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Energie & Management > Stromnetz - TU Darmstadt und E-Netz Südhessen entwickeln Stresstest für Stromnetze
Quelle: Fotolia / Miredi
Stromnetz

TU Darmstadt und E-Netz Südhessen entwickeln Stresstest für Stromnetze

Das Forschungsprojekt „CyberStress“ soll dabei helfen, Netzbetreiber auf digitale Angriffe vorzubereiten.
Die Technische Universität (TU) Darmstadt und die E-Netz Südhessen, eine Tochtergesellschaft der Entega, haben im Forschungsprojekt „CyberStress“ eine Methodik entwickelt, mit der Stromnetze gezielt auf ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberangriffen getestet werden können. Ziel sei es, Netzbetreiber besser auf Risiken einer zunehmend digitalisierten Energiewelt vorzubereiten und die Versorgungssicherheit zu stärken, heißt es in einer Mitteilung der Universität.

Hintergrund des Projekts ist die wachsende Zahl vernetzter Anlagen im Energiesystem. Würden beispielsweise alle Ladesäulen eines Herstellers gleichzeitig fehlerhaft angesteuert, könnten plötzlich auftretende Lastspitzen das Netz destabilisieren. Obwohl solche Geräte nicht direkt von Netzbetreibern kontrolliert würden, könnten sie durch massenhaftes normwidriges Verhalten kritische Auswirkungen auf die Versorgung haben.
 
Empfehlungen an die Bundesnetzagentur übergeben
 
Deshalb entwickelten die Projektpartner eine Stresstest-Methodik für Stromnetze, die sich an Verfahren aus dem Bankensektor orientiert. Ziel ist es, systematisch zu überprüfen, wie robust Stromnetze gegenüber IT-Angriffen und Schwachstellen u identifizieren. Die Projektpartner haben auf Basis der Ergebnisse Empfehlungen für eine gesetzliche Verankerung solcher Stresstests an die Bundesnetzagentur übergeben.

Zum Projekt gehört auch ein Realdemonstrator, der in einer Transformatorenstation der E-Netz Südhessen installiert wurde. Dort kommt ein von der TU Darmstadt entwickelter Algorithmus zum Einsatz, der Anomalien im Stromnetz erkennen soll. Das System registriere etwa ungewöhnlich schnelle Laständerungen, wie sie durch manipulierte Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen entstehen könnten, und löse entsprechende Warnungen aus.

Laut Professor Florian Steinke vom Fachgebiet Energy Information Networks and Systems der TU Darmstadt ermöglicht es der Demonstrator, reale Angriffsszenarien unter praxisnahen Bedingungen nachzustellen. Dadurch könnten Detektions- und Abwehrstrategien getestet werden, um Risiken künftig frühzeitig zu erkennen.

An dem Forschungsprojekt beteiligt sind neben der TU Darmstadt und der e-netz Südhessen AG auch die Q-Group GmbH sowie die Universität zu Köln mit dem Lehrstuhl Recht der Digitalisierung. Assoziierte Partner sind die Bundesnetzagentur und der Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Die Betreuung übernimmt die VDI Technologiezentrum GmbH.

Ines Schultze, kaufmännische Vorständin der E-Netz Südhessen AG, bezeichnete die Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Projektpartnern und Bundesnetzagentur als besonders wertvoll für das Vorhaben und lobte die Verbindung wissenschaftlicher Expertise, praktischer Betriebserfahrung und regulatorischer Perspektive.
 

Dienstag, 26.05.2026, 11:25 Uhr
Fritz Wilhelm
Energie & Management > Stromnetz - TU Darmstadt und E-Netz Südhessen entwickeln Stresstest für Stromnetze
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TU Darmstadt und E-Netz Südhessen entwickeln Stresstest für Stromnetze
Das Forschungsprojekt „CyberStress“ soll dabei helfen, Netzbetreiber auf digitale Angriffe vorzubereiten.
Die Technische Universität (TU) Darmstadt und die E-Netz Südhessen, eine Tochtergesellschaft der Entega, haben im Forschungsprojekt „CyberStress“ eine Methodik entwickelt, mit der Stromnetze gezielt auf ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberangriffen getestet werden können. Ziel sei es, Netzbetreiber besser auf Risiken einer zunehmend digitalisierten Energiewelt vorzubereiten und die Versorgungssicherheit zu stärken, heißt es in einer Mitteilung der Universität.

Hintergrund des Projekts ist die wachsende Zahl vernetzter Anlagen im Energiesystem. Würden beispielsweise alle Ladesäulen eines Herstellers gleichzeitig fehlerhaft angesteuert, könnten plötzlich auftretende Lastspitzen das Netz destabilisieren. Obwohl solche Geräte nicht direkt von Netzbetreibern kontrolliert würden, könnten sie durch massenhaftes normwidriges Verhalten kritische Auswirkungen auf die Versorgung haben.
 
Empfehlungen an die Bundesnetzagentur übergeben
 
Deshalb entwickelten die Projektpartner eine Stresstest-Methodik für Stromnetze, die sich an Verfahren aus dem Bankensektor orientiert. Ziel ist es, systematisch zu überprüfen, wie robust Stromnetze gegenüber IT-Angriffen und Schwachstellen u identifizieren. Die Projektpartner haben auf Basis der Ergebnisse Empfehlungen für eine gesetzliche Verankerung solcher Stresstests an die Bundesnetzagentur übergeben.

Zum Projekt gehört auch ein Realdemonstrator, der in einer Transformatorenstation der E-Netz Südhessen installiert wurde. Dort kommt ein von der TU Darmstadt entwickelter Algorithmus zum Einsatz, der Anomalien im Stromnetz erkennen soll. Das System registriere etwa ungewöhnlich schnelle Laständerungen, wie sie durch manipulierte Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen entstehen könnten, und löse entsprechende Warnungen aus.

Laut Professor Florian Steinke vom Fachgebiet Energy Information Networks and Systems der TU Darmstadt ermöglicht es der Demonstrator, reale Angriffsszenarien unter praxisnahen Bedingungen nachzustellen. Dadurch könnten Detektions- und Abwehrstrategien getestet werden, um Risiken künftig frühzeitig zu erkennen.

An dem Forschungsprojekt beteiligt sind neben der TU Darmstadt und der e-netz Südhessen AG auch die Q-Group GmbH sowie die Universität zu Köln mit dem Lehrstuhl Recht der Digitalisierung. Assoziierte Partner sind die Bundesnetzagentur und der Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Die Betreuung übernimmt die VDI Technologiezentrum GmbH.

Ines Schultze, kaufmännische Vorständin der E-Netz Südhessen AG, bezeichnete die Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Projektpartnern und Bundesnetzagentur als besonders wertvoll für das Vorhaben und lobte die Verbindung wissenschaftlicher Expertise, praktischer Betriebserfahrung und regulatorischer Perspektive.
 

Dienstag, 26.05.2026, 11:25 Uhr
Fritz Wilhelm

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