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Der Fachverband Holzenergie fordert eine Reform der EEW-Förderung. Aktuelle Beschränkungen behinderten Investitionen, CO2-Minderung und Innovationen.
Die industrielle Prozesswärme gilt als eine der größten Herausforderungen der Wärmewende. Noch immer werden mehr als 90 Prozent des Wärmebedarfs in der Industrie mit fossilen Energieträgern gedeckt. Vor dem anstehenden Stakeholderdialog des Bundeswirtschaftsministeriums zur Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) fordert der Fachverband Holzenergie (FVH) daher eine Überarbeitung der Förderbedingungen für Biomasse.
Im Zentrum der Kritik steht der Förderausschluss für Biomasseanlagen mit einer Gesamtfeuerungswärmeleistung von mehr als 7,5 MW. Nach Angaben des FVH werden dadurch Investitionen in nachhaltige Prozesswärme ausgebremst. Der Verband beziffert das blockierte Projektvolumen auf mindestens 350 MW. Damit gehe ein jährliches CO2-Einsparpotenzial von rund 500.000 Tonnen verloren.
„Die industrielle Prozesswärme ist das Sorgenkind der Wärmewende“, erklärt FVH-Geschäftsführer Gerolf Bücheler. Gerade bei hohen Temperaturanforderungen seien Alternativen wie Wasserstoff oder strombasierte Lösungen derzeit oft weder ausreichend verfügbar noch wirtschaftlich darstellbar. Holzenergie könne hier einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten.
Der Verband verweist zudem auf die europäische Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III. Diese sehe keinen generellen Förderausschluss für größere Biomasseanlagen vor, sondern fordere vor allem die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien. Entsprechende Nachweissysteme seien bereits etabliert.
Mehr Technologieoffenheit gefordert
Kritisch bewertet der FVH auch die Brennstoffregelungen im EEW-Programm. Die derzeitigen Vorgaben schlossen bestimmte nachhaltige Holzsortimente von der Förderung aus. Statt einzelner Brennstofflisten sollte nach Auffassung des Verbands die zertifizierte Nachhaltigkeit der eingesetzten Rohstoffe maßgeblich sein.
Handlungsbedarf sieht der FVH darüber hinaus bei innovativen Technologien. Der Ausschluss von Biomassepyrolyseanlagen verhindere Investitionen in Verfahren, die neben erneuerbarer Wärme auch Pflanzenkohle und damit negative Emissionen erzeugen können. Zudem schlägt der Verband einen eigenen Fördertatbestand für Biomasse-Hybridanlagen vor, die Biomasse flexibel mit Strom oder Umweltwärme kombinieren.
Aus Sicht des FVH sollte die EEW künftig stärker auf Technologieoffenheit, Versorgungssicherheit und Investitionsfreundlichkeit ausgerichtet werden. Nur so könne die Transformation der industriellen Wärmeversorgung wirksam beschleunigt werden.
Dienstag, 9.06.2026, 11:34 Uhr
Günter Drewnitzky
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