders Capital und Eiffel Investment Group) über 500 Millionen Euro. Von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) kommen mindestens 425 Millionen Euro. Damit stelle Enerparc „die weitere angestrebte Expansion sicher“, hieß es damals. Der Zubau soll Solarparks ebenso betreffen wie das wachsende Segment der Batteriespeicher. 2025 hatte der Investor Sicore Real Assets 100 Millionen Euro Mischkapital für den Bau von etwa 30 Solarparks zur Verfügung gestellt. (vs)

Dienstag, 8.09.2026, 17:13 Uhr
Volker Stephan

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