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Energie & Management > Baden-Württemberg - Waldflächen für Mega-Windpark plötzlich wieder zu haben
Quelle: Pixabay / USA-Reiseblogger
Baden-Württemberg

Waldflächen für Mega-Windpark plötzlich wieder zu haben

Alles auf Anfang bei einem Mega-Windpark? Forst BW hat die bereits vergebene Fläche für 28 Turbinen neu ausgeschrieben. Die Stadtwerke Ulm kommen so aus einem teuren Vertrag heraus.
Die Windpark Altdorfer Wald GmbH hat im September 2022 auf eine ausgeschriebene Waldfläche für Windenergiestandorte geboten und den Zuschlag von der Forstbehörde Baden-Württemberg (Forst BW) erhalten (wir berichteten). Dieselbe Gesellschaft bietet im Spätsommer 2026 erneut auf dieselbe Fläche, um wiederum den Zuschlag zu bekommen. Es ist eine bemerkenswerte Volte in einem Projekt, das eine Millionensumme in dreistelliger Höhe verschlingen wird.

Und es geht natürlich ums Geld. Zwischen der ersten und erneuten Vergabe der Forstfläche im Landkreis Ravensburg liegen eine Bundestagswahl mit neuen Förderbedingungen und diverse weltpolitische Entwicklungen mit höheren Energiepreisen. Ein Sprecher von Forst BW bekennt auf Anfrage dieser Redaktion freimütig, dass der Waldwindpark zu den „zum damaligen Zeitpunkt vereinbarten Bedingungen somit nicht mehr möglich gewesen“ wäre.

Hinter der zunächst begünstigten Windpark-Gesellschaft stehen die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH und die iTerra Energy GmbH. Sie hatten bereits vor zwei Jahren Abstriche hinnehmen müssen, aus möglichen 39 Anlagen wurden etwa 30. Schließlich hatte das Joint Venture im Juni 2025 Genehmigungsanträge für noch 28 Turbinen auf den Weg gebracht. Sie sollen auf 190 MW Leistung kommen und 100.000 Haushalte versorgen können.

Ulms Stadtwerke wollen mit iTerra Energy wieder mitbieten

Und nun die Vollbremsung bei einem Vorhaben, das leicht die Grenze von 300 Millionen Euro an Investitionen überschreiten wird – legt man einen Wert von 10 Millionen Euro pro Anlage zugrunde und berücksichtigt zudem die schwierig zu bearbeitende Topographie des Waldgebiets. Bei der Frage, ob es sich lediglich um einen formalen Neustart der Flächenvergabe handelt, halten sich die Beteiligten zurück. Eine Sprecherin des Projektierers sagte, dieser werde „innerhalb der Ausschreibungsfrist ein Angebot einreichen“. Das ist laut Forst BW bis Mitte September möglich, gilt aber auch für alle anderen Interessierten. Den Zuschlag wolle die Behörde voraussichtlich bis Ende Oktober erteilen.

Dass es nun zu einem neuerlichen Wettbieten kommt, ist nicht auszuschließen. Gleichwohl entscheide die Forstbehörde im Ländle nach den „üblichen Beurteilungskriterien“, auf Grundlage einer „Kombination aus dem gebotenen Pachtentgelt und der Bewertung der Projektplanung“, so der Sprecher. Zumindest beim Blick auf die Planung ist ein Vorteil für die Windpark Altdorfer Wald GmbH anzunehmen, hat doch kein anderes Unternehmen seit 2022 an der Idee weitergestrickt.

Fraglos wird Forst BW unter den gegebenen Bedingungen sehr wahrscheinlich weniger Geld für die etwa 82 Quadratkilometer große Fläche einnehmen können als zuvor. Die zuerst begünstigte Gesellschaft wollte sich nicht dazu äußern, wie stark sie ihr Angebot reduzieren werde. „Einen Vergleich mit früheren Vertrags- oder Angebotswerten nehmen wir öffentlich nicht vor“, so die Sprecherin. Und weiter: „Maßgeblich ist für uns, dass das Projekt unter wirtschaftlichen, regulatorischen und planerischen Rahmenbedingungen rechtssicher, verlässlich und langfristig realisiert werden kann.“

Eins unterstreicht die Landesbehörde bei all dem Hin und Her: „Ziel von ForstBW ist weiterhin, die Staatswaldflächen für den Bau und den Betrieb von Windenergieanlagen zur Verfügung zu stellen.“ Bei diesem Ziel spielt auch eine eigene Tochtergesellschaft von Forst BW eine Rolle. Forst BW Green Energy entstand extra zu dem Zweck, Öko-Kraftwerke (Sonne/Wind) auf eigenen Flächen zu realisieren – und gegebenenfalls einzuspringen, wenn Projekte zu scheitern drohen (wir berichteten).

