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Energie & Management > Bilanz - EnBW mit mehr Umsatz aber weniger Ertrag
EnBW-CFO Thomas Kusterer stellte die Zahlen vor. Quelle: Screenshot / Stefan Sagmeister
Bilanz

EnBW mit mehr Umsatz aber weniger Ertrag

Weniger Erträge aus Kohlekraftwerken und Wasserkraft drücken das Ergebnis des Karlsruher Energiekonzerns. Die Jahresprognose bleibt aber unverändert.
Die Energie Baden-Württemberg hat im ersten Halbjahr 2026 zwar einen höheren Umsatz erzielt, auf das Ergebnis hat sich das aber nicht ausgewirkt. Der Konzern aus Karlsruhe meldete einen Umsatz von 19,13 Milliarden Euro. Das waren 9,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Als Grund für den Anstieg nannte EnBW bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen vor allem höhere Preise im Erdgashandel.

Allerdings lag das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Adjusted Ebitda) mit 2,3 Milliarden Euro rund 6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Konzernüberschuss hingegen sank noch deutlicher von 463 Millionen auf 223 Millionen Euro. Belastend wirkten sich unter anderem geringere Ergebnisbeiträge aus der Kohleverstromung sowie eine geringere Stromproduktion aus Laufwasserkraftwerken.

Das Netzgeschäft entwickelte sich dagegen stabil. Das Segment Systemkritische Infrastruktur erzielte ein Adjusted Ebitda von knapp 1,3 Milliarden Euro und lag damit leicht über dem Vorjahreswert. Rund 57 Prozent des bereinigten operativen Konzernergebnisses entfielen damit auf diesen Bereich. Höhere Erlöse aus der Netznutzung wirkten sich positiv aus.

Gut lief auch das Geschäft mit der Elektromobilität. Das Segment Intelligente Infrastruktur für Kunden profitierte vom weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur. EnBW betrieb im Juli mehr als 9.000 eigene Schnellladepunkte. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern in diesem Segment ein Adjusted Ebitda zwischen 400 Millionen und 500 Millionen Euro. Neben dem weiteren Hochlauf der Elektromobilität soll sich auch der Wegfall eines Großteils der Verluste beim Speicheranbieter Senec positiv auf das Ergebnis auswirken.

Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien kam EnBW voran. Beim Offshore-Windpark He Dreiht in der Nordsee waren Ende Juni 59 der insgesamt 64 Windenergieanlagen installiert. Der Windpark hat eine Leistung von 960 MW. Daneben nahm EnBW mehrere Solarparks sowie den Onshore-Windpark Dainbach in Baden-Württemberg in Betrieb.

Schwieriges Geschäft konventionelle Erzeugung

Schwieriger entwickelte sich dagegen das Geschäft mit der konventionellen Stromerzeugung. EnBW hatte seine Anteile am Braunkohlekraftwerk Lippendorf Ende 2025 verkauft und war damit aus der Braunkohleverstromung ausgestiegen. Der Steinkohleblock Heilbronn 7 wurde zum 1. März 2026 in die Netzreserve überführt. Damit gingen Erzeugungskapazitäten und Ergebnisbeiträge verloren. Hinzu kamen niedrigere Margen bei der Vermarktung von Strom aus den Kraftwerken.

Bei den erneuerbaren Energien entwickelte sich die Stromproduktion unterschiedlich. Positiv wirkten höhere Erzeugungsmengen aus Windparks. Bei der Wasserkraft machte sich dagegen die niedrige Wasserführung bemerkbar. Gleichzeitig baut EnBW seine Erzeugungskapazitäten weiter aus. Für He Dreiht ist im laufenden Jahr die vollständige Inbetriebnahme einschließlich des Netzanschlusses vorgesehen.

Parallel setzt EnBW den Umbau seines Kraftwerksparks fort. Nach dem Ausstieg aus der Braunkohle baut der Konzern an den Standorten Heilbronn, Altbach/Deizisau und Walheim wasserstofffähige Gaskraftwerke. In Stuttgart-Münster ist ein solches Kraftwerk bereits in Betrieb. Die Anlagen sollen perspektivisch die gesicherte Leistung bereitstellen, die mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung wegfällt.

