Standort von Sunfire in Dresden. Quelle: Sunfire
Sunfire baut in Schwarzheide eine Testanlage für Festoxid-Elektrolyse. Die Hochtemperaturtechnik soll dort den Schritt in großskalige Industrieanwendungen vorbereiten.
Sunfire hat am 19. August mit dem Bau einer Testanlage für Festoxid-Elektrolyse im Industriepark Lausitz in Schwarzheide (Brandenburg) begonnen. Das Verfahren gehört zur Hochtemperatur-Elektrolyse. Der Elektrolyseurhersteller mit Sitz in Dresden will dort seine neue Technologiegeneration unter realen Industriebedingungen im Dauerbetrieb erproben und Daten für die weitere Skalierung sammeln.
Die BASF Infra Service & Solutions Lausitz GmbH mit Sitz in Schwarzheide betreibt den Industriepark und bietet Infrastruktur- und Standortdienstleistungen für Unternehmen aus Chemie und Industrie an. Für die Ansiedlung sind nach Angaben der Betreibergesellschaft die vorhandene Infrastruktur, das industrielle Umfeld und die schnelle Umsetzung ausschlaggebend gewesen. „Entscheidend war neben unserer leistungsfähigen Infrastruktur und dem industriellen Umfeld vor allem unsere Umsetzungsgeschwindigkeit“, sagte Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung. Die Projektpartner hätten die Voraussetzungen für den Netzanschluss in kurzer Zeit geschaffen, erklärte er.
Zwei Elektrolysetechnologien im Portfolio
Die Festoxid-Elektrolyse bildet neben der Druck-Alkali-Elektrolyse eine der beiden Elektrolysetechnologien im Portfolio von Sunfire. Bei der Druck-Alkali-Elektrolyse, auf Englisch Alkaline Electrolysis (AEL), handelt es sich um eine industriell erprobte Technik, die Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff spaltet. Die Sunfire-Systeme arbeiten mit einem Druck von 30 bar. Dieser Betriebsdruck senkt den Aufwand für eine nachgelagerte Verdichtung. Sunfire setzt die Technologie nach eigenen Angaben bereits in europäischen Großprojekten ein.
Die Festoxid-Elektrolyse von Sunfire zählt zur Hochtemperatur-Elektrolyse. Ihre Festoxid-Elektrolysezellen (Solid Oxide Electrolysis Cells SOEC), spalten Wasserdampf bei hohen Temperaturen. Stehen an einem Industriestandort Dampf oder nutzbare Abwärme zur Verfügung, kann diese Wärme einen Teil der für die Wasserspaltung benötigten Energie liefern. Dadurch benötigt der Elektrolyseur weniger elektrische Energie.
Für die neue SOEC-Generation erwartet Sunfire nach eigenen Angaben einen Wirkungsgrad von bis zu 89 Prozent. Eine frühere Generation erreichte 2022 im Projekt „GrInHy2.0“, das die Europäische Union finanzierte, 84 Prozent (wir berichteten). Die Anlage in Schwarzheide soll nun zeigen, wie sich die weiterentwickelte Technik im industriellen Dauerbetrieb verhält.
Testanlage baut auf H2Giga auf
Sunfire-Chef Nils Aldag ordnet die Anlage in die SOEC-Strategie des Unternehmens ein. „Mit der Testanlage am BASF-Standort Schwarzheide setzen wir unsere SOEC-Strategie konsequent um und treiben die Kommerzialisierung der Technologie weiter voran“, sagte er.
Im Teilprojekt „HTEL Module“ des Wasserstoff-Leitprojekts „H2Giga“ arbeiteten die Projektpartner an der Weiterentwicklung der Hochtemperatur-Elektrolyse. Das Bundesforschungsministerium förderte diese Arbeiten. Auf den Forschungsergebnissen baut die in Schwarzheide eingesetzte Technik auf. Die Europäische Investitionsbank unterstützt die Entwicklung und Industrialisierung der SOEC-Elektrolyseure mit einem Darlehen von bis zu 100 Millionen Euro. (ds)
Donnerstag, 20.08.2026, 13:34 Uhr
Davina Spohn
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