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Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Neuer Schwung in der Elektromobilität
Quelle: Pixabay / Joenomias
Elektrofahrzeuge

Neuer Schwung in der Elektromobilität

Der Boom der Elektrofahrzeuge hat nach einer Untersuchung der Internationalen Energieagentur (IEA) weitreichende Folgen für die globale Energiewirtschaft.
Im Jahr 2022 wurden weltweit 10 Millionen Elektroautos verkauft und die Internationale Energieagentur IEA geht davon aus, dass es im Jahr 2023 14 Millionen werden. Der Marktanteil von Elektrofahrzeugen sei damit von 4 Prozent im Jahr 2020 auf 14 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen und werde dieses Jahr voraussichtlich 18 Prozent erreichen, heißt es im „Global EV Outlook 2023“ der IEA.

An der Spitze der Entwicklung stand 2022 China, wo 60 Prozent aller neuen Elektroautos zugelassen wurden. In der Volksrepublik fahren inzwischen mehr als die Hälfte aller Elektroautos. Die EU und die USA belegten bei den Zulassungen den zweiten und dritten Platz. In Europa stiegen die Zulassungen um 15 Prozent, in den USA um 55 Prozent. Damit war in der EU jedes fünfte neu zugelassene Auto ein Stromer, in den USA waren es 8 Prozent. Die Autofahrer gaben für die Elektroautos 425 Milliarden US-Dollar aus, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. 10 Prozent davon waren Subventionen. Die meisten Fahrzeuge waren elektrische SUV, heißt es in dem Bericht dazu. Allerdings kämen zunehmend auch kleinere und wettbewerbsfähige Modelle auf den Markt. Inzwischen würden zwar doppelt soviel EV-Modelle angeboten wie 2018. Die preiswerten Optionen reichten aber nicht, „um einen Massenmarkt für Elektroautos zu etablieren“.

Elektrofahrzeuge seien jedoch zu einem bestimmenden Faktor der Energiewirtschaft geworden, sagte IEA-Direktor Fatih Birol bei der Vorstellung des Berichtes in Paris. Anspruchsvolle Klimaschutzprogramme wie das amerikanische Klimaschutzpaket (Inflation Reduction Act) oder das Fit-for-55-Programm der EU würden den Trend zum E-Auto weiter beschleunigen und dazu führen, dass 2030 sechs von zehn neuen Personenfahrzeugen in China, in der EU und den USA über einen elektrischen Antrieb verfügten. Diese Perspektive stelle einen starken Anreiz dar, in die Produktion von Batterien und anderen Komponenten zu investieren. Die bislang geplanten Batterie-Fabriken seien „mehr als ausreichend, um die Nachfrage bis 2030 für Elektrofahrzeuge“ zu befriedigen. Allerdings bleibe die Produktion von Batterien stark konzentriert: China sei der mit Abstand führende Hersteller von Batterien und werde seinen Anteil an den globalen Exporten bis 2030 voraussichtlich auf 35 Prozent erhöhen.

Auch in den Schwellenländern steigt der Anteil an E-Fahrzeugen

In den anderen Regionen werden erhebliche Anstrengungen unternommen, um nicht von chinesischen Zulieferungen abhängig zu werden. Die IEA verweist in diesem Zusammenhang auf das Netto-Null-Programm der EU für die europäische Industrie, nach dem 90 Prozent der europäischen Nachfrage nach Batterien aus eigener Produktion befriedigt werden sollen. Auch die USA würden große Anstrengungen unternehmen, um ihren Bedarf selber zu decken. Seit der Verabschiedung des IRA im August vergangenen Jahres hätten amerikanische Hersteller Investitionen von 52 Milliarden Dollar angekündigt, um die Batterieproduktion in den USA auszubauen.

Auch in anderen Teilen der Welt gebe es erste Anzeichen für einen Trend zur Elektromobilität. So wurden in Thailand im Jahr 2022 3 Prozent E-Autos verkauft, in Indien und Indonesien waren es immerhin 1,5 Prozent. Von einem indischen Förderprogramm erwartet die IEA Investitionen von 8,3 Milliarden Dollar zum Ausbau der Batterie-Produktion. Das werde auch den Verkauf von Elektrofahrzeugen in Indien beschleunigen. In den Schwellenländern gehe es dabei auch um die Elektrifizierung von Zwei- und Dreirädern. In Indien etwa werde bereits heute rund die Hälfte der Dreiräder elektrisch betrieben. In vielen Ländern der Dritten Welt seien Zwei- und Dreiräder ein „erschwinglicher Zugang zur Mobilität“. Die Elektrifizierung dieser Fahrzeuge sei deswegen ein wichtiger Hebel für eine nachhaltige Entwicklung.

In den Industrieländern geht die IEA davon aus, dass die Elektrifizierung des Individualverkehrs erst der Einstieg in die Elektromobilität ist. In den nächsten Jahren würden auch Busse und Lkw in zunehmendem Maße mit elektrischen Antrieben ausgestattet. Für die Energiewirtschaft bedeute das vor allem einen Rückgang der Nachfrage nach fossilen Treibstoffen. Schon 2030 werde der Ölverbrauch um 5 Millionen Barrel pro Tag geringer ausfallen. Der Stromverbrauch werde dagegen zwischen 950 und 1.150 TWh höher sein. Das wären im Durchschnitt weniger als 4 Prozent der globalen Stromproduktion, in der EU knapp 5 Prozent und in den USA mehr als 5 Prozent. Im Ergebnis würden die CO2-Emissionen um rund 700 Millionen Tonnen geringer ausfallen.

