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Energie & Management > Photovoltaik - Münster hat beim Solarausbau den Platz an der Sonne
Quelle: Pixabay / congerdesign
Photovoltaik

Münster hat beim Solarausbau den Platz an der Sonne

Privathaushalte sind die Treiber des aktuellen Solarkraft-Zubaus, besagt eine Erhebung. Drei Städte in Nordrhein-Westfalen führen nach den ersten drei Quartalen die Ausbautabelle an.
Mittlere Großstädte bis 500.000 Einwohner sind die Motoren des Solarkraftzubaus. Sie nehmen etwa 50 Prozent mehr Anlagen in Betrieb als die deutschen Metropolen, besagt eine Auswertung der Zolar GmbH. Das Berliner Klimatechnik-Startup hat dafür die bis Ende September ins Marktstammdatenregister eingetragenen 828.016 Sonnenkraftwerke analysiert.

Neu angeschlossene Anlagen bis 30 kW Kapazität setzte das Unternehmen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl. Herausgekommen ist: Pro 100.000 Einwohner haben die westfälischen Städte Münster und Bielefeld sowie die niederrheinische Kommune Mönchengladbach in diesem Jahr die meisten Solaranlagen ans Netz genommen. In Münster sind es 513, in Bielefeld 469 und in Mönchengladbach 439 Solaranlagen je 100.000 Einwohner.

Bis Ende September bereits 10.300 MW neu am Netz

Das Ranking zeige, „dass nicht nur wir als Energieversorger beim Ausbau der Erneuerbaren Tempo machen“, sagte eine Sprecherin der Stadtwerke Münster auf Anfrage unserer Redaktion. Auch die Privathaushalte sorgten mit „großem Einsatz“ für immer mehr grünen Strom im Netz. Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte hatten die Stadtnetze Münster, eine Tochter des kommunalen Versorgers, bereits darauf hingewiesen, das Ergebnis von 2022 bei angeschlossenen Stecker-Anlagen übertroffen zu haben. Bis Ende Juni 2023 waren 274 Anlagen hinzugekommen, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 221.

Die Bundesregierung hatte Anfang September bekannt gegeben, dass ihr Ausbauziel für das Gesamtjahr 2023 von mindestens 9.000 MW an Solarkraft bereits erreicht sei. Bis Ende September beliefen die Neuinstallationen sich laut Zolar auf 10.300 MW. Dafür sorgten besonders Privathaushalte mit ihren Balkonkraftwerken, Fassaden- und Dachanlagen (bis 30 kW), die allein auf 5.580 MW Kapazität kommen. Besonders Eigenheimbesitzer nutzten die finanziellen Vorteile von Solaranlagen, so Zolar-Geschäftsführerin Sarah Müller.

Die Millionenmetropolen Köln, München, Hamburg und Berlin kommen laut Zolar-Auswertung auf etwa halb so hohe Zubau-Quoten wie die Führenden im Ranking. Hamburg und Bremen schafften 138 beziehungsweise 135 Solaranlagen je 100.000 Einwohner. Großstädte hätten wegen räumlicher und regionaler Besonderheiten einen Nachteil beim Zubau von Solarmodulen. „Hier müssen Lösungen wie Balkonkraftwerke und Mieterstrom den Ausbau und damit die Umstellung auf erneuerbare Energien treiben“, sagt Sarah Müller.

Zur Ehrenrettung der Großstädte gereichte zuletzt eine Erhebung von Lichtblick. Der Ökostromanbieter hatte errechnet, dass Leipzig als erste größere Kommune auf einen Solar-Faktor von mehr als 90 Prozent komme. Dieser Faktor setzt die Fläche neu errichteter Solaranlagen in Beziehung zu den generell neu errichteten Dachflächen. Sieben von 14 Metropolen lagen dabei über 50 Prozent (wir berichteten).

Die Zolar-Chefin fordert, den großen Ausbau auch im kommenden Jahr zu wiederholen. „Das schaffen wir nur, wenn die Energiewende sich für alle Beteiligten rechnet – vom Hausbesitzer bis zur Industrie“, so Müller.

