E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Windkraft - Seltenheit: Ein virtuelles PPA aus deutschen Anlagen
Quelle: Statkraft
Windkraft

Seltenheit: Ein virtuelles PPA aus deutschen Anlagen

Grüner Strom aus deutschen Windparks soll Syngentas europäische Anlagen bilanziell unterstützen. Dafür schließen Syngenta und Statkraft ein fünfjähriges virtuelles PPA.
Syngenta und Statkraft haben einen fünfjährigen virtuellen Stromliefervertrag geschlossen. Die Vereinbarung soll laut gemeinsamer Mitteilung der beiden Unternehmen vom 26. Januar dieses Jahres die Geschäftsbereiche „Crop Protection“ und „Seeds“ beim Senken der CO2-Emissionen in europäischen Anlagen unterstützen.

Bei Syngenta handel es sich um ein Agrarunternehmen, das in über 90 Ländern aktiv ist. Der Geschäftsbereich „Syngenta Crop Protection“ bündelt das Geschäft mit Pflanzenschutz, „Syngenta Seeds“ das Saatgutgeschäft. Ersterer hat seinen Hauptsitz in Basel (Schweiz), Syngenta Seeds in den USA. 

Die beiden Partner habe ihre Unterschrift unter ein sogenanntes virtuelles Power Purchase Agreement − kurz „vPPA“ − gesetzt. Anders als bei einem klassischen, physischen Stromliefervertrag fließt der Strom dabei nicht direkt vom Windpark zum Abnehmer. Stattdessen handelt es sich um einen finanziellen Vertrag: Der erzeugte Windstrom wird ins öffentliche Netz eingespeist und am Markt vermarktet, während Syngenta die Herkunftsnachweise für ein festgelegtes Volumen erhält. Damit kann das Unternehmen den Strom rechnerisch den eigenen Verbräuchen zuordnen, ohne die bestehende operative Beschaffung umzustellen.

Preis pro kWh richtet sich nach dem Spotmarkt

Das Vertragsvolumen beträgt laut den Unternehmen 125 Millionen kWh pro Jahr. Über fünf Jahre entspricht das insgesamt 625 Millionen kWh bis zum Vertragsende im Jahr 2030. Grundlage ist ein Portfolio von Windparks in Deutschland. Den Abrechnungspreis für das im vPPA abgesicherte Stromvolumen wollen die Partner an den Spotmarkt koppeln.

Für Syngenta ist es das erste vPPA. Laut Rachel Stenson Bugnon, Global Head CP Sourcing bei Syngenta, kann das Modell könne helfen, CO2-Reduktionsziele voranzubringen, ohne die Effizienz in den europäischen Anlagen zu beeinträchtigen. Statkraft verweist darauf, dass vPPA in Deutschland an Bedeutung gewinnen, nennt dafür aber keine Zahlen.

Traditionell dominieren in Deutschland - im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie etwa Spanien oder die skandinavischen Länder - rein physisch erfüllbare PPA, weil angesichts der relativ hohen deutschen PPA-Preise kaum Ökostrom auf diese Weise exportiert wird. Die hohen Preise liegen am hohen Förderniveau und dem Doppelvermarktungsverbot für geförderten Ökostrom.

Sascha Schröder, Vice President Central European Origination bei Statkraft, beschreibt das Modell vPPA als Verbindung zwischen Windparkbetreibern und Industrie. Windparks bräuchten nach dem Auslaufen der Förderung verlässliche Erlöse, während Unternehmen Instrumente suchten, die zur bestehenden Beschaffungsstrategie passen.

Was das virtuelle PPA in der Praxis bedeutet

Der Vertrag hat zwei Ebenen. Erstens erhält Syngenta über die Herkunftsnachweise die Möglichkeit, ein vereinbartes Grünstromvolumen bilanziell als erneuerbar zu deklarieren. Zweitens soll das Modell nach Darstellung der Unternehmen die Erlössituation von Windenergieanlagen stützen, die nach dem Ende staatlicher Förderungen am Markt bestehen müssen. So bleibt der erzeugte Strom im Netz verfügbar, während Syngenta den erneuerbaren Anteil seiner Beschaffung rechnerisch absichert.

Statkraft ist ein internationaler Erzeuger erneuerbarer Energie. Der Konzern produziert nach eigenen Angaben Strom aus Wasserkraft sowie aus Wind, Sonne und Gas und handelt zudem Energie; er beschäftigt rund 7.000 Mitarbeiter in 20 Ländern.