Ob die Tochtergesellschaft nun Interesse an der Fläche im Altdorfer Wald hat, dazu ließ der Sprecher von Forst BW sich nicht aus. Eins ist in dem nun neu begonnenen Prozess allerdings einfacher: Die Behörde vergibt die Fläche an einem Stück. 2022 waren es noch mehrere Teilgebiete gewesen. Der Sprecher begründet dies mit den Erfahrungen der Windpark Altdorfer Wald GmbH. Eine gesamtheitliche Planung der Fläche sei sinnvoll, zum Beispiel mit Blick auf die infrastrukturelle Erschließung oder die Erstellung von Gutachten. (vs)

Dienstag, 18.08.2026, 17:18 Uhr
Volker Stephan
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Quelle: Pixabay / USA-Reiseblogger
Baden-Württemberg
Waldflächen für Mega-Windpark plötzlich wieder zu haben
Alles auf Anfang bei einem Mega-Windpark? Forst BW hat die bereits vergebene Fläche für 28 Turbinen neu ausgeschrieben. Die Stadtwerke Ulm kommen so aus einem teuren Vertrag heraus.
Die Windpark Altdorfer Wald GmbH hat im September 2022 auf eine ausgeschriebene Waldfläche für Windenergiestandorte geboten und den Zuschlag von der Forstbehörde Baden-Württemberg (Forst BW) erhalten (wir berichteten). Dieselbe Gesellschaft bietet im Spätsommer 2026 erneut auf dieselbe Fläche, um wiederum den Zuschlag zu bekommen. Es ist eine bemerkenswerte Volte in einem Projekt, das eine Millionensumme in dreistelliger Höhe verschlingen wird.

Und es geht natürlich ums Geld. Zwischen der ersten und erneuten Vergabe der Forstfläche im Landkreis Ravensburg liegen eine Bundestagswahl mit neuen Förderbedingungen und diverse weltpolitische Entwicklungen mit höheren Energiepreisen. Ein Sprecher von Forst BW bekennt auf Anfrage dieser Redaktion freimütig, dass der Waldwindpark zu den „zum damaligen Zeitpunkt vereinbarten Bedingungen somit nicht mehr möglich gewesen“ wäre.

Hinter der zunächst begünstigten Windpark-Gesellschaft stehen die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH und die iTerra Energy GmbH. Sie hatten bereits vor zwei Jahren Abstriche hinnehmen müssen, aus möglichen 39 Anlagen wurden etwa 30. Schließlich hatte das Joint Venture im Juni 2025 Genehmigungsanträge für noch 28 Turbinen auf den Weg gebracht. Sie sollen auf 190 MW Leistung kommen und 100.000 Haushalte versorgen können.

Ulms Stadtwerke wollen mit iTerra Energy wieder mitbieten

Und nun die Vollbremsung bei einem Vorhaben, das leicht die Grenze von 300 Millionen Euro an Investitionen überschreiten wird – legt man einen Wert von 10 Millionen Euro pro Anlage zugrunde und berücksichtigt zudem die schwierig zu bearbeitende Topographie des Waldgebiets. Bei der Frage, ob es sich lediglich um einen formalen Neustart der Flächenvergabe handelt, halten sich die Beteiligten zurück. Eine Sprecherin des Projektierers sagte, dieser werde „innerhalb der Ausschreibungsfrist ein Angebot einreichen“. Das ist laut Forst BW bis Mitte September möglich, gilt aber auch für alle anderen Interessierten. Den Zuschlag wolle die Behörde voraussichtlich bis Ende Oktober erteilen.

Dass es nun zu einem neuerlichen Wettbieten kommt, ist nicht auszuschließen. Gleichwohl entscheide die Forstbehörde im Ländle nach den „üblichen Beurteilungskriterien“, auf Grundlage einer „Kombination aus dem gebotenen Pachtentgelt und der Bewertung der Projektplanung“, so der Sprecher. Zumindest beim Blick auf die Planung ist ein Vorteil für die Windpark Altdorfer Wald GmbH anzunehmen, hat doch kein anderes Unternehmen seit 2022 an der Idee weitergestrickt.

Fraglos wird Forst BW unter den gegebenen Bedingungen sehr wahrscheinlich weniger Geld für die etwa 82 Quadratkilometer große Fläche einnehmen können als zuvor. Die zuerst begünstigte Gesellschaft wollte sich nicht dazu äußern, wie stark sie ihr Angebot reduzieren werde. „Einen Vergleich mit früheren Vertrags- oder Angebotswerten nehmen wir öffentlich nicht vor“, so die Sprecherin. Und weiter: „Maßgeblich ist für uns, dass das Projekt unter wirtschaftlichen, regulatorischen und planerischen Rahmenbedingungen rechtssicher, verlässlich und langfristig realisiert werden kann.“

Eins unterstreicht die Landesbehörde bei all dem Hin und Her: „Ziel von ForstBW ist weiterhin, die Staatswaldflächen für den Bau und den Betrieb von Windenergieanlagen zur Verfügung zu stellen.“ Bei diesem Ziel spielt auch eine eigene Tochtergesellschaft von Forst BW eine Rolle. Forst BW Green Energy entstand extra zu dem Zweck, Öko-Kraftwerke (Sonne/Wind) auf eigenen Flächen zu realisieren – und gegebenenfalls einzuspringen, wenn Projekte zu scheitern drohen (wir berichteten).

Ob die Tochtergesellschaft nun Interesse an der Fläche im Altdorfer Wald hat, dazu ließ der Sprecher von Forst BW sich nicht aus. Eins ist in dem nun neu begonnenen Prozess allerdings einfacher: Die Behörde vergibt die Fläche an einem Stück. 2022 waren es noch mehrere Teilgebiete gewesen. Der Sprecher begründet dies mit den Erfahrungen der Windpark Altdorfer Wald GmbH. Eine gesamtheitliche Planung der Fläche sei sinnvoll, zum Beispiel mit Blick auf die infrastrukturelle Erschließung oder die Erstellung von Gutachten. (vs)

Dienstag, 18.08.2026, 17:18 Uhr
Volker Stephan

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