Mittwoch, 26.04.2023, 10:30 Uhr
Tom Weingrtner
Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Neuer Schwung in der Elektromobilität
Quelle: Pixabay / Joenomias
Elektrofahrzeuge
Neuer Schwung in der Elektromobilität
Der Boom der Elektrofahrzeuge hat nach einer Untersuchung der Internationalen Energieagentur (IEA) weitreichende Folgen für die globale Energiewirtschaft.
Im Jahr 2022 wurden weltweit 10 Millionen Elektroautos verkauft und die Internationale Energieagentur IEA geht davon aus, dass es im Jahr 2023 14 Millionen werden. Der Marktanteil von Elektrofahrzeugen sei damit von 4 Prozent im Jahr 2020 auf 14 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen und werde dieses Jahr voraussichtlich 18 Prozent erreichen, heißt es im „Global EV Outlook 2023“ der IEA.

An der Spitze der Entwicklung stand 2022 China, wo 60 Prozent aller neuen Elektroautos zugelassen wurden. In der Volksrepublik fahren inzwischen mehr als die Hälfte aller Elektroautos. Die EU und die USA belegten bei den Zulassungen den zweiten und dritten Platz. In Europa stiegen die Zulassungen um 15 Prozent, in den USA um 55 Prozent. Damit war in der EU jedes fünfte neu zugelassene Auto ein Stromer, in den USA waren es 8 Prozent. Die Autofahrer gaben für die Elektroautos 425 Milliarden US-Dollar aus, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. 10 Prozent davon waren Subventionen. Die meisten Fahrzeuge waren elektrische SUV, heißt es in dem Bericht dazu. Allerdings kämen zunehmend auch kleinere und wettbewerbsfähige Modelle auf den Markt. Inzwischen würden zwar doppelt soviel EV-Modelle angeboten wie 2018. Die preiswerten Optionen reichten aber nicht, „um einen Massenmarkt für Elektroautos zu etablieren“.

Elektrofahrzeuge seien jedoch zu einem bestimmenden Faktor der Energiewirtschaft geworden, sagte IEA-Direktor Fatih Birol bei der Vorstellung des Berichtes in Paris. Anspruchsvolle Klimaschutzprogramme wie das amerikanische Klimaschutzpaket (Inflation Reduction Act) oder das Fit-for-55-Programm der EU würden den Trend zum E-Auto weiter beschleunigen und dazu führen, dass 2030 sechs von zehn neuen Personenfahrzeugen in China, in der EU und den USA über einen elektrischen Antrieb verfügten. Diese Perspektive stelle einen starken Anreiz dar, in die Produktion von Batterien und anderen Komponenten zu investieren. Die bislang geplanten Batterie-Fabriken seien „mehr als ausreichend, um die Nachfrage bis 2030 für Elektrofahrzeuge“ zu befriedigen. Allerdings bleibe die Produktion von Batterien stark konzentriert: China sei der mit Abstand führende Hersteller von Batterien und werde seinen Anteil an den globalen Exporten bis 2030 voraussichtlich auf 35 Prozent erhöhen.

Auch in den Schwellenländern steigt der Anteil an E-Fahrzeugen

In den anderen Regionen werden erhebliche Anstrengungen unternommen, um nicht von chinesischen Zulieferungen abhängig zu werden. Die IEA verweist in diesem Zusammenhang auf das Netto-Null-Programm der EU für die europäische Industrie, nach dem 90 Prozent der europäischen Nachfrage nach Batterien aus eigener Produktion befriedigt werden sollen. Auch die USA würden große Anstrengungen unternehmen, um ihren Bedarf selber zu decken. Seit der Verabschiedung des IRA im August vergangenen Jahres hätten amerikanische Hersteller Investitionen von 52 Milliarden Dollar angekündigt, um die Batterieproduktion in den USA auszubauen.

Auch in anderen Teilen der Welt gebe es erste Anzeichen für einen Trend zur Elektromobilität. So wurden in Thailand im Jahr 2022 3 Prozent E-Autos verkauft, in Indien und Indonesien waren es immerhin 1,5 Prozent. Von einem indischen Förderprogramm erwartet die IEA Investitionen von 8,3 Milliarden Dollar zum Ausbau der Batterie-Produktion. Das werde auch den Verkauf von Elektrofahrzeugen in Indien beschleunigen. In den Schwellenländern gehe es dabei auch um die Elektrifizierung von Zwei- und Dreirädern. In Indien etwa werde bereits heute rund die Hälfte der Dreiräder elektrisch betrieben. In vielen Ländern der Dritten Welt seien Zwei- und Dreiräder ein „erschwinglicher Zugang zur Mobilität“. Die Elektrifizierung dieser Fahrzeuge sei deswegen ein wichtiger Hebel für eine nachhaltige Entwicklung.

In den Industrieländern geht die IEA davon aus, dass die Elektrifizierung des Individualverkehrs erst der Einstieg in die Elektromobilität ist. In den nächsten Jahren würden auch Busse und Lkw in zunehmendem Maße mit elektrischen Antrieben ausgestattet. Für die Energiewirtschaft bedeute das vor allem einen Rückgang der Nachfrage nach fossilen Treibstoffen. Schon 2030 werde der Ölverbrauch um 5 Millionen Barrel pro Tag geringer ausfallen. Der Stromverbrauch werde dagegen zwischen 950 und 1.150 TWh höher sein. Das wären im Durchschnitt weniger als 4 Prozent der globalen Stromproduktion, in der EU knapp 5 Prozent und in den USA mehr als 5 Prozent. Im Ergebnis würden die CO2-Emissionen um rund 700 Millionen Tonnen geringer ausfallen.

Mittwoch, 26.04.2023, 10:30 Uhr
Tom Weingrtner

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