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Energie & Management > Klimaschutz - Zustimmung zu CO2-Preis bleibt stabil
Quelle: Shutterstock / Black Salmon
Klimaschutz

Zustimmung zu CO2-Preis bleibt stabil

Eine Studie der Hochschule Bochum zeigt, dass rund 60 Prozent der Befragten CO2-Preise weiterhin unterstützen. Dies gelte langfristig, trotz Energiekrise und steigenden Kosten.
Eine Langzeitstudie der Hochschule Bochum kommt zu dem Ergebnis, dass die öffentliche Unterstützung für die CO2-Bepreisung in Deutschland auch während der Energiekrise weitgehend stabil geblieben ist. Das Forschungsteam um Stephan Sommer, Professor im Fachbereich Wirtschaft, analysierte dafür Einstellungen von Bürgerinnen und Bürgern zwischen 2019 und 2022.

Die Wissenschaftler werteten einen Längsschnittdatensatz mit rund 4.000 Teilnehmenden aus. Diese beantworteten zu drei Zeitpunkten Fragen zur CO2-Bepreisung und zur Verwendung der Einnahmen. Der Untersuchungszeitraum umfasst sowohl die Einführung und Anhebung des nationalen CO2-Preises im Verkehrs- und Wärmesektor als auch die Energiepreissprünge infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Unterstützung für die CO2-Bepreisung deutlich stabiler ist, als häufig angenommen wird – sie bricht auch unter stark gestiegenen Energiepreisen nicht ein“, so Stephan Sommer. Zu allen drei Befragungszeitpunkten befürworteten rund 60 Prozent der Teilnehmenden niedrige CO2-Preise zwischen 10 und 30 Euro pro Tonne. Etwa 40 Prozent sprachen sich jeweils für höhere Preisniveaus von 50 Euro oder 100 Euro pro Tonne aus. Diese Anteile veränderten sich trotz steigender Energiepreise und Anpassungen des CO2-Preises kaum.

Finanzielle Leistungsfähigkeit entscheidend

Allerdings zeigen die Ergebnisse deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Personen mit hohen Energiekosten reduzierten ihre Unterstützung für die CO2-Bepreisung signifikant. Veränderungen politischer Einstellungen oder der grundsätzlichen Akzeptanz des Klimawandels erklären laut Studie dagegen nur einen geringen Teil der individuellen Meinungsänderungen. Entscheidend seien vor allem konkrete finanzielle Belastungen sowie das persönliche Umweltbewusstsein.

Stärker als die grundsätzliche Zustimmung zur CO2-Bepreisung verschoben sich im Zeitverlauf die Erwartungen an die Verwendung der Einnahmen. Investitionen in Klimaschutz und grüne Infrastruktur finden zwar weiterhin breite Unterstützung, ihre Zustimmung nahm jedoch ab. Gleichzeitig gewinnt der soziale Ausgleich an Bedeutung.

Sozialer Ausgleich notwendig

Insbesondere die gezielte Entlastung einkommensschwacher Haushalte wird häufiger gefordert. Vor allem bei Befragten mit hohen Energiekosten zeigt sich laut den Forschenden eine klare Verschiebung: Sie bevorzugen zunehmend direkte finanzielle Entlastungen statt Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen.

Aus Sicht der Autoren unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung einer flexiblen Ausgestaltung der Klimapolitik. Die öffentliche Unterstützung für die CO2-Bepreisung sei zwar grundsätzlich robust, wachse aber nicht automatisch. Um die politische Tragfähigkeit langfristig zu sichern, sollten steigende Belastungen berücksichtigt und die Einnahmen so eingesetzt werden, dass sie als fair wahrgenommen werden.

Sommer betont zudem die Bedeutung früher Kommunikation: Aus politischer Sicht sei es entscheidend, Unterstützung für eine umweltpolitische Maßnahme bereits vor ihrer Einführung aufzubauen, da diese Zustimmung mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nach der Umsetzung bestehen bleibe.

Die Studie: „How resilient is public support for carbon pricing?“ steht in englischer Sprache im Internet bereit.

