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Enerige & Management > Effizienz - Im Effizienz-Netzwerk Berchtesgadener Land geht es voran
Bild: Fotolia.com, Photo-K
EFFIZIENZ:
Im Effizienz-Netzwerk Berchtesgadener Land geht es voran
Das Energieeffizienz-Netzwerk Berchtesgadener Land hat nach zwei Jahren Laufzeit bereits einige Projekte erfolgreich abgeschlossen, weitere stehen in den Startlöchern.
 
Seit zwei Jahren arbeiten Gemeinden im Berchtesgadener Land in einem Energieeffizienz-Netzwerk zusammen. "Einige Projekte konnten bereits abgeschlossen werden", sagte Professor Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik (IfE) − dem Netzwerkträger − bei einem virtuellen Netzwerktreffen im November. "Andere sind in Bearbeitung oder stehen in den Startlöchern."

Im Energieeffizienz-Netzwerk Berchtesgadener Land haben sich die Gemeinden Ainring, Anger, Bayerisch Gmain, Berchtesgaden, Bischofswiesen, Piding, Saaldorf-Surheim, Schönau, die Städte Bad Reichenhall, Freilassing und Laufen sowie der Landkreis Berchtesgadener Land zusammengeschlossen. Die Bürgermeister unterzeichneten im Landratsamt Berchtesgadener Land in Bad Reichenhall am 18. Oktober 2018 (E&M berichtete) die Gründungsvereinbarung. Organisatorisch mit betreut werden die Treffen von der Energieagentur Südostbayern in Traunstein.

Das Netzwerk wird seit dem Start vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gefördert. Die Fördersumme beträgt in den ersten drei Jahren Netzwerkarbeit 270.000 Euro.

Beim Start im Jahr 2018 lobte Landrat Georg Grabner (CSU) die von den Gemeinden bereits geleistete Vorarbeit in Form von Energienutzungsplänen. Damit habe man nun ein hervorragendes Werkzeug für die Umsetzung im Rahmen des Energieeffizienz-Netzwerks an der Hand: "Wir wollen keine Pläne, die dann in Schubladen verschwinden, sondern Projekte, mit denen wir etwas bewegen können." Und das passiert auch: Insgesamt haben die elf teilnehmenden Gemeinden und Städte jeweils zwischen zwei und sechs Projekte angestoßen mithilfe des Netzwerkes.

So konnten bislang zum Beispiel in Bischofswiesen die Projekte zur Heizung im Rathaus und dem BHKW für den Schulcampus abgeschlossen werden, das Wasserwerk Piding hat eine PV-Anlage erhalten, in Schönau wurde die Beleuchtung eines Parkplatz, der Turnhalle und des Sportplatzes modernisiert und in Berchtesgaden wird in Kürze mit der Umsetzung der Energiesparkonzepte für die kommunalen Liegenschaften begonnen.

Bei den Netzwerktreffen stellen die Gemeinden auch laufende Projekte vor. Den Part übernahm nun beim achten Treffen des kommunalen Energieeffizienz-Netzwerkes Berchtesgadener Land die Gemeinde Saaldorf-Surheim mit der Vorstellung der energetischen Rathaussanierung. Bei den Projekten zur Seite steht das IfE, das die Gemeinden bei energietechnischen Fragen berät. Mithilfe mehrerer Varianten, die durchgerechnet wurden, hat sich die Gemeinde für ein umfangreiches Konzept entschieden.

Weitere Effizienz-Netzwerke sollen an den Start gehen

Die Dachdämmung, Dämmung der Kellerdecke und der Fenstertausch waren hierbei schnell fix, da damit 22 % des Brennstoffbedarfs eingespart und der Primärenergiefaktor von 218 auf 162 kW/m²a gesenkt werden kann, erläuterte Geschäftsleiter Bernhard Bräuer. "Die Entscheidung für einen Biomasseheizkessel war, mit der Senkung des Primärenergiebedarfs auf nur noch 38 kWh/m²a, ebenfalls schnell getroffen."

Mit einbezogen wurde laut Bräuer dann ein Wärmeverbund mit Rathaus, Feuerwehr und Schule, der die CO2-Emissionen auch in diesen Gebäuden entsprechend senken würde. Mittlerweile ist eine Pellet-Heizung installiert, die mit 27 Tonnen Pellets pro Jahr das Rathaus, die Schule und das Feuerwehrhaus mit Wärme versorgt.

Das Berchtesgadener-Land-Netzwerk ist Teil einer bundesweiten Initiative. Die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke wurde 2014 als Teil des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (Nape), der ein Teil des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 ist, gestartet. Es gibt mittlerweile knapp 300 Netzwerke. Im September 2020 hat die Bundesregierung entschieden, dass die Initiative fortgeführt werden soll. Bis Ende 2025 soll es 350 weitere Effizienz-Netzwerke geben. Sie sollen jährlich bis zu sechs Mio. Tonnen Treibhausgase einsparen.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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Mittwoch, 02.12.2020, 11:26 Uhr

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