Donnerstag, 26.10.2023, 17:12 Uhr
Volker Stephan
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Quelle: Pixabay / congerdesign
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Münster hat beim Solarausbau den Platz an der Sonne
Privathaushalte sind die Treiber des aktuellen Solarkraft-Zubaus, besagt eine Erhebung. Drei Städte in Nordrhein-Westfalen führen nach den ersten drei Quartalen die Ausbautabelle an.
Mittlere Großstädte bis 500.000 Einwohner sind die Motoren des Solarkraftzubaus. Sie nehmen etwa 50 Prozent mehr Anlagen in Betrieb als die deutschen Metropolen, besagt eine Auswertung der Zolar GmbH. Das Berliner Klimatechnik-Startup hat dafür die bis Ende September ins Marktstammdatenregister eingetragenen 828.016 Sonnenkraftwerke analysiert.

Neu angeschlossene Anlagen bis 30 kW Kapazität setzte das Unternehmen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl. Herausgekommen ist: Pro 100.000 Einwohner haben die westfälischen Städte Münster und Bielefeld sowie die niederrheinische Kommune Mönchengladbach in diesem Jahr die meisten Solaranlagen ans Netz genommen. In Münster sind es 513, in Bielefeld 469 und in Mönchengladbach 439 Solaranlagen je 100.000 Einwohner.

Bis Ende September bereits 10.300 MW neu am Netz

Das Ranking zeige, „dass nicht nur wir als Energieversorger beim Ausbau der Erneuerbaren Tempo machen“, sagte eine Sprecherin der Stadtwerke Münster auf Anfrage unserer Redaktion. Auch die Privathaushalte sorgten mit „großem Einsatz“ für immer mehr grünen Strom im Netz. Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte hatten die Stadtnetze Münster, eine Tochter des kommunalen Versorgers, bereits darauf hingewiesen, das Ergebnis von 2022 bei angeschlossenen Stecker-Anlagen übertroffen zu haben. Bis Ende Juni 2023 waren 274 Anlagen hinzugekommen, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 221.

Die Bundesregierung hatte Anfang September bekannt gegeben, dass ihr Ausbauziel für das Gesamtjahr 2023 von mindestens 9.000 MW an Solarkraft bereits erreicht sei. Bis Ende September beliefen die Neuinstallationen sich laut Zolar auf 10.300 MW. Dafür sorgten besonders Privathaushalte mit ihren Balkonkraftwerken, Fassaden- und Dachanlagen (bis 30 kW), die allein auf 5.580 MW Kapazität kommen. Besonders Eigenheimbesitzer nutzten die finanziellen Vorteile von Solaranlagen, so Zolar-Geschäftsführerin Sarah Müller.

Die Millionenmetropolen Köln, München, Hamburg und Berlin kommen laut Zolar-Auswertung auf etwa halb so hohe Zubau-Quoten wie die Führenden im Ranking. Hamburg und Bremen schafften 138 beziehungsweise 135 Solaranlagen je 100.000 Einwohner. Großstädte hätten wegen räumlicher und regionaler Besonderheiten einen Nachteil beim Zubau von Solarmodulen. „Hier müssen Lösungen wie Balkonkraftwerke und Mieterstrom den Ausbau und damit die Umstellung auf erneuerbare Energien treiben“, sagt Sarah Müller.

Zur Ehrenrettung der Großstädte gereichte zuletzt eine Erhebung von Lichtblick. Der Ökostromanbieter hatte errechnet, dass Leipzig als erste größere Kommune auf einen Solar-Faktor von mehr als 90 Prozent komme. Dieser Faktor setzt die Fläche neu errichteter Solaranlagen in Beziehung zu den generell neu errichteten Dachflächen. Sieben von 14 Metropolen lagen dabei über 50 Prozent (wir berichteten).

Die Zolar-Chefin fordert, den großen Ausbau auch im kommenden Jahr zu wiederholen. „Das schaffen wir nur, wenn die Energiewende sich für alle Beteiligten rechnet – vom Hausbesitzer bis zur Industrie“, so Müller.

Donnerstag, 26.10.2023, 17:12 Uhr
Volker Stephan

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