Montag, 2.03.2026, 11:52 Uhr
Susanne Harmsen
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Zustimmung zu CO2-Preis bleibt stabil
Eine Studie der Hochschule Bochum zeigt, dass rund 60 Prozent der Befragten CO2-Preise weiterhin unterstützen. Dies gelte langfristig, trotz Energiekrise und steigenden Kosten.
Eine Langzeitstudie der Hochschule Bochum kommt zu dem Ergebnis, dass die öffentliche Unterstützung für die CO2-Bepreisung in Deutschland auch während der Energiekrise weitgehend stabil geblieben ist. Das Forschungsteam um Stephan Sommer, Professor im Fachbereich Wirtschaft, analysierte dafür Einstellungen von Bürgerinnen und Bürgern zwischen 2019 und 2022.

Die Wissenschaftler werteten einen Längsschnittdatensatz mit rund 4.000 Teilnehmenden aus. Diese beantworteten zu drei Zeitpunkten Fragen zur CO2-Bepreisung und zur Verwendung der Einnahmen. Der Untersuchungszeitraum umfasst sowohl die Einführung und Anhebung des nationalen CO2-Preises im Verkehrs- und Wärmesektor als auch die Energiepreissprünge infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Unterstützung für die CO2-Bepreisung deutlich stabiler ist, als häufig angenommen wird – sie bricht auch unter stark gestiegenen Energiepreisen nicht ein“, so Stephan Sommer. Zu allen drei Befragungszeitpunkten befürworteten rund 60 Prozent der Teilnehmenden niedrige CO2-Preise zwischen 10 und 30 Euro pro Tonne. Etwa 40 Prozent sprachen sich jeweils für höhere Preisniveaus von 50 Euro oder 100 Euro pro Tonne aus. Diese Anteile veränderten sich trotz steigender Energiepreise und Anpassungen des CO2-Preises kaum.

Finanzielle Leistungsfähigkeit entscheidend

Allerdings zeigen die Ergebnisse deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Personen mit hohen Energiekosten reduzierten ihre Unterstützung für die CO2-Bepreisung signifikant. Veränderungen politischer Einstellungen oder der grundsätzlichen Akzeptanz des Klimawandels erklären laut Studie dagegen nur einen geringen Teil der individuellen Meinungsänderungen. Entscheidend seien vor allem konkrete finanzielle Belastungen sowie das persönliche Umweltbewusstsein.

Stärker als die grundsätzliche Zustimmung zur CO2-Bepreisung verschoben sich im Zeitverlauf die Erwartungen an die Verwendung der Einnahmen. Investitionen in Klimaschutz und grüne Infrastruktur finden zwar weiterhin breite Unterstützung, ihre Zustimmung nahm jedoch ab. Gleichzeitig gewinnt der soziale Ausgleich an Bedeutung.

Sozialer Ausgleich notwendig

Insbesondere die gezielte Entlastung einkommensschwacher Haushalte wird häufiger gefordert. Vor allem bei Befragten mit hohen Energiekosten zeigt sich laut den Forschenden eine klare Verschiebung: Sie bevorzugen zunehmend direkte finanzielle Entlastungen statt Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen.

Aus Sicht der Autoren unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung einer flexiblen Ausgestaltung der Klimapolitik. Die öffentliche Unterstützung für die CO2-Bepreisung sei zwar grundsätzlich robust, wachse aber nicht automatisch. Um die politische Tragfähigkeit langfristig zu sichern, sollten steigende Belastungen berücksichtigt und die Einnahmen so eingesetzt werden, dass sie als fair wahrgenommen werden.

Sommer betont zudem die Bedeutung früher Kommunikation: Aus politischer Sicht sei es entscheidend, Unterstützung für eine umweltpolitische Maßnahme bereits vor ihrer Einführung aufzubauen, da diese Zustimmung mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nach der Umsetzung bestehen bleibe.

Die Studie: „How resilient is public support for carbon pricing?“ steht in englischer Sprache im Internet bereit.

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