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Enerige & Management > Studien - Stadtwerke haben Nachholbedarf
Bild: E&M
STUDIEN:
Stadtwerke haben Nachholbedarf
Die Studie „Marktthemenradar Stadtwerke 2017“ von Energie & Management und Research Tools beleuchtet die Herausforderungen für Energieversorger – und deren Schwächen.
 
Kundenorientierung und erneuerbare Energien treiben laut Marktthemenradar die Energieversorger aktuell um. Diese Themen wurden zur Frage der brennendsten Herausforderungen mit über 40 Prozent am häufigsten genannt. „Im Detail werden Maßnahmen zum Halten von Kunden und Aspekte der nachhaltigen Stromerzeugung angesprochen“, sagt Rainer Dieringer, einer der beiden Autoren der Studie. Die Marktforschungsgesellschaft Research Tools mit Sitz in Esslingen (Baden-Württemberg) hat in Zusammenarbeit mit E&M dazu 50 Führungskräfte aus Stadt- und Gemeindewerken befragt.

 
Die aktuellen Themen der Stadtwerke (zum Vergrößern Bild anklicken)
Bild: Research Tools



„Während für größere Stadtwerke mit mehr als 25 000 Kunden der Aufbau von Ladenetzen für E-Mobilität oder Corporate Social Responsibility, kurz CSR, eine wichtige Rolle spielen, denken kleinere Stadtwerke eher an den Markenaufbau oder Cross Selling“, so Dieringer weiter. Die Größe des Stadtwerks spielt bei der Gewichtung der Themen also durchaus eine Rolle, so das Fazit. Was die Autoren auch feststellten: Trotz des aktuellen Hypes um Start-ups sind die Unternehmen diesbezüglich eher vorsichtig. „Die Gründung beziehungsweise die Beteiligung an Technologie-Start-ups haben in der Branche aktuell nur nachrangige Bedeutung“, so Dieringer. Gleiches gelte übrigens auch für Investitionen in Windkraftanlagen.

Online-Marketing spielt kaum eine Rolle

Ein weiterer Punkt, den die Studie untersuchte, sind herausragende Marketingmaßnahmen der Unternehmen. Die Teilnehmer nannten dabei positive und vorbildliche Marketingideen. Es zeigt sich, dass die Versorger versuchen, sich durch unterschiedlichste Maßnahmen voneinander abzugrenzen. Sie wollen sich dadurch bei den Zielgruppen profilieren. Die Palette der als attraktiv eingestuften Aktivitäten reicht von Freundschaftswerbung über Sponsoring bis hin zu Schutzbriefen oder einem Gratisstrombonus für Neugeborene. Was erstaunlich ist: „Online-Maßnahmen spielen keine nennenswerte Rolle“, so Dieringer. Das Marketing der Stadtwerke München ist dabei am Bekanntesten in der Branche, gefolgt von der Darmstädter Entega und der Mannheimer MVV Energie.

Energieversorger bieten nicht nur Energieprodukte an, viele Unternehmen haben ihr Portfolio um Dienstleistungen erweitert. Dabei steht die Energieberatung als Angebot ganz oben. Förderprogramme, Ausstellung eines Energieausweises oder Contracting für Wärme- und Energieversorgung finden sich aktuell bei mehr als der Hälfte der Stadtwerke im Angebot. Solaranlagen zum Mieten für die Kunden finden die Energieversorger hingegen nicht sonderlich attraktiv. Für knapp drei Viertel der Befragten hat das Thema keine Relevanz.

Viele Enerigeversorger nutzen Facebook

Bei der Vermarktung der Produkte setzen die Versorger noch stark auf konventionelles Marketing. Nur 40 Prozent bieten ihre Angebote in einem Onlineshop an. Und nur 30 Prozent der Angebote auf der Unternehmenswebsite sind für mobile Endgeräte wie Smartphone oder Tablet ausgelegt, also in einem Responsive Design erstellt. Auch die Vermarktung über Suchmaschinen ist für rund 60 Prozent der Befragten kein Thema. Zwar kündigen die Versorger verstärkte Bemühungen in Sachen digitales Marketing an, aber es bleibt doch die Tatsache, dass die „Hälfte der Stadtwerke weder einen Onlineshop noch Suchmaschinenmarketing für sich als relevant erachtet“, so Dieringer. 

 
Das Dienstleistungsangebot der Stadtwerke (zum Vergrößern Bild anklicken)
Bild: Research Tools


Das Thema zieht sich weiter beim Thema Social Media. So ist erst ein kleiner Teil der Stadtwerke auf Plattformen, in Blogs oder Foren präsent. Facebook erreicht bei den Stadtwerken die höchste Akzeptanz und wird laut Studie derzeit von knapp 40 Prozent der Unternehmen eingesetzt. Allerdings haben nur wenige Versorger angegeben, ihre Maßnahmen in Zukunft auszubauen. „Ein großer Rest plant kein entsprechendes Angebot“, so Dieringer. Über drei Viertel der Stadtwerke halten Instagram, Twitter, Xing, Youtube oder einen eigenen Blog für sich als nicht relevant.

Weitere Informationen und einen Steckbrief zur Studie „Marktthemenradar Stadtwerke 2017“ von Energie & Management und Research Tools können Interessierte auf der dafür eingerichteten E&M-Internetseite   abrufen.
 

Stefan Sagmeister
Chefredakteur
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Freitag, 22.09.2017, 11:31 Uhr

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