Gut besuchte Wind Energy 2026. Quelle: Susanne Harmsen
Die „WindEnergy“ Hamburg bringt seit dem 22. September mehr als 43.000 Teilnehmer aus rund 100 Ländern zusammen. Im Mittelpunkt stehen Netze, Investitionen und Versorgungssicherheit.
Vom 22. bis 25. September findet in Hamburg die Wind Energy Hamburg statt. Der Veranstalter Hamburg Messe und Congress berichtet von rund 43.000 Teilnehmern aus 100 Ländern und über 1.600 Ausstellern. Die Messe deckt nach Angaben des Veranstalters die gesamte Wertschöpfungskette der Onshore- und Offshore-Windindustrie ab.
Zum Auftakt standen die Bedeutung der Windenergie für die Energieversorgung, Investitionsbedingungen und der Ausbau der Stromnetze im Mittelpunkt. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hob in einer Grußbotschaft die Bedeutung der internationalen Fachmesse für die Stadt hervor. Die beiden Geschäftsführer der Hamburg Messe und Congress, Heiko M. Stutzinger und Uwe Fischer, betonten die Rolle der Windindustrie für die Energiewende.
Der Vizepräsident der Hamburg Messe und Congress Claus Ulrich Selbach verwies auf die Bedeutung der Windenergie für die Verringerung der Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen. „Die Wind Energy bringt die wichtigen Akteure der Branche zusammen und gibt ihr Impulse“, sagte er.
Verbände fordern verlässliche Rahmenbedingungen für weitere Investitionen. Bärbel Heidebroek, Präsidentin des Bundesverbands Windenergie (BWE), erklärte, die Branche sei bereit, Verantwortung für die Energieversorgung Deutschlands zu übernehmen. Dafür braucht es aus ihrer Sicht verlässliche Investitionsbedingungen, modernisierte Stromnetze und Netzanschlüsse sowie politische Rahmenbedingungen, die den Ausbau nicht durch zusätzliche Unsicherheiten erschwerten.
Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer von VDMA Power Systems, verwies ebenfalls auf den Bedarf an investitionssicheren Rahmenbedingungen. Die Messe sei ein zentraler Treffpunkt für Unternehmen, Politik und Institutionen entlang der Lieferkette, erklärte er.
Netze für den Wind gesuchtEine europäische Perspektive brachte Tinne Van der Straeten, CEO des europäischen Windenergieverbands Wind Europe, ein. Nach ihren Angaben könnte Europa in diesem Jahr 24.000 MW Windleistung installieren. Damit ließe sich Strom für rund 20 Millionen Haushalte erzeugen und der Import fossiler Brennstoffe reduzieren.
Damit der Ausbau weiter an Dynamik gewinnt, müssten Regierungen nach ihrer Darstellung unter anderem Netzengpässe beseitigen, die Elektrifizierung vorantreiben und verlässliche Ausschreibungsvolumina festlegen. Ben Backwell, CEO des Global Wind Energy Council (GWEC), stellte die Windenergie ebenfalls in den Zusammenhang mit Versorgungssicherheit und wirtschaftlicher Entwicklung.
Die Windkraft müsse gemeinsam mit Photovoltaik und Speichern in ein intelligent gesteuertes Energiesystem integriert werden. Zugleich müsse die Branche ihren Beitrag zu den gesellschaftlichen Herausforderungen stärker vermitteln, sagte Backwell.
Türkei plant Offshore-AusbauBei der Eröffnungskonferenz richtete sich der Blick auch auf die Türkei. Veysel Selimoglu, Chef der Abteilung für Technologie und grüne Transformation beim Türkischen Direktorat für Klimawandel, verwies darauf, dass Strom dort derzeit rund 23 Prozent des gesamten Energiebedarfs decke. In Spitzenzeiten stamme bereits ein großer Teil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wie Wasserkraft, Wind und Photovoltaik.
Zafer Demircan, stellvertretender Minister für Energie und natürliche Ressourcen der Türkei, nannte eine stärkere Elektrifizierung als Möglichkeit, sich von teuren fossilen Brennstoffen zu lösen. Dafür sei der Ausbau der Windenergie ein Baustein für eine zukunftsfähige Energieversorgung des Landes. Der Energiebedarf steige um rund fünf Prozent pro Jahr. Daher müsse das Übertragungsnetz ausgebaut und Speicher geschaffen werden.
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Zafer Demircan, stv. Energieminister der Türkei, auf der Wind Energy. Quelle: Sacit Dizman |
Nach Angaben Demircans verfügt die Türkei bereits über rund 16.000 MW installierte Windleistung an Land. In den 2030er Jahren soll diese auf 40.000 MW steigen. Auch die Offshore-Windenergie soll ausgebaut werden. Als bevorzugte Region nannte Demircan die Ägäis. Der erste Tender soll im Oktober angekündigt und 2027 vergeben werden. Bis 2035 strebt die Türkei demnach 2.000 MW Offshore-Windleistung an.
Für die Umsetzung seien hohe Investitionen erforderlich, sagte Demircan. Neben privaten Investoren müssten auch Banken und Investmentgesellschaften ihre Investitionen stärker auf zukunftsfähige Energieprojekte ausrichten. Die Türkei liefere mit gut ausgebildeten Fachkräften wichtige Voraussetzungen. Mit Blick auf die im November in Antalya geplante Weltklimakonferenz COP31 rief Demircan zu internationaler Zusammenarbeit bei Klimaschutz und Energiewende auf.
(sh)
Donnerstag, 24.09.2026, 15:55 Uhr
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