Für das Gesamtjahr 2026 hält EnBW an seiner Prognose fest. Der Konzern erwartet ein Adjusted Ebitda zwischen 4,6 Milliarden und 5,1 Milliarden Euro. Damit könnte das Ergebnis unter dem Vorjahreswert von rund 5,1 Milliarden Euro liegen. Voraussetzung für die Prognose ist unter anderem, dass He Dreiht einschließlich des Netzanschlusses noch 2026 vollständig in Betrieb geht. (sag)

Freitag, 7.08.2026, 15:59 Uhr
Stefan Sagmeister
Energie & Management > Bilanz - EnBW mit mehr Umsatz aber weniger Ertrag
EnBW-CFO Thomas Kusterer stellte die Zahlen vor. Quelle: Screenshot / Stefan Sagmeister
Bilanz
EnBW mit mehr Umsatz aber weniger Ertrag
Weniger Erträge aus Kohlekraftwerken und Wasserkraft drücken das Ergebnis des Karlsruher Energiekonzerns. Die Jahresprognose bleibt aber unverändert.
Die Energie Baden-Württemberg hat im ersten Halbjahr 2026 zwar einen höheren Umsatz erzielt, auf das Ergebnis hat sich das aber nicht ausgewirkt. Der Konzern aus Karlsruhe meldete einen Umsatz von 19,13 Milliarden Euro. Das waren 9,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Als Grund für den Anstieg nannte EnBW bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen vor allem höhere Preise im Erdgashandel.

Allerdings lag das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Adjusted Ebitda) mit 2,3 Milliarden Euro rund 6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Konzernüberschuss hingegen sank noch deutlicher von 463 Millionen auf 223 Millionen Euro. Belastend wirkten sich unter anderem geringere Ergebnisbeiträge aus der Kohleverstromung sowie eine geringere Stromproduktion aus Laufwasserkraftwerken.

Das Netzgeschäft entwickelte sich dagegen stabil. Das Segment Systemkritische Infrastruktur erzielte ein Adjusted Ebitda von knapp 1,3 Milliarden Euro und lag damit leicht über dem Vorjahreswert. Rund 57 Prozent des bereinigten operativen Konzernergebnisses entfielen damit auf diesen Bereich. Höhere Erlöse aus der Netznutzung wirkten sich positiv aus.

Gut lief auch das Geschäft mit der Elektromobilität. Das Segment Intelligente Infrastruktur für Kunden profitierte vom weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur. EnBW betrieb im Juli mehr als 9.000 eigene Schnellladepunkte. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern in diesem Segment ein Adjusted Ebitda zwischen 400 Millionen und 500 Millionen Euro. Neben dem weiteren Hochlauf der Elektromobilität soll sich auch der Wegfall eines Großteils der Verluste beim Speicheranbieter Senec positiv auf das Ergebnis auswirken.

Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien kam EnBW voran. Beim Offshore-Windpark He Dreiht in der Nordsee waren Ende Juni 59 der insgesamt 64 Windenergieanlagen installiert. Der Windpark hat eine Leistung von 960 MW. Daneben nahm EnBW mehrere Solarparks sowie den Onshore-Windpark Dainbach in Baden-Württemberg in Betrieb.

Schwieriges Geschäft konventionelle Erzeugung

Schwieriger entwickelte sich dagegen das Geschäft mit der konventionellen Stromerzeugung. EnBW hatte seine Anteile am Braunkohlekraftwerk Lippendorf Ende 2025 verkauft und war damit aus der Braunkohleverstromung ausgestiegen. Der Steinkohleblock Heilbronn 7 wurde zum 1. März 2026 in die Netzreserve überführt. Damit gingen Erzeugungskapazitäten und Ergebnisbeiträge verloren. Hinzu kamen niedrigere Margen bei der Vermarktung von Strom aus den Kraftwerken.

Bei den erneuerbaren Energien entwickelte sich die Stromproduktion unterschiedlich. Positiv wirkten höhere Erzeugungsmengen aus Windparks. Bei der Wasserkraft machte sich dagegen die niedrige Wasserführung bemerkbar. Gleichzeitig baut EnBW seine Erzeugungskapazitäten weiter aus. Für He Dreiht ist im laufenden Jahr die vollständige Inbetriebnahme einschließlich des Netzanschlusses vorgesehen.

Parallel setzt EnBW den Umbau seines Kraftwerksparks fort. Nach dem Ausstieg aus der Braunkohle baut der Konzern an den Standorten Heilbronn, Altbach/Deizisau und Walheim wasserstofffähige Gaskraftwerke. In Stuttgart-Münster ist ein solches Kraftwerk bereits in Betrieb. Die Anlagen sollen perspektivisch die gesicherte Leistung bereitstellen, die mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung wegfällt.

Für das Gesamtjahr 2026 hält EnBW an seiner Prognose fest. Der Konzern erwartet ein Adjusted Ebitda zwischen 4,6 Milliarden und 5,1 Milliarden Euro. Damit könnte das Ergebnis unter dem Vorjahreswert von rund 5,1 Milliarden Euro liegen. Voraussetzung für die Prognose ist unter anderem, dass He Dreiht einschließlich des Netzanschlusses noch 2026 vollständig in Betrieb geht. (sag)

Freitag, 7.08.2026, 15:59 Uhr
Stefan Sagmeister

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