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One-Dyas hat eine weitere Gasförderplattform nahe Borkum beantragt. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sieht Konflikte mit der Schifffahrt, so die Deutsche Umwelthilfe.
Der niederländische Öl- und Gaskonzern One-Dyas hat bei den zuständigen Behörden die Erschließung der Gasfelder N04-A und N04-C in der Nordsee beantragt. Geplant sind eine weitere Förderplattform und eine Pipeline zur bereits errichteten Plattform N05-A vor Borkum. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert das Vorhaben und beruft sich dabei auf eine Stellungnahme des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH).
Diese Bundesoberbehörde ist unter anderem für die deutsche Meeresraumplanung zuständig. Nach Angaben der DUH bewertet das Amt den geplanten Standort der neuen Plattform kritisch. Dieser liegt auf niederländischem Gebiet rund 650 Meter von der deutschen Grenze entfernt. Nach Darstellung der DUH grenzt auf deutscher Seite das Meeresschutzgebiet Borkum Riffgrund an.
Plattform in Schifffahrtsroute
Laut der dem BSH zugeschriebenen Stellungnahme soll die Plattform im Mittelstreifen einer Hauptschifffahrtsroute entstehen. Das BSH halte einen solchen Standort mit Blick auf die Sicherheit der Schifffahrt für „nicht geeignet“, teilte die DUH mit. Auch mit dem deutschen Raumordnungsplan für die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) sieht das BSH demnach Konflikte.
Bei einer grenzüberschreitend kohärenten Planung sei das Vorhaben nur „begrenzt vereinbar“. Betroffen seien insbesondere die Vorrangstellung der Schifffahrt, der Offshore-Ausbau erneuerbarer Energien und der Meeresnaturschutz. Auch das übergeordnete Ziel einer nachhaltigen und klimafreundlichen Entwicklung der Meeresgebiete könne der geplanten Infrastruktur entgegenstehen.
Die DUH verweist zudem auf die Risikobewertung der bereits bestehenden Plattform N05-A. Nach dem von One-Dyas verwendeten Risikomodell liegt die Wahrscheinlichkeit einer Kollision mit einem Schiff während der vorgesehenen Betriebszeit demnach bei rund 30 Prozent. Die Plattform N05-A befindet sich laut DUH allerdings nicht in einer Hauptschifffahrtsroute.
Ablehnung der Plattform gefordert
Die Umweltorganisation fordert die zuständigen Behörden in Deutschland und den Niederlanden auf, den Antrag abzulehnen. Nach Angaben der DUH liegt er sowohl bei den niederländischen Behörden als auch beim deutschen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) vor. Das LBEG mit Sitz in Hannover ist die zuständige Bergbehörde des Landes Niedersachsen und unter anderem für die Genehmigung von Vorhaben zur Gewinnung von Rohstoffen zuständig.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, erklärte: „Die geplante Plattform gefährde neben der Meeresumwelt auch die Sicherheit der Schifffahrt“. Müller-Kraenner verwies dabei auf das Meeresschutzgebiet Borkum Riffgrund, das ein Rückzugsort für Schweinswale sei. Die DUH fordert außerdem, dass der Bundestag das neue Meeresschutzgesetz beschließt und neue Öl- und Gasprojekte in Nord- und Ostsee untersagt.
Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH, bezeichnete die Plattform N05-A als Ausgangspunkt weiterer Gasförderprojekte von One-Dyas. Nach Darstellung der Umweltorganisation plant das Unternehmen zusätzliche Bohrplattformen in der Nordsee. Zerger forderte sowohl die niederländischen Behörden als auch das LBEG auf, den neuen Antrag abzulehnen. (sh)
Montag, 14.09.2026, 11:37 Uhr
Susanne Harmsen
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