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Energie & Management > Fernwärme - Abwärme von Rechenzentrum für Potsdam und Wustermark
Die Stadtspitzen Holger Schreiber (l.) und Noosha Aubel. Quelle: Gemeinde Wustermark / S. Kelm
Fernwärme

Abwärme von Rechenzentrum für Potsdam und Wustermark

Das Heizen der Zukunft setzt im Berliner Speckgürtel auch auf gewerbliche Abwärme. Die Kommunen Wustermark und Potsdam sowie der Versorger EWP arbeiten jetzt bei einem Projekt zusammen.
Eine kleine brandenburgische Gemeinde will von einem riesigen Rechenzentrum profitieren. Noch in der Entstehungsphase des 3-Milliarden-Projekts, das der US-Spezialist Virtus im Berliner Umland vorantreibt, macht die Standortgemeinde Wustermark Nägel mit Köpfen.

Die Spitzen der beiden Nachbarkommunen Wustermark und Potsdam sind sich über die Nutzung der Abwärme, die durch den Betrieb des großen Rechenzentrums abfällt, weitgehend einig. In einer Absichtserklärung haben Bürgermeister Holger Schreiber und Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (beide parteilos) die gemeinsame Nutzung der Virtus-Abwärme festgehalten.

Das teilen die Kommunen in einer gemeinsamen Erklärung mit. Potsdam, so heißt es dort, könne mit der entstehenden Abwärme das Zweieinhalbfache der derzeit erforderlichen Fernwärme erzeugen. Im Mittel der vergangenen drei Jahre, so eine Sprecherin der Stadt Potsdams auf Anfrage dieser Redaktion, habe das Leitungsnetz 630 Millionen kWh Wärme an Abnahmestellen transportiert.

Eine wichtige Rolle bei diesem Vorhaben spielt der Energieversorger in der Potsdamer Stadtwerke-Gruppe, EWP. Zunächst haben die kommunalen Partner eine Machbarkeitsstudie im Sinn, die über den weiteren Gang entscheiden soll. In der Praxis soll EWP den Transfer der Abwärme in das Leitungsnetz umsetzen.

Die Abwärme soll indes beiden beteiligten Kommunen zur Verfügung stehen. Potsdams OB Noosha Aubel hat dabei die Hoffnung, die Wärmewende günstiger gestalten zu können. Sie sieht laut Mitteilung die „Chance, den gesetzlich geforderten Bedarf an erneuerbarer Wärme über die bisher angedachten Tiefengeothermie-Projekte hinaus möglicherweise kostengünstiger zu decken als bisher angenommen“. Für die 11.000-Seelen-Gemeinde Wustermark eröffne sich die Möglichkeit für eine nachhaltige und günstige Wärmeversorgung „auch in Ortsteilen, für die ein Wärmenetz bislang schwer realisierbar erschien“, so Holger Schreiber.

Das Rechenzentrum soll laut ursprünglichem Zeitplan bereits 2026 mit der ersten Ausbaustufe in Betrieb gehen. Noch ist allerdings kein genaues Datum benannt. Die Einspeiseleistung des „ Virtus Wustermark Campus“ soll etwa 300 MW betragen. Das Rechenzentrum überzieht eine Gesamtfläche von mehr als 350.000 Quadratmetern.

Donnerstag, 19.03.2026, 16:13 Uhr
Volker Stephan
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Die Stadtspitzen Holger Schreiber (l.) und Noosha Aubel. Quelle: Gemeinde Wustermark / S. Kelm
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Abwärme von Rechenzentrum für Potsdam und Wustermark
Das Heizen der Zukunft setzt im Berliner Speckgürtel auch auf gewerbliche Abwärme. Die Kommunen Wustermark und Potsdam sowie der Versorger EWP arbeiten jetzt bei einem Projekt zusammen.
Eine kleine brandenburgische Gemeinde will von einem riesigen Rechenzentrum profitieren. Noch in der Entstehungsphase des 3-Milliarden-Projekts, das der US-Spezialist Virtus im Berliner Umland vorantreibt, macht die Standortgemeinde Wustermark Nägel mit Köpfen.

Die Spitzen der beiden Nachbarkommunen Wustermark und Potsdam sind sich über die Nutzung der Abwärme, die durch den Betrieb des großen Rechenzentrums abfällt, weitgehend einig. In einer Absichtserklärung haben Bürgermeister Holger Schreiber und Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (beide parteilos) die gemeinsame Nutzung der Virtus-Abwärme festgehalten.

Das teilen die Kommunen in einer gemeinsamen Erklärung mit. Potsdam, so heißt es dort, könne mit der entstehenden Abwärme das Zweieinhalbfache der derzeit erforderlichen Fernwärme erzeugen. Im Mittel der vergangenen drei Jahre, so eine Sprecherin der Stadt Potsdams auf Anfrage dieser Redaktion, habe das Leitungsnetz 630 Millionen kWh Wärme an Abnahmestellen transportiert.

Eine wichtige Rolle bei diesem Vorhaben spielt der Energieversorger in der Potsdamer Stadtwerke-Gruppe, EWP. Zunächst haben die kommunalen Partner eine Machbarkeitsstudie im Sinn, die über den weiteren Gang entscheiden soll. In der Praxis soll EWP den Transfer der Abwärme in das Leitungsnetz umsetzen.

Die Abwärme soll indes beiden beteiligten Kommunen zur Verfügung stehen. Potsdams OB Noosha Aubel hat dabei die Hoffnung, die Wärmewende günstiger gestalten zu können. Sie sieht laut Mitteilung die „Chance, den gesetzlich geforderten Bedarf an erneuerbarer Wärme über die bisher angedachten Tiefengeothermie-Projekte hinaus möglicherweise kostengünstiger zu decken als bisher angenommen“. Für die 11.000-Seelen-Gemeinde Wustermark eröffne sich die Möglichkeit für eine nachhaltige und günstige Wärmeversorgung „auch in Ortsteilen, für die ein Wärmenetz bislang schwer realisierbar erschien“, so Holger Schreiber.

Das Rechenzentrum soll laut ursprünglichem Zeitplan bereits 2026 mit der ersten Ausbaustufe in Betrieb gehen. Noch ist allerdings kein genaues Datum benannt. Die Einspeiseleistung des „ Virtus Wustermark Campus“ soll etwa 300 MW betragen. Das Rechenzentrum überzieht eine Gesamtfläche von mehr als 350.000 Quadratmetern.

Donnerstag, 19.03.2026, 16:13 Uhr
Volker Stephan

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