Montag, 26.01.2026, 15:32 Uhr
Davina Spohn
Energie & Management > Windkraft - Seltenheit: Ein virtuelles PPA aus deutschen Anlagen
Quelle: Statkraft
Windkraft
Seltenheit: Ein virtuelles PPA aus deutschen Anlagen
Grüner Strom aus deutschen Windparks soll Syngentas europäische Anlagen bilanziell unterstützen. Dafür schließen Syngenta und Statkraft ein fünfjähriges virtuelles PPA.
Syngenta und Statkraft haben einen fünfjährigen virtuellen Stromliefervertrag geschlossen. Die Vereinbarung soll laut gemeinsamer Mitteilung der beiden Unternehmen vom 26. Januar dieses Jahres die Geschäftsbereiche „Crop Protection“ und „Seeds“ beim Senken der CO2-Emissionen in europäischen Anlagen unterstützen.

Bei Syngenta handel es sich um ein Agrarunternehmen, das in über 90 Ländern aktiv ist. Der Geschäftsbereich „Syngenta Crop Protection“ bündelt das Geschäft mit Pflanzenschutz, „Syngenta Seeds“ das Saatgutgeschäft. Ersterer hat seinen Hauptsitz in Basel (Schweiz), Syngenta Seeds in den USA. 

Die beiden Partner habe ihre Unterschrift unter ein sogenanntes virtuelles Power Purchase Agreement − kurz „vPPA“ − gesetzt. Anders als bei einem klassischen, physischen Stromliefervertrag fließt der Strom dabei nicht direkt vom Windpark zum Abnehmer. Stattdessen handelt es sich um einen finanziellen Vertrag: Der erzeugte Windstrom wird ins öffentliche Netz eingespeist und am Markt vermarktet, während Syngenta die Herkunftsnachweise für ein festgelegtes Volumen erhält. Damit kann das Unternehmen den Strom rechnerisch den eigenen Verbräuchen zuordnen, ohne die bestehende operative Beschaffung umzustellen.

Preis pro kWh richtet sich nach dem Spotmarkt

Das Vertragsvolumen beträgt laut den Unternehmen 125 Millionen kWh pro Jahr. Über fünf Jahre entspricht das insgesamt 625 Millionen kWh bis zum Vertragsende im Jahr 2030. Grundlage ist ein Portfolio von Windparks in Deutschland. Den Abrechnungspreis für das im vPPA abgesicherte Stromvolumen wollen die Partner an den Spotmarkt koppeln.

Für Syngenta ist es das erste vPPA. Laut Rachel Stenson Bugnon, Global Head CP Sourcing bei Syngenta, kann das Modell könne helfen, CO2-Reduktionsziele voranzubringen, ohne die Effizienz in den europäischen Anlagen zu beeinträchtigen. Statkraft verweist darauf, dass vPPA in Deutschland an Bedeutung gewinnen, nennt dafür aber keine Zahlen.

Traditionell dominieren in Deutschland - im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie etwa Spanien oder die skandinavischen Länder - rein physisch erfüllbare PPA, weil angesichts der relativ hohen deutschen PPA-Preise kaum Ökostrom auf diese Weise exportiert wird. Die hohen Preise liegen am hohen Förderniveau und dem Doppelvermarktungsverbot für geförderten Ökostrom.

Sascha Schröder, Vice President Central European Origination bei Statkraft, beschreibt das Modell vPPA als Verbindung zwischen Windparkbetreibern und Industrie. Windparks bräuchten nach dem Auslaufen der Förderung verlässliche Erlöse, während Unternehmen Instrumente suchten, die zur bestehenden Beschaffungsstrategie passen.

Was das virtuelle PPA in der Praxis bedeutet

Der Vertrag hat zwei Ebenen. Erstens erhält Syngenta über die Herkunftsnachweise die Möglichkeit, ein vereinbartes Grünstromvolumen bilanziell als erneuerbar zu deklarieren. Zweitens soll das Modell nach Darstellung der Unternehmen die Erlössituation von Windenergieanlagen stützen, die nach dem Ende staatlicher Förderungen am Markt bestehen müssen. So bleibt der erzeugte Strom im Netz verfügbar, während Syngenta den erneuerbaren Anteil seiner Beschaffung rechnerisch absichert.

Statkraft ist ein internationaler Erzeuger erneuerbarer Energie. Der Konzern produziert nach eigenen Angaben Strom aus Wasserkraft sowie aus Wind, Sonne und Gas und handelt zudem Energie; er beschäftigt rund 7.000 Mitarbeiter in 20 Ländern.

Montag, 26.01.2026, 15:32 Uhr
Davina Spohn

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.