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Energie & Management > Finanzierung - Saarländer PV-Unternehmen startet Aktienemission
Agri-Solarpark bei Donaueschingen. Quelle: Next2Sun
Finanzierung

Saarländer PV-Unternehmen startet Aktienemission

Der Anlagenbauer und Projektentwickler „Next2Sun“ will mit einer Aktienemission bis zu  5 Millionen Euro einnehmen.
Geld für „eigene Solarprojekte“ und die „weitere Skalierung des Geschäftsmodells“: Wie die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Dillingen im Saarland mitteilt, gibt sie neue Aktien mit einem Volumen bis zu 5 Millionen Euro aus. Die Beteiligungen werden zuerst bis 4. September bestehenden Aktionären angeboten, heißt es in einer Mitteilung. Danach sollen sie andere Interessenten 30. September zeichnen können.

„Mit der Kapitalerhöhung wollen wir die Voraussetzungen schaffen, um das enorme Marktpotenzial der vertikalen Photovoltaik konsequent zu erschließen“, wird Vorstand Sascha Krause-Tünker zitiert. Das Unternehmen ist auf vertikale, bifaziale Solarsysteme spezialisiert. Für das laufende Jahr rechnet sie mit Projektvolumen von rund 50 MW. 2027 sollen es mehr als 70 MW sein. Mittelfristig wollen die Saarländer jährlich Projekte mit einem Volumen im dreistelligen MW-Bereich realisieren.

Bei vertikaler PV liegt der Schwerpunkt der Stromproduktion im Vergleich zu konventionellen, nach Süden ausgerichteten Freiflächenanlagen mehr in den Morgen- und Abendstunden. Dadurch können sich höhere Marktwerte ergeben und Abschaltungen reduzieren lassen, heißt es. Nach Angaben des Unternehmens sind die Erlöse seiner Anlagen am Spotmarkt in den vergangenen Jahren je Kilowattstunde gestiegen. Im ersten Halbjahr 2026 habe der Vorteil gegenüber dem Marktwert Solar bei mehr als 60 Prozent gelegen.

Vergangenes Jahr hatte der PV-Spezialist mit dem norwegischen Unternehmen Over Easy Solar eine strategische Kooperation für Vertrieb und Marketing vertikaler Photovoltaiklösungen vereinbart.

„Next2Sun“ wurde 2015 gegründet. Das Unternehmen zählt mehr als 140 Mitarbeitende an Standorten in Deutschland, Österreich, Polen und Japan. Die bislang installierte PV-Leistung beziffert es auf mehr als 60 MW.

Noch eine Marktnische

Vertikale PV ist bis dato ein kleines Teilsegment am Markt für Photovoltaik. Und sie ist noch Forschunggegenstand. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hatte im Oktober 2022 das Projekt „VAckerPower“ gestartet. Es beleuchte technische Betriebszuverlässigkeit, Potenziale und möglichen ökologischen Mehrwert im Vergleich zu hoch aufgeständerten Systemen. Im Januar 2025 stellte das Fraunhofer ISE erste Ergebnisse vor, die an Projektanlagen in Merz-Wellingen im Saarland gewonnen wurden.
 
 
Der Vergleich von vertikaler PV und konventioneller Freiflächen-PV ergab sehr unterschiedliche Ertragsdaten.
 
Vergleich vertikale PV zu konventioneller PV
 vertikale Agri-PV Freiflächen-PV
Spezifischer Ertrag1.170 kWh/kW1.100 kWh/kW
Installierbare Leistung300 kW/ha1.200 kW/ha
Stromertrag je Fläche350.000 kWh/ha1,32 Mio. kWh/ha
Quelle: Fraunhofer ISE

In einem laufenden Folgeprojekt mit der Bezeichnung „VAckerBio 2“ untersucht das ISE Auswirkungen auf die Biodiversität. Die Ergebnispräsentation zu „VAckerPower“ mit dem Titel „Vertiale Agri-Photovoltaik im Ackerbau - Perspektiven und Projekte aus der Photovoltaikforschung“ stellt das Fraunhofer ISE im Internet bereit. (mf)

