E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Wirtschaft - Endgültiges Aus für Meyer Burger in Freiberg
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
Wirtschaft

Endgültiges Aus für Meyer Burger in Freiberg

Beim Solarunternehmen Meyer Burger gehen in Freiberg endgültig die Lichter aus. Mehr als 400 Menschen verlieren ihre Jobs. 
Das endgültige Aus für die Solarmodulherstellung von Meyer Burger in Freiberg ist besiegelt. Die rund 500 Mitarbeiter hätten am Dienstag ihre Kündigung erhalten, sagte eine Unternehmenssprecherin. Mehr als 400 Menschen verlören damit ihren Arbeitsplatz. Den anderen seien Verträge in anderen Gesellschaften des Schweizer Konzerns angeboten worden. Sachsens Energieminister Wolfram Günther sprach von einer bitteren Nachricht. 

Vorausgegangen war die Absage von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) an den sogenannten Resilienzbonus. Meyer Burger hatte die Zukunft des Standorts in Freiburg von dieser Unterstützung abhängig gemacht. 

Lindner hatte sein Nein zu großen Subventionen für die heimische Solarindustrie am 24. März bekräftigt. Am 26. März reagierte nun Meyer Burger mit den Kündigungen. Man habe noch gehofft, dass in Berlin die Einsicht reife, dass die Unterstützung nötig sei, sagte die Sprecherin. Dies habe sich endgültig zerschlagen. 

Meyer Burger hatte die geplante Schließung des Werks in Freiberg im Februar angekündigt. Die Produktion stand seit Mitte März still (wir berichteten). Die meisten Arbeitsverträge laufen wegen kurzer Kündigungsfristen Ende April aus. 

Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr einen deutlichen Verlust verbucht und starke Konkurrenz durch billige Solarmodule aus China als Grund angeführt. Subventionen bei der Solarmodulherstellung in China hätten zu einer gravierenden Marktverzerrung geführt, erklärte Geschäftsführer Gunter Erfurt. Bei der Fabrik in Freiberg handelt es sich nach eigenen Angaben um den größten Betrieb für die Solarmodulproduktion in Europa. 

Traditionsreicher Standort

Der Grünen-Politiker Günther sprach von einem „industriepolitischen Tiefschlag“ und gab der FDP die Verantwortung. „Mit zeitlich befristeten, sehr überschaubaren Summen hätte man eine strategisch bedeutende Branche sichern können.“ Jetzt müsse eine Perspektive für die verbleibenden Hersteller in Sachsen her. 

Für den traditionsreichen Standort Freiberg − und auch die ostdeutsche Solarindustrie − ist das endgültige Aus ein zweiter großer Rückschlag: Bereits 2018 hatte Deutschlands einst größter Solarmodulhersteller Solarworld endgültig Insolvenz angemeldet und den Standort in Freiberg mit rund 600 Mitarbeitern geschlossen. Neue Hoffnung keimte, als Meyer Burger 2021 in die Herstellung von Modulen einstieg und in den früheren Solarworld-Hallen eine neue Produktion startete. 

Die Solarindustrie war seit der Jahrtausendwende über etwa eineinhalb Jahrzehnte eine Boombranche und Jobmaschine gerade in Ostdeutschland - auch wegen hoher staatlicher Förderung des Absatzes. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt arbeiteten nach früheren Angaben zeitweise etwa 14.000 Menschen bei Solarzellen- und Modulherstellern und weitere 2.500 bei Photovoltaikausrüstern.

Dienstag, 26.03.2024, 18:27 Uhr
dpa
Energie & Management > Wirtschaft - Endgültiges Aus für Meyer Burger in Freiberg
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
Wirtschaft
Endgültiges Aus für Meyer Burger in Freiberg
Beim Solarunternehmen Meyer Burger gehen in Freiberg endgültig die Lichter aus. Mehr als 400 Menschen verlieren ihre Jobs. 
Das endgültige Aus für die Solarmodulherstellung von Meyer Burger in Freiberg ist besiegelt. Die rund 500 Mitarbeiter hätten am Dienstag ihre Kündigung erhalten, sagte eine Unternehmenssprecherin. Mehr als 400 Menschen verlören damit ihren Arbeitsplatz. Den anderen seien Verträge in anderen Gesellschaften des Schweizer Konzerns angeboten worden. Sachsens Energieminister Wolfram Günther sprach von einer bitteren Nachricht. 

Vorausgegangen war die Absage von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) an den sogenannten Resilienzbonus. Meyer Burger hatte die Zukunft des Standorts in Freiburg von dieser Unterstützung abhängig gemacht. 

Lindner hatte sein Nein zu großen Subventionen für die heimische Solarindustrie am 24. März bekräftigt. Am 26. März reagierte nun Meyer Burger mit den Kündigungen. Man habe noch gehofft, dass in Berlin die Einsicht reife, dass die Unterstützung nötig sei, sagte die Sprecherin. Dies habe sich endgültig zerschlagen. 

Meyer Burger hatte die geplante Schließung des Werks in Freiberg im Februar angekündigt. Die Produktion stand seit Mitte März still (wir berichteten). Die meisten Arbeitsverträge laufen wegen kurzer Kündigungsfristen Ende April aus. 

Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr einen deutlichen Verlust verbucht und starke Konkurrenz durch billige Solarmodule aus China als Grund angeführt. Subventionen bei der Solarmodulherstellung in China hätten zu einer gravierenden Marktverzerrung geführt, erklärte Geschäftsführer Gunter Erfurt. Bei der Fabrik in Freiberg handelt es sich nach eigenen Angaben um den größten Betrieb für die Solarmodulproduktion in Europa. 

Traditionsreicher Standort

Der Grünen-Politiker Günther sprach von einem „industriepolitischen Tiefschlag“ und gab der FDP die Verantwortung. „Mit zeitlich befristeten, sehr überschaubaren Summen hätte man eine strategisch bedeutende Branche sichern können.“ Jetzt müsse eine Perspektive für die verbleibenden Hersteller in Sachsen her. 

Für den traditionsreichen Standort Freiberg − und auch die ostdeutsche Solarindustrie − ist das endgültige Aus ein zweiter großer Rückschlag: Bereits 2018 hatte Deutschlands einst größter Solarmodulhersteller Solarworld endgültig Insolvenz angemeldet und den Standort in Freiberg mit rund 600 Mitarbeitern geschlossen. Neue Hoffnung keimte, als Meyer Burger 2021 in die Herstellung von Modulen einstieg und in den früheren Solarworld-Hallen eine neue Produktion startete. 

Die Solarindustrie war seit der Jahrtausendwende über etwa eineinhalb Jahrzehnte eine Boombranche und Jobmaschine gerade in Ostdeutschland - auch wegen hoher staatlicher Förderung des Absatzes. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt arbeiteten nach früheren Angaben zeitweise etwa 14.000 Menschen bei Solarzellen- und Modulherstellern und weitere 2.500 bei Photovoltaikausrüstern.

Dienstag, 26.03.2024, 18:27 Uhr
dpa

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.