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Lichtblick eMobility übernimmt das Geschäftskundengeschäft von Mer Germany samt rund 7.000 Ladepunkten. Zugleich plant das Unternehmen hohe Investitionen in die Elektromobilität.
Lichtblick eMobility übernimmt den Geschäftskundenbereich der Mer Germany GmbH, teilte das Energieunternehmen am 20. August mit. Die Transaktion soll zum 1. Oktober 2026 vollzogen werden und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden. Einen Kaufpreis nennen die Partner nicht. Mit der Übernahme will die Lichtblick eMobility ihre Position im Markt für gewerbliche Ladeinfrastruktur stärken.
Mit dem Geschäft wechseln rund 7.000 Ladepunkte in Deutschland zu Lichtblick eMobility. Der übernommene Bereich soll als hundertprozentige Tochtergesellschaft weitergeführt werden. Der Standort München bleibt erhalten. Lichtblick übernimmt laut Mitteilung zudem den bestehenden Kundenstamm und das Team des Geschäftskundenbereichs. Wie viele Beschäftigte von Mer zu Lichtblick wechseln, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Laut Homepage sind derzeit 11.000 Ladepunkte von Lichtblick in Betrieb; nun kommen 7.000 weitere hinzu.
Lichtblick stärkt Marktpräsenz für gewerbliche Ladeinfrastruktur
„Das Mer Business Charging-Geschäft findet bei der Lichtblick eMobility GmbH ein neues Zuhause mit einer klaren Perspektive. In der Übergangsphase stehen wir unseren Gewerbekunden weiterhin mit der gewohnten Zuverlässigkeit, Expertise und Servicequalität zur Seite. Gleichzeitig ergeben sich mit der Übernahme durch die Lichtblick eMobility GmbH weitere Möglichkeiten, das Angebot gezielt weiterzuentwickeln und neue Mehrwerte zu schaffen“, wird Jessica Schneider, Teil der Geschäftsführung der Mer Germany, in der Mitteilung zitiert.
Lichtblick sieht insbesondere bei Unternehmensflotten weiteres Marktpotenzial. „Durch die zunehmende Elektrifizierung von Unternehmensflotten wächst der Bedarf an intelligenten und wirtschaftlichen Ladelösungen“, erklärte Sebastian Ewert, Geschäftsführer von Lichtblick eMobility. Das übernommene Team solle dazu beitragen, das Geschäft mit Unternehmenskunden auszubauen. Ewert wird im Zuge der Transaktion auch in die Geschäftsführung der neuen hundertprozentigen Tochtergesellschaft eintreten.
Eine Rolle spielt dabei das von Lichtblick vorangetriebene Durchleitungsmodell. Das Unternehmen bietet es bereits an mehreren Standorten seines Quick-Charge-Ladenetzes an. Dienstwagenfahrer können dort ihren Unternehmensstromtarif auch beim Laden unterwegs nutzen, unabhängig vom Betreiber des jeweiligen Ladepunkts. Ewert bezeichnet das Durchleitungsmodell als zentralen Baustein für das Geschäft mit Unternehmensflotten. Lichtblick verbindet damit den Ausbau des Ladegeschäfts mit seinem Stromvertrieb. Die Übernahme des Mer-Geschäfts vergrößert dafür die operative Basis durch zusätzliche Ladepunkte, Kundenbeziehungen und Personal.
Mehr als 100 Millionen Euro für Elektromobilität
Parallel zur Übernahme kündigt Lichtblick weitere Investitionen an. In den kommenden Jahren will das Unternehmen mehr als 100 Millionen Euro in seinen E-Mobilitätsbereich investieren. Als Felder nennt Lichtblick das Durchleitungsmodell, die Flottenelektrifizierung und Ladeinfrastruktur. Auch die Ladeinfrastruktur für den Schwerlastverkehr gehört zur Strategie. Als Teil eines Konsortiums erhielt Lichtblick den Zuschlag für 14 öffentliche Standorte in Baden-Württemberg (wir berichteten).
Mer Germany bietet neben Lösungen für Geschäftskunden auch Ladeinfrastruktur für den öffentlichen Raum an. Zum Angebot gehören Planung, Installation und Betrieb von Ladestationen sowie Hardware, Apps und Portale. Nach eigenen Angaben verfügt Mer über mehr als 36.200 eigene öffentliche Ladepunkte. Über das europäische Ladenetz erhalten Kunden Zugang zu mehr als 780.000 Ladepunkten und Ladehubs. Mer gehört zum norwegischen Energiekonzern Statkraft. (hr)
Donnerstag, 20.08.2026, 14:36 Uhr
Heidi Roider
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