Montag, 24.08.2026, 15:05 Uhr
Manfred Fischer
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Agri-Solarpark bei Donaueschingen. Quelle: Next2Sun
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Saarländer PV-Unternehmen startet Aktienemission
Der Anlagenbauer und Projektentwickler „Next2Sun“ will mit einer Aktienemission bis zu  5 Millionen Euro einnehmen.
Geld für „eigene Solarprojekte“ und die „weitere Skalierung des Geschäftsmodells“: Wie die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Dillingen im Saarland mitteilt, gibt sie neue Aktien mit einem Volumen bis zu 5 Millionen Euro aus. Die Beteiligungen werden zuerst bis 4. September bestehenden Aktionären angeboten, heißt es in einer Mitteilung. Danach sollen sie andere Interessenten 30. September zeichnen können.

„Mit der Kapitalerhöhung wollen wir die Voraussetzungen schaffen, um das enorme Marktpotenzial der vertikalen Photovoltaik konsequent zu erschließen“, wird Vorstand Sascha Krause-Tünker zitiert. Das Unternehmen ist auf vertikale, bifaziale Solarsysteme spezialisiert. Für das laufende Jahr rechnet sie mit Projektvolumen von rund 50 MW. 2027 sollen es mehr als 70 MW sein. Mittelfristig wollen die Saarländer jährlich Projekte mit einem Volumen im dreistelligen MW-Bereich realisieren.

Bei vertikaler PV liegt der Schwerpunkt der Stromproduktion im Vergleich zu konventionellen, nach Süden ausgerichteten Freiflächenanlagen mehr in den Morgen- und Abendstunden. Dadurch können sich höhere Marktwerte ergeben und Abschaltungen reduzieren lassen, heißt es. Nach Angaben des Unternehmens sind die Erlöse seiner Anlagen am Spotmarkt in den vergangenen Jahren je Kilowattstunde gestiegen. Im ersten Halbjahr 2026 habe der Vorteil gegenüber dem Marktwert Solar bei mehr als 60 Prozent gelegen.

Vergangenes Jahr hatte der PV-Spezialist mit dem norwegischen Unternehmen Over Easy Solar eine strategische Kooperation für Vertrieb und Marketing vertikaler Photovoltaiklösungen vereinbart.

„Next2Sun“ wurde 2015 gegründet. Das Unternehmen zählt mehr als 140 Mitarbeitende an Standorten in Deutschland, Österreich, Polen und Japan. Die bislang installierte PV-Leistung beziffert es auf mehr als 60 MW.

Noch eine Marktnische

Vertikale PV ist bis dato ein kleines Teilsegment am Markt für Photovoltaik. Und sie ist noch Forschunggegenstand. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hatte im Oktober 2022 das Projekt „VAckerPower“ gestartet. Es beleuchte technische Betriebszuverlässigkeit, Potenziale und möglichen ökologischen Mehrwert im Vergleich zu hoch aufgeständerten Systemen. Im Januar 2025 stellte das Fraunhofer ISE erste Ergebnisse vor, die an Projektanlagen in Merz-Wellingen im Saarland gewonnen wurden.
 
 
Der Vergleich von vertikaler PV und konventioneller Freiflächen-PV ergab sehr unterschiedliche Ertragsdaten.
 
Vergleich vertikale PV zu konventioneller PV
 vertikale Agri-PV Freiflächen-PV
Spezifischer Ertrag1.170 kWh/kW1.100 kWh/kW
Installierbare Leistung300 kW/ha1.200 kW/ha
Stromertrag je Fläche350.000 kWh/ha1,32 Mio. kWh/ha
Quelle: Fraunhofer ISE

In einem laufenden Folgeprojekt mit der Bezeichnung „VAckerBio 2“ untersucht das ISE Auswirkungen auf die Biodiversität. Die Ergebnispräsentation zu „VAckerPower“ mit dem Titel „Vertiale Agri-Photovoltaik im Ackerbau - Perspektiven und Projekte aus der Photovoltaikforschung“ stellt das Fraunhofer ISE im Internet bereit. (mf)

Montag, 24.08.2026, 15:05 Uhr
Manfred Fischer

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