Holzbriketts von der Leag. Quelle: Leag
Das ostdeutsche Energieunternehmen Leag ist zweitgrößter Pellet-Produzent in Europa. Doch auch das Geschäft mit Braunkohlebriketts lief 2025 gut.
Die Leag Pellets GmbH hat 2025 ihren Absatz von Holzpellets um 13 Prozent gesteigert und erreichte eine Gesamtmenge von 350.000 Tonnen. Mit dieser Produktionsmenge ist die Leag nach eigenen Angaben mit Standorten in Deutschland, Skandinavien und im Baltikum der zweitgrößte Pellet-Produzent in Europa.
In Deutschland lag die Pelletproduktion im gleichen Jahr bei mehr als vier Millionen Tonnen. Nach Branchenangaben werden damit rund 760.000 Pelletheizungen betrieben
Parallel entwickelte sich auch das klassische Veredlungsgeschäft von Braunkohle der Lausitzer Energiegruppe. Beim Braunkohlebrikett erhöhte sich der Absatz 2025 auf insgesamt 492.000 Tonnen. Das entspricht einem Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Natürlich hat der diesmal recht kalte Winter zu dem insgesamt positiven Ergebnis beigetragen“, sagt Matthias Vette, Leiter Vertrieb Veredlung und Leag Pellets GmbH.
Der Veredlungsbetrieb der Leag und die Pellet-Produktionsbetriebe der Leag Pellets GmbH sind zwar getrennte operative Einheiten innerhalb der Leag -Gruppe. Sie sind jedoch strategisch verzahnt, weil das Unternehmen das frühere Braunkohle-Veredlungsgeschäft schrittweise um biogene Brennstoffe wie Holzpellets erweitert und seit kurzem auch Mischprodukte aus Braunkohle und Holz anbietet (wir berichteten).
Einen wesentlichen Anteil an der Produktion des Veredlungsbetriebes in Schwarze Pumpe hat zudem „LignoPlus“, ein aus Braunkohle gewonnener fließfähiger Industriebrennstoff. Mit rund 800.000 Tonnen lag der Absatz 2025 jedoch um 11,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Als Grund nennt das Unternehmen vor allem eine Verunsicherung in der Stahlindustrie infolge der US-Zollpolitik unter Präsident Donald Trump.
Der fließfähige Brennstoff-Staub bleibt dennoch ein zentrales Produkt der Leag-Veredlung. Im Zuge des Kohleausstiegs und der Transformation des Lausitzer Energieunternehmens soll sich das Produktportfolio jedoch verändern.
„Wir wollen im zweiten Halbjahr 2026 eine Anlage in Betrieb nehmen, die fein gemahlenen Holzstaub und Kohlestaub mischt“, erklärt Matthias Vette die Pläne für ein neues Produkt mit dem Namen „Blend“.
„Es wird zunächst ein Verhältnis von 30 zu 70 Prozent haben. Das bedeutet, dass unsere Kunden mit der biogenen Beimischung ihren CO2-Fußabdruck um 30 Prozent reduzieren können, ohne ihre Feuerungsanlagen aufwändig umrüsten oder gar austauschen zu müssen.“
Parallel zur Vorbereitung der Blend-Produktion, die für dieses Jahr geplant ist, läuft in Schwarze Pumpe ein weiteres biogenes Zusatzprodukt an. Derzeit noch im Probebetrieb produziert eine eigens von Fachleuten aus Freiberg entwickelte und konstruierte Presse erste Holzbriketts unter der Leag-Marke Rekord.
Mit der neuen Presstechnologie können neben klassischen Holzbriketts für private Kaminöfen auch andere biogene Rohstoffe brikettiert werden. Dazu zählen Reststoffe aus der Landwirtschaft ebenso wie Klärschlamm. Perspektivisch könnte dies vor allem für die Bereitstellung von Prozesswärme im produzierenden Gewerbe relevant sein.
Freitag, 13.03.2026, 17:13 Uhr
Stefan Sagmeister
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