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Enerige & Management > Gasnetz - Neuer russischer Gasanschluss für Serbien in Betrieb
Bild: Shutterstock, Dabarti CGI
GASNETZ:
Neuer russischer Gasanschluss für Serbien in Betrieb
Der russische Gaskonzern Gazprom hat den Gasexport nach Serbien über die Schwarzmeerleitung Turkish Stream aufgenommen.
 
Über die Gasleitung Turkish Stream wird das Gas von Russland über die Türkei an die bulgarische Grenze transportiert. Dies teilte Gazprom am 1. Januar mit. Über das bulgarische Transportnetz gelangt es nach Serbien und kann dort an Verbraucher in Serbien und Bosnien-Herzegowina verteilt werden. Die Gastransportnetzbetreiber Bulgartransgaz in Bulgarien und Gastrans in Serbien bauen hierfür die Gasnetze aus.

Gastrans ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Gazprom und dem serbischen Gasversorger Srbijagas, an dem der russische Gaskonzern mit 51 % mehrheitlich beteiligt ist.

Vor einem Jahr hat die Pipeline Turkish Stream ihren Betrieb aufgenommen (E&M berichtete). Die zwei Stränge der Schwarzmeergasleitung können insgesamt 31,5 Mrd. m3 Gas im Jahr transportieren. Ein Strang versorgt den türkischen Markt. Der zweite Strang soll russisches Gas in die Türkei zum Export nach Südost- und Südeuropa transportieren. Dementsprechend importiert seit Anfang vergangenen Jahres Bulgarien bereits Gas aus Russland über Turkish Stream und die Türkei.

Dafür hatte Bulgartransgaz die Transportkapazitäten im Grenzbereich ausgebaut. Dazu ist die Gasleitung, über die die Türkei jahrelang russisches Gas über die Ukraine bezog, für den Gastransport in entgegengesetzter Richtung gerüstet, so dass auch Rumänien Gas über das Schwarze Meer und die Türkei beziehen kann.

Eine neue Ost-West-Gasleitung ist in Bulgarien hinzugekommen, die an die serbische Grenze führt. In Serbien verlegte Gastrans eine 403 Kilometer lange Gasleitung von der bulgarischen Grenze bis an die ungarische Grenze. Im Endausbau ist sie auf eine Transportkapazität von knapp 14 Mrd. m3 Gas im Jahr veranschlagt.

Zum Lieferstart nach Serbien sagte Alexej Miller, Vorstandsvorsitzener von Gazprom: "Die Zahl der europäischen Länder, die russisches Gas über Turkish Stream erhalten, ist auf sechs gestiegen. Jetzt haben Serbien, Bosnien und Herzegowina zusammen mit Bulgarien, Griechenland, Nordmazedonien und Rumänien eine solche Chance erhalten."
 

Josephine Bollinger-Kanne
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 04.01.2021, 11:16 Uhr

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