Quelle: Fotolia / malp
EnBW und das spanische Unternehmen Zelestra gehen eine Partnerschaft bei einem Großbatteriespeicherprojekt in Italien ein.
Der Energiekonzern EnBW baut seine Aktivitäten in Italien aus. Dazu hat das Unternehmen mit dem spanischen Erneuerbare-Energien-Unternehmen Zelestra eine Partnerschaft für ein Großbatteriespeicherprojekt in Norditalien vereinbart. Wie EnBW mitteilte, wurde eine langfristige Tolling-Vereinbarung für einen Vier-Stunden-Batteriespeicher mit einer Leistung von 300 MW in der Region Emilia-Romagna abgeschlossen.
Im Rahmen des Vertrags errichtet Zelestra den Batteriespeicher, während sich EnBW die Nutzung von 300 MW der Speicherkapazität langfristig sichert. Grundlage ist eine Tolling-Vereinbarung. Dabei bleibt die Anlage im Eigentum des Projektentwicklers beziehungsweise Betreibers.
Der Vertragspartner erhält nach EnBW-Angaben gegen eine feste Vergütung das Recht, die Speicherkapazität über einen langen Zeitraum zu nutzen und die Erlöse aus deren Einsatz an den Strommärkten zu vereinnahmen. Das Modell ermöglicht dem Betreiber kalkulierbare Einnahmen, der EnBW hingegen den Zugang zu flexiblen Speicherkapazitäten.
„Batteriespeicher entwickeln sich zu einem Eckpfeiler unseres modernen Energiesystems“, erklärte Olivia Barnes, Head of Energy Transition bei EnBW. Für das Unternehmen sei die Vereinbarung ein wichtiger Meilenstein in einem strategisch relevanten Markt. Der Baubeginn des Projekts ist für 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme soll 2028 erfolgen.
Zelestra ist ein international tätiges Unternehmen mit Sitz in Spanien. Es entwickelt und betreibt Großprojekte in den Bereichen Solarenergie, Windkraft, Batteriespeicher und grüner Wasserstoff. Eigentümer ist die Beteiligungsgesellschaft EQT, die weltweit zu den größten Infrastrukturinvestoren zählt und Vermögenswerte von mehr als 269 Milliarden Euro verwaltet.
Für EnBW stellt die Vereinbarung einen weiteren Schritt beim Ausbau des internationalen Geschäfts dar. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Struktur die eigene Position auf dem italienischen Strommarkt stärkt und zugleich die Finanzierung großer Batteriespeicherprojekte erleichtert. Die Gründe für den Bau eines Batteriespeichers in der Emilia-Romagna ähneln den Entwicklungen in Deutschland.
Die norditalienische Region weist einen hohen industriellen Strombedarf auf. Gleichzeitig wächst dort der Anteil erneuerbarer Energien kontinuierlich, insbesondere aus Solar- und Windkraftanlagen. Damit steigt auch der Bedarf an flexiblen Kapazitäten, die Schwankungen in der Stromerzeugung ausgleichen können. Nach Angaben von EnBW zählt die Region daher zu den Märkten mit besonders attraktiven Rahmenbedingungen für Speicherprojekte.
Für EnBW ist Italien kein Neuland. Der Karlsruher Energiekonzern ist dort bereits in mehreren Geschäftsfeldern aktiv. So treibt die Tochtergesellschaft Smatrics EnBW Italia den Aufbau von Schnellladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge voran. Darüber hinaus engagiert sich EnBW auf dem italienischen Strommarkt im Energiehandel sowie bei Flexibilitätslösungen für das Energiesystem. (sag)
Freitag, 17.07.2026, 14:34 Uhr
Stefan Sagmeister
© 2026 Energie & Management GmbH