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Enerige & Management > Klimaschutz - Neue Höchstwerte an Treibhausgasen in der Atmosphäre
Quelle: malp / Fotolia
KLIMASCHUTZ:
Neue Höchstwerte an Treibhausgasen in der Atmosphäre
Die Weltwetterorganisation der UNO (WMO) stellt einen neuen Höchststand von Treibhausgasen in der Atmosphäre fest. Trotz der Covid-19-Pandemie stieg die CO2-Konzentration verstärkt an.
 
Die Konzentration des wichtigsten Treibhausgases in der Atmosphäre, Kohlendioxid (CO2), erreichte 2020 erneut einen Rekordwert. Das berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) aus Genf am 25. Oktober.

Trotz des zeitweiligen Drosselns der Wirtschaft wegen der Covid-19-Pandemie war der Anstieg sogar stärker als im Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2020. CO2 entsteht durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas, durch
Industrieprozesse sowie im Zuge von Waldzerstörung.

„Die Verlangsamung der Wirtschaftsaktivitäten durch Covid-19 hatte keine erkennbaren Auswirkungen auf die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre oder auf deren Wachstumsraten“, schreibt die WMO in ihrem jährlichen Treibhausgas-Bulletin. Lediglich die neuen CO2-Emissionen seien im Coronajahr 2020 vorübergehend um 5,6 % zurückgegangen. „Solange es Emissionen gibt, steigt die globale Temperatur weiter an“, warnte die Organisation. Das
produzierte CO2 könne Jahrhunderte in der Atmosphäre bleiben. WMO-Chef Petteri Taalas forderte stärkere Klimaschutzanstrengungen von allen Staaten: „Wir haben keine Zeit zu verlieren“.

Weltweite Erwärmung schon über 1 Grad Celsius

Der neue Höchstwert des Treibhausgases lag bei 413,2 ppm (Teilchen pro Million Teilchen). Das entspreche 149 % des vorindustriellen Niveaus. 2019 waren es noch 410,7 ppm. Diesen Wert passte die WMO nach neuen Analysen von ursprünglich 410,5 ppm leicht nach oben an. Die WMO datiert den Beginn der Industrialisierung für diese Berechnungen auf 1750. Die Marke von 400 ppm war erst 2015 durchbrochen worden. CO2 ist nach Angaben der WMO für etwa 66 %
des Erwärmungseffekts verantwortlich. Alle Treibhausgase zusammen hätten schon zu einer durchschnittlichen weltweiten Erwärmung von 1,1 Grad geführt, in Deutschland beträgt sie 1,6 Grad Celsius.

Die WMO berichtete auch schon besorgniserregende CO2-Messungen aus diesem Jahr. So lag an der Station Mauna Loa auf Hawaii in den USA die CO2-Konzentration im Juli dieses Jahres bei 416,96 ppm, nach 414,62 ppm im vergangenen Jahr. Die WMO bildet für das Jahresniveau immer einen Mittelwert aus den Messungen mehrerer Stationen. Wenn nicht deutlich schärfere Klimaschutzmaßnahmen als heute umgesetzt werden, würde die Welt die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht einhalten, die Erwärmung auf 1,5 bis 2 Grad zu begrenzen, sagte WMO-Chef Petteri Taalas. Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, müsste die Welt etwa 2050 bis 2070 klimaneutral werden, forderte er mit Blick auf die Weltklimakonferenz ab 31. Oktober in Glasgow (COP26).

Höhere Temperaturen bedeutet 20 m höherer Meeresspiegel

Das letzte Mal, dass die Erde solche CO2-Konzentrationen erlebte wie heute, sei drei bis fünf Millionen Jahre her. Damals sei die Temperatur zwei bis drei Grad höher gewesen und der Meeresspiegel 10 bis 20 Meter höher. Auf den Zustand vor so langer Zeit können Forscher durch Eisbohrungen in uralte Luftblasen und Analysen von Fossilien schließen. Die WMO verweist darauf, dass jetzt schon Ökosysteme, die früher CO2 aufgenommen haben, zu Quellen zusätzlicher CO2-Emissionen geworden seien. Dazu gehörten Teile Amazoniens durch die Rodung von Wäldern und großflächige Waldbrände weltweit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Montag, 25.10.2021, 11:52 Uhr

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