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Der Pro-Kernkraft-Verein Nuklearia sieht bei Kernkraftwerken kein grundsätzliches Erzeugungsproblem bei hohen Temperaturen.
Ob das nun viel oder wenig ist, muss jeder selbst entscheiden: „90 Prozent der europäischen Kernreaktoren produzierten auch während der Höhepunkte der Hitzewellen 2026 wie vorgesehen“. Dies teilte der private Verein Nuklearia mit, der sich nach eigenen Angaben für die zivile Nutzung der Kernenergie einsetzt.
Die Medien in diesem Sommer waren voll von Kernkraftwerken in Ost- und Westeuropa, die zeitweise gedrosselt oder abgeschaltet werden mussten. Nuklearia verweist darauf, dass solche Einschränkungen stark von Standort und Kühlsystem abhängen. Das gilt grundsätzlich für alle thermischen Wärmekraftwerke, also neben Kernkraftwerken auch für Kohle- und Gaskraftwerke.
Dabei wird Wasser aus einem Fluss oder einem anderen Gewässer entnommen, damit die Anlage gekühlt wird. Das Wasser wird erwärmt zurückgeleitet. Steigt die Wassertemperatur oder sinkt der Pegel, können fehlende Wassermengen oder Umweltauflagen die Kraftwerksleistung begrenzen.
Aber, so der Verein: „Auch das Kühlsystem lässt sich an die örtlichen Bedingungen anpassen.“ Sogenannte Nasskühltürme würden einen großen Teil der Abwärme durch Verdunstung an die Luft abgeben und so den Wärmeeintrag in die Flüsse verringern.
Trocken- und Hybridkühltürme benötigen ebenfalls weniger Wasser. Dabei wird die Abwärme über Wärmetauscher an die Umgebungsluft abgegeben. Spezielle Zellenkühler können einzelne Kühlwasserströme rückkühlen.
Bei sehr niedrigem Wasserstand nennt Nuklearia zudem tiefere Einläufe, angepasste Pumpenvorläufe und Dämme als mögliche Maßnahmen. „Solche Dämme werden derzeit an den Donau-Kraftwerken Paks und Cernavoda eingesetzt.“
Laut Nuklearia blieb Frankreich trotz der Einschränkungen Stromexporteur. Im Juli stammten 70 Prozent des französischen Stroms aus Kernenergie. Gleichzeitig exportierte das Land 1,16 Milliarden kWh Strom nach Deutschland.
Seit 2000 hätten hohe Wassertemperaturen und niedrige Flusspegel in der französischen Kernkraftflotte im Jahresmittel einen Produktionsverlust von 0,3 Prozent verursacht. EDF bereitet seine Anlagen schon länger auf höhere Temperaturen und veränderte Flusspegel vor.
Nuklearia e. V. mit Sitz in Dortmund setzt sich für die friedliche Nutzung der Kernenergie ein und bezeichnet sich als partei- und industrieunabhängig. Politisch verfolgt der Verein eine klare Linie: Er wirbt für einen Wiedereinstieg Deutschlands in die Kernenergie und für den Bau neuer Reaktoren. Kernkraft beschreibt Nuklearia auf seiner Internetseite als die „beste Energie“ für Wirtschaft, Natur, Klima und Menschen. (sag)
Montag, 17.08.2026, 17:14 Uhr
Stefan Sagmeister
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